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Neue Ziele bei Heidelberg Cement Baustoffkonzern will hoch hinaus

Sie nehmen das Wort „deutlich“ in den Wortschatz auf – und signalisieren damit, dass sie sich zehn Prozent mehr Umsatz und Gewinn zutrauen: Die Euroschwäche animiert Heidelberg Cement zu optimistischen Zielsetzungen.
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Ihr Geschäft lief zuletzt zwar noch nicht ganz rund, 2014 fuhr Heidelberg Cement weniger Gewinn ein – doch für die Zukunft sieht das Management gute Aussichten. Quelle: dpa
Das Hauptwerk von Heidelberg Cement in Leimen

Ihr Geschäft lief zuletzt zwar noch nicht ganz rund, 2014 fuhr Heidelberg Cement weniger Gewinn ein – doch für die Zukunft sieht das Management gute Aussichten.

(Foto: dpa)

Stuttgart Die gute Konjunktur in Westeuropa und den USA kurbelt das Wachstum von Heidelberg Cement an. Der größte deutsche Baustoffkonzern profitiert derzeit vom Aufschwung in Nordamerika, Großbritannien und Deutschland. „Der deutlich gesunkene Ölpreis und der schwächere Euro bedeuten für uns zusätzlichen Rückenwind“, erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele am Donnerstag. Das Management habe sich deshalb vorgenommen, auf vergleichbarer Basis, also ohne das verkaufte Bauproduktegeschäft, 2015 Umsatz, operatives Ergebnis und Jahresüberschuss deutlich zu steigern. Deutlich bedeutet in der Branche ein Plus von mindestens zehn Prozent - Heidelberg Cement ist damit viel optimistischer als in den vergangenen Jahren.

Der Nettogewinn sank im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 687 Millionen Euro. Im Gewinn 2013 von 933 Millionen Euro waren allerdings 420 Millionen Euro Einmaleffekte enthalten, unter anderem durch die Auflösung einer nicht mehr benötigten Unternehmensstruktur. Die Dividende für 2014 soll um 25 Prozent auf 75 Cent je Aktie angehoben werden. „Heidelberg Cement befindet sich in der besten Verfassung der letzten 15 Jahre“, sagte Scheifele. Umsatz und operatives Ergebnis lägen auf klarem Wachstumskurs. Der Aufschwung treibt die Baunachfrage an, und billigeres Öl befeuert die Wirtschaft zusätzlich. Zudem bauen die Heidelberger die Produktionskapazitäten für Zement, Sand oder Kies in rasch wachsenden Entwicklungsländern Afrikas südlich der Sahara und in Indonesien aus.

Die wichtigsten Zementhersteller der Welt
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In der Zementindustrie bahnt sich eine denkwürdige Fusion an: Die beiden Hersteller Lafarge und Holcim wollen sich zusammenschließen. Es soll eine Partnerschaft unter gleichen werden. Schon jetzt zählen die beiden Unternehmen zu den größten in der Zementindustrie: Nach Angaben von Statista haben sie im vergangenen Jahr den meisten Umsatz erzielt. Handelsblatt Online listet die Kennzahlen der beiden Firmen und die wichtigsten Konkurrenten des künftigen Großkonzerns nach Umsatz auf.

(Foto: picture alliance / dpa)
Cement bags are pictured at Switzerland's Holcim cement production plant in Siggenthal
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Holcim

Umsatz 2013: 16,1 Milliarden Euro

Der Schweizer Zementhersteller existiert bereits seit 1912. Heutzutage hat Holcim sein Geschäft in mehr als 70 Länder ausgeweitet. Als Kernbereiche gelten die Geschäfte mit Zement, Kies und Beton. Gemessen am Umsatz, ist Holcim derzeit der größte Zementproduzent der Welt. Die geplante Fusion sichert diesen Status weiter ab.

(Foto: Reuters)
Lafarge Zement
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Lafarge Group

Umsatz 2013: 15,2 Milliarden Euro

Die französische Lafarge Gruppe erzielte im vergangenen Jahr nur etwas weniger Umsatz als ihr künftiger Partner. Das Unternehmen bezeichnet sich auf seiner Webseite als die Nummer eins im Zementgeschäft. Mehr als zwei Drittel des Portfolios der Gruppe bestehen demnach aus dem Handel mit dem Baustoff. Lafarge ist nach eigenen Angaben in 64 Ländern unterwegs. Die Fusion mit dem bisherigen Konkurrenten aus der Schweiz hat auch Auswirkungen auf den Namen: Künftig firmieren die beiden Branchenführer unter dem Namen LafargeHolcim.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 15874066 ARCHIV - Zementsaecke der Firma HeidelbergCement liegen am 7. August 2007 im Werk in Leimen bei Heidelberg. Der Baustoffherstel
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Heidelberg Cement

Umsatz 2013: 13,9 Milliarden Euro

Die Konkurrenz kann bei diesen Zahlen kaum mithalten. Der noch gefährlichste Rivale der beiden Konzerne kommt aus Heidelberg. Der Dax-Konzern mischt seit der Übernahme von Hanson 2007 im oberen Segment der Zementhersteller mit. Heidelberg Cement ist in 40 Ländern aktiv, in vielen davon nach eigener Aussage auch Marktführer. Das könnte sich mit der Fusion seiner ärgsten Konkurrenten ändern.

