Nachhaltigkeit: Klöckner & Co. führt Definitionen für grünen Stahl ein
Mit seiner Klassifizierung will Klöckner seinen Kunden eine Berechnungsgrundlage liefern.
Foto: dpaDüsseldorf. Der größte unabhängige Stahlhändler Europas, Klöckner & Co., hat ein Klassifizierungssystem für CO2-reduzierte Stahlprodukte entwickelt. Wie das Unternehmen am Mittwoch anlässlich seiner Bilanzpressekonferenz mitteilte, werden die Produktangaben künftig um Informationen zu den CO2-Emissionen erweitert, die bei der Produktion entstanden sind.
„Dabei wollen wir die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, von der Förderung des Eisenerzes bis zum fertigen Produkt“, sagte Klöckner-Vorstandschef Guido Kerkhoff.
Bislang gibt es keine einheitliche Definition für grünen Stahl. Denn die Hersteller in Europa verfolgen bei der Dekarbonisierung verschiedene Strategien.
Dabei sind die Emissionen der einzelnen Herstellungsverfahren recht unterschiedlich. Während die Produktion einer Tonne Stahl in einem Hochofen bis zu drei Tonnen Kohlendioxid freisetzt, ist es in einem Elektroofen viel weniger CO2 – allerdings lassen sich nicht alle Stahlgüter auf diese Weise herstellen.
Mit seiner Klassifizierung wolle Klöckner seinen Kunden eine saubere Berechnungsgrundlage liefern, die sie dann in ihren eigenen CO2-Bilanzen berücksichtigen könnten. Dabei gibt der Stahlhändler die CO2-Belastung in insgesamt fünf Kategorien an, wobei derzeit ein einziger Hersteller die beste Kategorie erreicht, die ab einer Emissionsbelastung von 400 Kilogramm CO2 pro Tonne Stahl beginnt. Dieses Unternehmen fertigt seinen Stahl in einem Elektroofen, der mit Ökostrom betrieben wird.
Saubere Berechnungsgrundlage für Kunden
Das soll sich aber in den nächsten Jahren ändern: Bis 2025 soll der Anteil der Produkte, die in die beiden besten Nachhaltigkeitsklassen fallen, im Klöckner-Portfolio auf 30 Prozent, bis 2030 sogar auf 50 Prozent steigen.
Dabei rechnet Klöckner-Chef Kerkhoff nicht damit, dass die Preise für Endprodukte wie Autos oder Waschmaschinen durch den Umstieg auf klimaneutrale Produktionsverfahren nennenswert ansteigen. „Bei einem Auto reden wir von einem Preisunterschied von 0,7 Prozent, bei Windrädern sind es bis zu fünf Prozent“, so der Manager. „Stahl hat bei vielen Produkten zwar einen hohen Gewichts-, aber keinen hohen Wertanteil.“