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Neuer Bahnkonzern Siemens und Alstom treiben trotz Kartell-Bedenken ihre Zugfusion voran

Die EU-Kommission meldet bei der Zugfusion der beiden Konzerne deutliche Bedenken an. Jetzt sind erst einmal die Alstom-Aktionäre gefragt.
16.07.2018 - 17:15 Uhr 1 Kommentar
Die Zug-Fusion zwischen Siemens und Alstom kann möglicherweise doch erst 2019 abgeschlossen werden. Quelle: ullstein bild
ICE und TGV im Ostbahnhof Paris

Die Zug-Fusion zwischen Siemens und Alstom kann möglicherweise doch erst 2019 abgeschlossen werden.

(Foto: ullstein bild)

München Siemens-Vorstand Roland Busch gab sich betont gelassen. Die EU-Kommission hatte zuvor mit deutlichen Worten Bedenken wegen der geplanten Zugfusion von Siemens und Alstom geäußert. „Damit hatten angesichts der Größe und Komplexität des Projekts die meisten Beobachter gerechnet – und natürlich haben auch wir uns darauf vorbereitet“, schrieb er in einer internen Mitarbeiter-Mail, die dem Handelsblatt vorliegt.

Man sei „zuversichtlich, am Ende ein positives Resultat und ein belastbares Ergebnis“ vorliegen zu haben. Die Planungen liefen unverändert und „mit Hochdruck“ weiter.

Brüssel hatte zuvor eine vertiefte Prüfung der Fusionspläne angekündigt. „Insbesondere befürchtet die Kommission, dass der geplante Zusammenschluss bei Ausschreibungen für Rollmaterial und Signaltechnik aufgrund des niedrigeren Wettbewerbsdrucks zu höheren Preisen, einer geringeren Auswahl und weniger Innovation führen könnte“, hieß es zur Begründung.

So würde der neue Konzern bei Hochgeschwindigkeitszügen zum „unangefochtenen Marktführer“ aufsteigen, argumentierte Brüssel. Bei der Signaltechnik würde der neue, dominierende Anbieter sogar „einen Marktanteil erreichen, der den des engsten Konkurrenten um das Dreifache übersteigen würde“. Viel Marktmacht also aus Sicht der Kartellwächter, womöglich zu viel.

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    Bei Siemens und Alstom gibt man sich zuversichtlich, dass der europäische Zugchampion, eine Art Airbus auf Schienen, kommen wird. Eine vertiefte Prüfung durch Brüssel sei üblich, man werde eng und kooperativ mit der Kommission zusammenarbeiten, um die Vorteile der Fusion und die „komplexe Dynamik der relevanten Märkte“ zu erläutern, hieß es bei Siemens.

    Im Zeitplan mussten die Fusionspartner aber bereits von den ursprünglichen Plänen abweichen. Alstom wies vor einigen Wochen darauf hin, dass sich der Abschluss der Fusion bis in die erste Jahreshälfte 2019 hinein verzögern könnte. Ursprünglich hatten die beiden Unternehmen darauf gehofft, die Fusion noch in diesem Jahr unter Dach und Fach bringen zu können.

    Das Gesamtprojekt sehe man aber keinesfalls als gefährdet an, hieß es im Umfeld beider Unternehmen. „Die Nervosität ist derzeit nicht groß.“ Spekulationen über Konzessionen an die Kartellwächter – zum Beispiel was die beiden Hochgeschwindigkeitszüge TGV und ICE anbelangt – seien vollkommen verfrüht.

    Knackpunkt in Sachen Wettbewerbsrecht ist die Frage, wie die Konkurrenz durch den neuen chinesischen Weltmarktführer CRRC einzuschätzen ist. Siemens und Alstom wollen ihre Aktivitäten zu einem neuen europäischen Champion mit mehr als 15 Milliarden Euro Umsatz vor allem zusammenschließen, um den Chinesen besser Paroli bieten zu können.

    Brüssel aber muss auf den europäischen Markt blicken. Und da konnte CRRC bislang noch keine großen, prestigeträchtigen Aufträge vermelden. Die EU-Kommission urteilt sogar explizit, es sei zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, dass neue Player, insbesondere mögliche chinesische Anbieter, in absehbarer Zeit in die europäischen Märkte für rollendes Material und Signaltechniklösungen vordringen würden.

    In Industriekreisen sieht man das anders. „Die Chinesen stehen vor der Türschwelle Europas.“ CRRC dringe systematisch in neue Märkte vor. In den USA habe der Konzern zum Beispiel innerhalb kurzer Zeit eine ganze Reihe von Zuschlägen für Nahverkehrszüge bekommen. Bislang hätten die Chinesen in Europa nur vorgefühlt. „Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie mit Macht auch hier auf den Markt drängen.“

    Brüssel muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen bis zum 21. November prüfen. Die Vorbereitungen für den Zusammenschluss laufen derweil aber weiter. An diesem Dienstag müssen die Alstom-Aktionäre über das Projekt entscheiden.

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    1 Kommentar zu "Neuer Bahnkonzern: Siemens und Alstom treiben trotz Kartell-Bedenken ihre Zugfusion voran"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Zugsparte ist der nächste Unternehmensteil, den Kaeser demontiert.

      Irgendwann mutiert Siemens zu Varta: ein bekannter Name aber kein Unternehmen mehr dahinter.

      Wer stoppt endlich diesen Mann?

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