(Foto: ap)
CEMEX OstZement GmbH Rüdersdorf
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Cemex

Umsatz 2013: 11,1 Milliarden Euro

Die Mexikaner produzieren bereits seit 1906 Zement und haben inzwischen mehr als 50 Produktionsstätten auf der ganzen Welt. Am meisten Zement verkauft Cemex in Mexiko, rund ein Drittel seiner Geschäfte macht der Konzern dort. Wichtig ist auch das US-Geschäft, das etwa ein Viertel des Umsatzes ausmacht. Der mexikanische Konzern wollte eigentlich Beteiligungen mit Holcim tauschen. Während Cemex die Holcim-Tochter Csesko kaufen wollte, wollte der Schweizer Konzern die Geschäftsteile der Mexikaner in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden übernehmen. Ob das Geschäft durch die anstehende Fusion gefährdet ist, ist bisher nicht bekannt. Allerdings hatten die Wettbewerbshüter ohnehin schon Bedenken angemeldet.

(Foto: picture-alliance)
Zement
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Anhui Conch Cement

Umsatz 2013: 6,6 Milliarden Euro

Mit deutlichem Abstand im Ranking der wichtigsten Zementhändler der Welt folgt Anhui Conch Cement. Das chinesische Unternehmen existiert zwar erst seit 1997, hat sich in dieser Zeit aber schnell einen Namen gemacht. Experten gehen davon aus, dass die Fusion von Lafarge und Holcim auch als Schutz vor der aufstrebenden Konkurrenz aus China dienen soll.

(Foto: dpa)
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Italcementi

Umsatz 2013: 4,2 Milliarden Euro

Der italienische Konzern selbst bezeichnet sich als fünftgrößten Zementhersteller weltweit. Gerankt nach dem Umsatzzahlen von Statista, kommt er aber lediglich auf den sechsten Rang. Italcementi betreibt sein Geschäft in 22 Ländern auf vier Kontinenten. Der sei 1864 agierende Konzern ist bis heute im Besitz der Familie Pesenti. Derzeit führt Carlo Pesenti (Bild) die Geschicke des Unternehmens.

Von der Bekanntgabe der Fusion seiner beiden Konkurrenten konnte Italcementi übrigens profitieren: Die Aktien stiegen, weil Händler mit Preiserhöhungen in der Branche rechnen. LafargeHolcim muss zudem eventuell einige Geschäftsteile aufgeben, um die Zusammenarbeit von den Kartellbehörden genehmigt zu bekommen.

(Foto: Imago)

Dank des Erlöses aus dem Verkauf des Bauproduktegeschäfts von 1,2 Milliarden Euro erreichen die Kurpfälzer ihr Schuldenziel von weniger als 6,5 Milliarden Euro. Wird der Verkaufserlös vollständig zum Schuldenabbau genutzt, sinken die Schulden auf 5,7 Milliarden Euro, womit der Zielwert von 6,5 Milliarden Euro klar unterschritten wäre. Heidelberg Cement hatte sich mit einer milliardenschweren Übernahme kurz vor Beginn der Finanzkrise 2007 stark verschuldet. Der Höchststand lag damals bei 14 Milliarden Euro. Jetzt hat Heidelberg Cement gute Aussichten, eine bessere Bewertung der Ratingagenturen und damit noch günstigere Finanzierungskosten zu erreichen.

Scheifele hält den Dax-Konzern trotzdem weiter auf Sparkurs. Denn die Kosten für Energie sollen in diesem Jahr trotz Ölpreisrückgang moderat steigen. In Indonesien fallen zudem Treibstoffsubventionen weg. Und der schwächere Euro beflügelt zwar die Baukonjunktur, verteuert aber auch Rohstoffe und erhöht Personalkosten. Heidelberg Cement will deshalb Sparprogramme fortsetzen und Preise weiter erhöhen. Durch effizientere Arbeitsprozesse soll das Ergebnis bis Ende 2017 um 120 Millionen Euro verbessert werden.

  • rtr
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