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Nach Währungsturbulenzen Merck zeigt ungewohnte Schwächen – die Blitzanalyse

Der Gegenwind für den Pharmariesen Merck nimmt zu. Neben Währungseffekten schwächeln einige bisher hochlukrative Geschäftsbereiche.
14.11.2018 - 09:48 Uhr Kommentieren
Der hessische Pharmariese leidet unter Währungsschwankungen. Quelle: dpa
Schwieriges Quartal für Merck

Der hessische Pharmariese leidet unter Währungsschwankungen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Darmstädter Merck-Konzern hat am Morgen seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Hier die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 6,6 Prozent auf 3,75 Milliarden Euro. Organisch, das heißt bereinigt um negative Währungseffekte, ist er nach Angaben von Merck sogar um knapp neun Prozent gestiegen.
  • Das Betriebsergebnis dagegen ist erneut um 43 Prozent auf 491 Millionen Euro zurückgegangen. Der ausgewiesene Nettogewinn hat sich mit 345 Millionen Euro nahezu halbiert.
  • Das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) liegt nach neun Monaten dagegen mit 2,8 Milliarden Euro nur um 13 Prozent unter Vorjahr, im dritten Quartal ist es um sechs Prozent auf 963 Millionen Euro geschrumpft und lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten.
  • In den gesamten ersten neun Monaten verbuchte Merck bei einem nahezu stabilen Umsatz von rund elf Milliarden Euro einen Rückgang des Betriebsgewinns um 36 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro und einen Rückgang des Nettogewinns um 41 Prozent auf 938 Millionen Euro.

Das fällt positiv auf

Bestseller bleiben stark: In der Gesundheitssparte, die das Geschäft mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln umfasst, hat sich das Wachstum mit einem Umsatzplus von 6,6 Prozent im dritten Quartal spürbar beschleunigt. Die Neuentwicklungen Bavencio (gegen Krebs) und Mavenclad (Multiple Sklerose) lieferten erstmals mehr als 50 Millionen Euro Quartalsumsatz. Das ist ein Indiz dafür, dass die neuen Produkte Merck tatsächlich wieder stärkere Dynamik im Pharmageschäft bescheren dürften.

Die Lifescience-Sparte, die das umfangreiche Geschäft mit Laborreagenzien und Biotech-Vorprodukten umfasst, glänzte mit acht Prozent Umsatz- und Ertragsplus und bestätigte sich damit einmal mehr als sehr stabiler Wachstumsfaktor für den Darmstädter Konzern.

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    Das fällt negativ auf

    Hochprofitable Geschäftsbereiche verlieren an Einfluss: Im Geschäftsbereich Performance Materials (Flüssigkristalle, Elektronikchemikalien, Pigmente) konnte Merck den  Umsatzrückgang im dritten Quartal zwar stoppen. Die Erlöse legten sogar zwei Prozent zu. Der Ertragsrückgang setzte sich dagegen fort, mit minus 25 Prozent beim Ebit und minus 18 Prozent beim bereinigten Ebitda. Das zeigt, dass sich das Geschäft hier offenbar weiter vom hochrentablen Flüssigkristallbereich auf die margenschwächeren Elektronikchemikalien verlagert.

    Der operative Cashflow und der Free-Cashflow sind weiter rückläufig. In den ersten neun Monaten generierte Merck noch knapp 800 Millionen Euro an freien Mitteln (nach Sachinvestitionen) aus dem operativen Geschäft, gegenüber knapp 1,2 Milliarden im Vorjahr. Der Schuldenabbau aus dem organischen Geschäft heraus ist daher kaum vorangekommen.

    Per Ende September lag die Netto-Verschuldung noch bei gut 10 Milliarden Euro, und damit fast auf dem gleichen Niveau wie Ende 2017. Eine deutliche Entlastung wird sich allerdings aus dem bereits vereinbarten Verkauf der Consumer Health Sparte ergeben, die für 3,4 Milliarden Euro an Procter & Gamble geht. Den Abschluss dieser Transaktion erwartet Merck  gegen Jahresende.

    Verantwortlich für den relativ starken Gewinnrückgang waren unter neben dem schwachen Geschäft mit Flüssigkristallen, auch negative Währungseffekte sowie die Tatsache, dass man im Vorjahr einen relativ hohen Gewinn  von 321 Millionen Euro aus dem Verkauf des Biosimilar-Geschäfts erzielt hatte.

    Was jetzt passiert

    Lukrative Krebsmittel in der Entwicklung: Bei Merck dürften in den nächsten Quartalen vor allem die Produktentwicklung im Pharmabereich weiter in den Vordergrund rücken. Der Konzern testet unter anderem sein Krebsimmun-Medikament Bavencio in fortgeschrittenen Studien gegen eine Reihe weiterer Krebsarten.

    Zudem wird erwartet, dass Merck eine relativ lukrative Entwicklungs-Allianz für ein weiteres Krebsmittel, einen sogenannten TGF-Beta-Inhibitor, vereinbaren kann, der bisher ebenfalls vielversprechende Daten zeigte. Als interessant wird von Analysten ferner eine weitere Neuentwicklung im Bereich Multiple Sklerose eingestuft.  Ist Merck mit diesen Produkten erfolgreich, könnten sich die mittelfristigen Perspektiven im Pharmageschäft für Merck nach dem „Übergangsjahr“ 2018 deutlich verbessern.

    Insgesamt bestätigen die Zahlen, dass Merck im Jubiläumsjahr 2018 einigen Gegenwind verkraften muss. Merck bekräftigte indessen die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr als auch die Aussicht auf ein wieder stärkeres und profitables Wachstum im Jahr 2019. „Das Jahr 2018 war für Merck herausfordernd. Wir haben dabei richtungsweisende Entscheidungen getroffen, die ab 2019 zu profitablem Wachstum führen werden“, wird Firmenchef Stefan Oschmann in der Quartalsmitteilung zitiert.

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