Neue Panne GM sandte Rückruf-Briefe an Unfallopfer

GM hat im Februar 2,6 Millionen Autos zurückgerufen – doch darunter waren auch die Autos von den 13 Toten, wegen denen der Rückruf erst gestartet wurde. GM bedauert den Vorfall und bittet die Opfer um Verzeihung.
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Mehrere US-Behörden ermitteln gegen GM. Für Empörung sorgt vor allem die Frage, warum der Autobauer mit dem Rückruf bis Anfang 2014 wartete, obwohl die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt waren. Quelle: AFP

Mehrere US-Behörden ermitteln gegen GM. Für Empörung sorgt vor allem die Frage, warum der Autobauer mit dem Rückruf bis Anfang 2014 wartete, obwohl die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt waren.

(Foto: AFP)

WashingtonDer Opel-Mutter GM ist im Zusammenhang mit dem Skandal um fehlerhafte Zündschlösser eine weitere Panne unterlaufen. Der US-Autobauer versandte Rückruf-Benachrichtigungen auch an Angehörige der 13 Todesopfer. GM entschuldigte sich am Dienstag dafür. "Wir bitten die Familien, die eine Rückrufinformation erhalten haben, um Verzeihung", sagte GM-Sprecher Greg Martin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere Familien hatten sich beschwert, dass GM sie aufgefordert hatte, ihre Fahrzeuge in die Werkstätten zu bringen.

Die Familie eines 16-jährigen Mädchens, das 2005 bei einem Unfall mit einem Chevrolet Cobalt ums Leben kam, wurde nach eigenen Angaben vergangene Woche gleich zweimal aufgefordert, das defekte Zündschloss und die Servolenkung reparieren zu lassen. Der Wagen hatte bei dem Aufprall gegen einen Baum jedoch Totalschaden erlitten. Dies hätte GM nach Ansicht der Mutter anhand der Seriennummer jedoch leicht herausfinden können.

General Motors hatte im Februar rund 2,6 Millionen Autos wegen der fehlerhaften Zündschlösser in die Werkstätten zurückgerufen. Nach Angaben des Autobauers soll der Defekt zu 13 Todesfällen geführt haben. Die US-Verkehrsaufsicht geht jedoch von einer höheren Zahl aus. Verbraucherschützer sprechen seit Monaten von bis zu 300 Todesopfern in Folge des Zündschloss-Defekts, bei dem sich Motor und elektrische Systeme wie Airbags auch bei hohem Tempo unvermittelt abschalten.

Immer neue Pannen sorgen für Rückrufe
Takata
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Beim größten Rückruf in der US-Automobilgeschichte hat der japanische Zulieferer Takata wegen defekter Airbags den Rückruf von insgesamt fast 34 Millionen Autos in den USA veranlasst. Das Unternehmen verdopple damit die Anzahl der in die Werkstätten beorderten Fahrzeuge, teilten die US-Behörden am Dienstag mit. Takata räumte demnach erstmals ein, dass die in elf Automarken eingebauten Airbags des Unternehmens fehlerhaft sind. Von der Rekord-Rückrufaktion in den USA sind laut US-Verkehrsminister Anthony Foxx elf Hersteller betroffen: BMW, Fiat, Chrysler, General Motors, Ford, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru, Toyota und vor allem Honda.

Hyundai Sonata
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Toyota und Nissan rufen im Mai 2015 wegen Problemen mit Airbags weltweit etwa 6,5 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Luftkissen des Zulieferers Takata sollen wegen eines möglichen Defekts vorsichtshalber ausgetauscht werden. Es gehe erneut um die Gasgeneratoren, mit denen die Airbags aufgeblasen werden. Berichte über Unfälle oder Verletzungen habe es nicht gegeben, teilten sowohl Toyota als auch Nissan mit.

Toyota bestellt knapp fünf Millionen Fahrzeuge wieder ein, darunter die Modelle Corolla und Vitz. Nissan holt rund 1,56 Millionen Autos in die Werkstätten.
Seit 2008 sind bereits mehr als 20 Millionen Fahrzeuge mit Takata-Airbags von Rückruf-Aktionen betroffen, darunter auch Autos von Herstellern außerhalb Japans wie BMW und Ford.

