Neue Volkswagen-Marke VW will aus „Moia“ ein Einhorn machen

Bei modernen Fahrdienstleistungen per App spielt Volkswagen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Das soll sich nun ändern: Das neue Tochterunternehmen „Moia“ soll von Berlin aus den Markt aufrollen.
Update: 05.12.2016 - 14:37 Uhr 3 Kommentare
Volkswagen stellte auf der Technologie-Konferenz „Tech Crunch Disrupt“ sein neues Unternehmen für Mobilitätsdienste vor. Ole Harms (links), der CEO von Moia, sagte, das Berliner Unternehmen solle sich mittelfristig zu einem der großen globalen Player in dem Geschäft entwickeln. Quelle: dpa
Moia-Präsentation in London

Volkswagen stellte auf der Technologie-Konferenz „Tech Crunch Disrupt“ sein neues Unternehmen für Mobilitätsdienste vor. Ole Harms (links), der CEO von Moia, sagte, das Berliner Unternehmen solle sich mittelfristig zu einem der großen globalen Player in dem Geschäft entwickeln.

(Foto: dpa)

LondonVolkswagen gehört in der internationalen Auto-Szene nicht gerade zu den Trendsettern. Andere Hersteller hatten längst viele Kunden für Minivans oder Geländewagen begeistert, ohne dass man bei VW ein vergleichbares Angebot fand. Um so spektakulärer fielen dann die Erfolge mit Modellen wie dem VW Touran aus, als Volkswagen Jahre später endlich auf den Trend reagierte. Auch bei modernen Mobilitätsdienstleistungen will Volkswagen nun den Markt von hinten aufrollen.

Auf der Technologiekonferenz „TechCrunch Disrupt“ präsentierte Volkswagen nun die 13. Konzerntochter, die langfristig weltweit zu den Top drei der Mobilitätsdienstleister gehören soll. „Mit Moia wollen wir neue Formen von Mobilität besser verstehen lernen, zukünftig noch attraktiver gestalten“, erklärte Konzernchef Matthias Müller zum Start des neuen Unternehmens, das in Berlin angesiedelt wird. „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann.“

Wie sich die Autoriesen elektrisieren
Unter Strom
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Die Zukunft fährt elektrisch. In einer Studie hat das Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach die elektrischen Strategien untersucht. Insbesondere die deutschen Hersteller müssen nun die Aufholjagd starten, sagen die Wissenschaftler. Was die Konzerne planen – und wie viel elektrische Autos sie in Deutschland verkaufen.

GM (Opel) – Die Rückkehr des Ampera
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Noch im Jahr 2012 wurde der Ampera zu Europas Auto des Jahres gekürt. Wirklich erfolgreich wurde der Plug-in-Hybrid aber nie. Im ersten Halbjahr 2016 verkaufte Opel kein einziges elektrisches oder halbelektrisches Auto. Das soll sich bald ändern. In Paris zeigen die Rüsselsheimer den Ampera-E: ein reines Elektroauto mit 400 Kilometern Reichweite, das mit dem Vorgänger nur den Namen gemein hat.

Ford – Noch einmal mit Gefühl
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Nur zwei Mal wurde der Ford Focus Electric im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Ford hat bei der Elektromobilität bislang wenig zu bieten. Darum sollen nun 4,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung der Elektromobilität investiert werden. Bis 2020 sollen 40 Prozent aller Ford-Modelle elektrifiziert werden.

Toyota – der skeptische Weltmarktriese
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Obwohl die Japaner massiv auf den Hybrid setzen, geht die Elektrifizierung bei Toyota noch nicht sonderlich weit. Gerade einmal 22 Exemplare des Prius Plug-in-Hybrid wurden im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Und ein reines Elektroauto hat Toyota derzeit nicht mal im Angebot.

