Neue Offerte Potash versucht es erneut bei K+S

K+S hat die Avancen des kanadischen Rivalen Potash bislang strikt zurückgewiesen. Der Düngemittelkonzern fordert einen höheren Preis und Zusagen zum Erhalt von Standorten und Stellen. Nun fühlen die Kanadier erneut vor.
Update: 07.08.2015 - 16:33 Uhr 1 Kommentar

Potash lässt nicht locker: Kommt die feindliche Übernahme?

FrankfurtIm Kampf um den Kasseler Düngemittelproduzent K+S bleibt der kanadische Angreifer Potash Corporation of Saskatchewan (PCS) hart. Er setzt offenbar weiterhin darauf, dass man den K+S-Vorstand mit dem bisherigen Vorschlag einer Übernahme zu 41 Euro je K+S-Aktie an den Verhandlungstisch zwingen kann.

Dafür jedenfalls spricht die Tatsache, dass Potash seinen Vorschlag in einem weiteren Schreiben an den K+S-Vorstand und -Aufsichtsrat bekräftigt hat. Das Kasseler Unternehmen gab den erneuten Vorstoß von Potash jetzt per Ad-hoc-Meldung bekannt. Dem Schreiben sei ein Vorschlag für eine Kooperationsvereinbarung, ein so genanntes „Business Combination Agreement“, beigefügt, der unverändert auf einem Preis von 41 Euro je Aktie basiere. De facto ist damit wohl ebenfalls eine Übernahme gemeint.

K+S lehnt den Vorstoß von Potash bisher ab und sieht sich mit 41 Euro je Aktie oder knapp acht Milliarden Euro als zu niedrig bewertet. Vor allem die in Bau befindliche Kali-Mine in Kanada wird aus Sicht der Kasseler von dem angebotenen Preis nicht genügend reflektiert.

Das neue Schreiben enthalte weitreichende Einschränkungen und würde keine Verlässlichkeit bieten, erklärte K+S am Freitag. Zudem sei eine wirkungsvolle Durchsetzbarkeit der Zusagen nicht gewährleistet.„Aus Sicht des K+S-Vorstands besteht demnach unverändert die Sorge, dass die von Potash vorgeschlagene Transaktion Arbeitsplätze und Standorte gefährdet. Der unveränderte Übernahmevorschlag sei unzureichend. „Wir sind gemeinsam mit dem Aufsichtsrat nach wie vor davon überzeugt, dass der vorgeschlagene Preis von 41 Euro je Aktie dem fundamentalen Wert von K+S nicht annähernd entspricht“, sagte Vorstandschef Norbert Steiner.

Potash spekuliert offenbar darauf, dass von Investorenseite stärkerer Druck auf das Management von K+S aufkommen wird, sich doch auf Gespräche einzulassen. Der Aktienkurs von K+S notiert seit Bekanntwerden der Übernahmepläne um die 37 Euro je Aktie, und damit um etwa zehn Prozent unter der Offerte. Das signalisiert, dass Börsianer bisher nicht mit einer Erhöhung des Angebots rechnen.

Diese Mine machte K+S zur Zielscheibe
„Land der lebenden Himmel“
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Saskatchewans einziger Reichtum war in der Vergangenheit das Getreide. Sie war die Kornkammer Kanadas, und von hier wurde Getreide in die ganze Welt exportiert. Die Ähren schmücken noch heute das Autonummernschild Saskatchewans, das sich aber auch als „Land der lebenden Himmel“, Land of Living Skies, feiert...

Flach, flacher, Saskatchewan
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...was sich jedem erschließt, der durch den weiten, flachen Süden der Provinz fährt, über dem sich der Himmel mit einem faszinierenden Wolkenspiel wölbt. Der Name Saskatchewan klingt in europäischen Ohren sehr fremd. Saskatchewan ist eine der drei kanadischen Prärieprovinzen, zwischen Manitoba und Alberta gelegen. Und wie so viele Ortsbezeichnungen in Kanada hat das Wort einen indianischen Ursprung. Es leitet sich von dem Wort kisiskâciwanisîpiy aus der Sprache der Cree-Indianer ab und bedeutet „schnell fließender Fluss“. Zwei große Flüsse, der South- und der North-Saskatchewan River, fließen durch die Provinz.

Vom Winde verbogen
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Scheinbar pausenlos weht der Wind. Ungeschützt stehen Scheunen auf der mehr als hunderttausend Quadratkilometer weiten Ebene. Sie leisten Widerstand, und müssen sich dennoch dem Wind beugen.

Kali im Süden, Uran im Norden
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Der Süden der Provinz ist flach. Man müsse sich nur auf einen Stuhl stellen und könne eine großen Teil der Provinz überblicken, scherzen die „Saskatchewans“. Der Norden dagegen ist hügelig, mit Wäldern und Tausenden Seen. Und während im Boden des Süden Kali liegt, wird im Norden aus der Tiefe Uran gefördert. Momentan leidet die Provinz unter Waldbränden, Tausende Einwohner fliehen vor den Flammen.

Getreideparadies
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Die Verladestationen für Getreide und die Silos prägen noch heute das Bild des Südens von Saskatchewan.

Zug zu den Großen Seen
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Güterzüge bringen das Getreide an die Westküste oder an die Großen Seen, wo es auf Frachter umgeladen wird.

Größter Weizenproduzent Kanadas
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Der Weizenanbau prägte Saskatchewans wirtschaftliche Entwicklung, und noch heute ist Saskatchewan der größte Weizenproduzent Kanadas. 2012 wurden 12,7 Millionen Tonnen Weizen geerntet, daneben große Mengen an Raps, Roggen, Hafer und Gerste.

Eine Gefahr könnte aus Sicht von Investoren dagegen darin bestehen, dass PCS das Vorhaben aufgibt und dann der K+S-Kurs wieder auf ein Niveau von unter 30 zurückfällt. Vor diesem Hintergrund – so offenbar die Hoffnung von PCS – könnte sich von Investorenseite über kurz oder lang der Druck auf das Unternehmen verstärken.

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  • K+S bleibt standhaft.

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