Smart Fortwo
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Anfang Mai 2015 ruft Daimler in China 19.000 Autos in die Werkstätten. Betroffen sind rund 10.500 Fahrzeuge der Mercedes-Benz A- und B-Klasse sowie rund 8500 kompakte Stadtautos Smart Fortwo. Bei der A- und B-Klasse handele es sich um ein Problem mit der Seitenwelle, sagte ein Daimler-Sprecher. Dadurch könne das Fahrzeug nicht mehr lenkbar sein. Fälle, in denen das passiert sei, seien aber noch nicht bekannt. Die Kunden würden vorsorglich benachrichtigt. Beim Smart entspreche die Verschraubung an einer Lenkung nicht den Vorgaben. Das habe zwar keine Auswirkungen auf die Lenkbarkeit, das Problem werde aber vorsorglich ebenfalls behoben.

Daimler
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Daimler hat am 16. Februar in Deutschland und China den Rückruf von 150.000 Fahrzeugen wegen möglicher Sicherheitsprobleme gestartet. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich unter Umständen Auto-Teile lösen und ein Feuer verursachen könnten, teilte die zuständige chinesische Aufsichtsbehörde am Montag mit.

Daimler bestätigte die Rückrufaktion. In China seien 127.000 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland rund 22.000 Autos. Informationen über weitere Länder lägen noch nicht vor, sagte ein Daimler-Sprecher. Bei den Fahrzeugen könnten Sicherheitsrisiken nicht ausgeschlossen werden. Bislang gebe es aber noch keine Berichte über Unfälle oder Schäden.

Der Fehler liege bei einer Dichtung an einer Trennwand im Motorraum, sagte der Sprecher. Es bestehe die Gefahr, dass diese sich löse. Betroffen seien zwischen 2012 und 2014 hergestellte Fahrzeuge der CLS- und der E-Klasse. Die Teile würden kostenlos ausgetauscht.

Mercedes E-Klasse
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Nach Europa und China folgt nun nur eine Woche später ein weiterer Rückruf in den USA: Mercedes muss hier noch einmal 147.000 Wagen zurückrufen. Grund dafür ist eine mögliche Brandgefahr der Autos.

Porsche
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Porsche ruft den chinesischen Aufsichtsbehörden zufolge in der Volksrepublik mehr als 14.500 Fahrzeuge zurück. Grund seien Fehler an den Nockenwellen der Autos, teilte die nationale Qualitätsprüfstelle auf ihrer Internetseite mit. Betroffen sind demnach unter anderem mehrere Importmodelle des Sportwagens Panamera sowie zwei des Geländewagens Cayenne.

Die Autos seien zwischen April 2009 und September 2011 gebaut worden. Die chinesische Behörde erklärte, die Fahrzeuge stellten ein Sicherheitsrisiko dar, Porsche tausche das fehlerhafte Bauteil kostenlos aus. Die Volkswagen -Tochter hatte im vergangenen Jahr ihren Absatz in China kräftig gesteigert.

Jeep
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Der Autohersteller Fiat Chrysler ruft wegen möglicher technischer Probleme mit den Seiten-Airbags weltweit Geländewagen zurück. Bei insgesamt 228.181 Jeep Cherokees von 2014 und 2015 solle ein Software-Upgrade durchgeführt werden, teilte das Unternehmen mit.

Mit gut 168.000 Fahrzeugen entfalle der Großteil auf die USA. Der Konzern wisse von keinen Unfällen im Zusammenhang mit dem Problem.

Mehrere US-Behörden ermitteln gegen GM. Für Empörung sorgt vor allem die Frage, warum der Autobauer mit dem Rückruf bis Anfang 2014 wartete, obwohl die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt waren und mit geringen Zusatzkosten hätten beseitigt werden können. GM-Chefin Mary Barra ist seit ihrem Amtsantritt im Januar vor allem damit beschäftigt, die Pannenserie aufzuklären, sich für Fehler zu entschuldigen und GM zur Bewältigung der Krise neu aufzustellen.

GM geht einem Bericht der "New York Times" zufolge zunehmend davon aus, dass Barra bei einer internen Untersuchung von Fehlverhalten freigesprochen wird. Am Donnerstag macht GM in Detroit die Ergebnisse der Prüfung öffentlich.

  • rtr
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