PSA (Peugeot und Citroen) – Franzosen mit Nachholbedarf
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Die Schwestermodelle Peugeot iOn und Citroen C-Zero kommen langsam in die Jahre. Mickrige 79 Exemplare wurden im ersten Halbjahr in Deutschland zugelassen. Gemeinsam mit Dongfeng haben die Franzosen darum eine Elektro-Plattform entwickelt, auf der bis 2021 sieben reine Elektroautos entstehen sollen. Insgesamt will PSA bis dahin elf elektrische Modelle anbieten.

Hyundai-Kia – Elektrooffensive aus Korea
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Die koreanischen Schwesterkonzerne wollen bei der elektrischen Mobilität vornewegfahren. Die 302 verkauften Elektroautos im ersten Halbjahr gehen vor allem auf das Konto des Kia Soul EV. Mit dem neuen Ioniq will Hyundai als erster Hersteller ein Modell anbieten, das als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines Elektroauto erhältlich sein soll.

Geely (Volvo) – Schwedischer Herzschlag
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Wer große SUV wie den Volvo XC90 baut, der braucht elektrische Hilfe – schon alleine um die strengen Abgaswerte einzuhalten. Rund 468 Plug-in-Hybride haben die Schweden mit der chinesischen Mutter im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. 2019 soll das erste Elektroauto mit einer Reichweite von 500 Kilometern vorgestellt werden.

Im ersten Jahr geht es zunächst darum, die Firma aufzubauen. Derzeit arbeiten 50 Beschäftigte für Moia, Ende 2017 sollen es rund 200 sein. Bei der Suche nach den Entwicklern, die die Mobilitätslösungen der Zukunft programmieren sollen, setzt Moia-Chef Ole Harms nicht unbedingt auf die Begeisterung für Autos, sondern auf höhere Ziele. „Wir suchen Wege, das Leben insbesondere in den Städten besser zu machen. Unsere Lösungen werden einen positiven Effekt auf die Umwelt haben und Lärm und Luftverschmutzung reduzieren.“

Zwei Geschäftsfelder hat Moia besonders im Visier: Zum einen geht es um die Fahrtenvermittlung via App („Ride Hailing“), wie sie auch der große US-Konkurrent Uber anbietet. Das zweite Geschäftsfeld nennt Moia „Pooling“. Hier werden ganzheitliche Transportlösungen angestrebt, die den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr effizienter gestalten. Die moderne Variante der Sammeltaxis soll unnötige Einzelfahrten im Auto vermeiden und die bestehende Straßeninfrastruktur besser nutzen.

Im Gegensatz zu Uber sucht Moia von Beginn an den Dialog mir den Kommunen und Regulierungsbehörden, um mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das könnte dann auch dazu führen, dass der Uber-Konkurrent Gett, an dem Volkswagen finanziell beteiligt ist, Dienste in Deutschland anbieten wird. Bislang ist das Start-up aus Israel in rund 100 Städten wie London, Moskau und Tel Aviv aktiv, nicht aber im Heimatland von Volkswagen.

Beschwerlicher Weg in die Mobilitätszukunft
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3 Kommentare zu "Neue Volkswagen-Marke: VW will aus „Moia“ ein Einhorn machen"

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  • VW soll sich mit solchen Projekten nicht selber schwächen sondern sich auf den Kern seines Geschäftes = Diesel und Benzinmotoren, konzentrieren.
    Danke!

  • @Lana Ebsel
    Wieso Hintertür? Ist nicht die Rationalisierung im Transportsektor die treibende bei der Automatisierung? LKWs sind jetzt schon mit mehr Assistenzsystemen ausgestattet als PKWs. Andererseits gebe ich zu bedenken, dass es bereits seit 30 Jahren selbstfahrende U-bahnen gibt, aber Zugführer nachwievor ausgebildet werden.

  • Es zeigt sich immer mehr, dass sich die ach so heilsbringende Selbstfahrtechnik für Autos, als das erweist, was sie ist, nämlich eine Hintertür, um Arbeitsplätze bei Taxen, Paket- und Busfahrdiensten wegzurationalisieren.

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