Nachwirkungen Italiens Modehäuser hadern noch mit der Krise

Trotz der Geschäftserholung bleiben die Mailänder Modeunternehmen vorsichtig. Die Hoffnung der Modeschöpfer um Giorgio Armani ruht auf dem Jahr 2011. Erst dann soll die Krise vergessen sein. Auftrieb soll der Absatz in Schwellenländern leisten.
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Modeschöpfer Giorgio Armani. Quelle: ap

Modeschöpfer Giorgio Armani.

(Foto: ap)

HB MAILAND. Italiens große Modehäuser kurieren noch ihren Krisenkater aus: Trotz Konjunkturerholung ist Vorsicht angesagt. Nach dem herben Rückschlag 2009 erwarten die Unternehmen zwar zunächst merkliche Geschäftszuwächse, wie bislang auf der laufenden Mailänder Modewoche deutlich wurde.

Aber ob es zu einer dauerhaften Erholung kommt und das Geschäftsniveau vor der Krise wieder erreicht werden kann, dürfte sich erst im nächsten Jahr zeigen.

Noch leckt die Branche ihre Wunden. „Die Krise hat uns realistischer gemacht“, sagte Giorgio Armani. Sein weit verzweigtes Modeimperium war mit einem sechsprozentigen Umsatzrückgang auf 1,5 Mrd. Euro 2009 noch vergleichsweise glimpflich davongekommen. „Nach unserem Gefühl hat die Krise die Wahrnehmung der Verbraucher davon geändert, was sie an Gegenwert für ihr Geld bekommen“, sagte Versace-Chef Gian Giacomo Ferraris. Sein Unternehmen rechnet für 2010 mit einem Umsatzplus von mehr als vier Prozent auf 280 Mio. Euro. Auch Prada und Ferragamo stellen einen Anstieg in Aussicht nach prozentual zweistelligen Zuwächsen in den ersten Quartalen.

Das kommende Jahr soll mehr Klarheit bringen. „2011 wird ein Testjahr für die Modehäuser“, sagt der Chef von Bottega Veneta, Marco Bizzarri, der Nachrichtenagentur Reuters. Sein eigenes Haus, das zur Gucci Group des Luxusgüter-Riesen PPR gehört, erreichte 2009 mit 402 Mio. Euro immerhin Erlöse auf Vorjahresniveau.

Besonderen Optimismus versprüht der italienische Luxusgüter-Verband Altagamma. „Wenn der Konsum von Luxusgütern bis Ende 2010 um 15 Prozent zulegt, sind wir nicht mehr weit entfernt von den Rekordwerten im Jahr 2007 und Anfang 2008“, sagte Altagamma-Generalsekretär Armando Branchini. Die langfristigen Rahmenbedingungen betrachtet er als überaus günstig. Die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung, die zunehmende Kaufkraft gerade von Frauen sowie eine rasante Nachfrage in den Schwellenländern machen der Branche Hoffnung.

Bis 2020 dürfte die Hälfte der Luxusgüter-Nachfrage aus den aufstrebenden Ländern kommen, insbesondere Brasilien, Russland, Indien und China, sagte Branchini voraus. Vor allem deswegen werde die Branche in zehn Jahren doppelt so groß sein wie jetzt.

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