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Neuer Chefaufseher Auf René Obermann warten bei Airbus mehrere Baustellen

Der ehemalige Telekom-Chef soll ab 2020 den Verwaltungsrat des Flugzeugbauers leiten. Für Obermann hat Digitalisierung hohe Priorität – doch es gibt ein größeres Problem.
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Der Manager kennt sich mit Unternehmen, die unter einem gewissen Staatseinfluss stehen, gut aus. Quelle: Christoph Papsch vom Handelsblatt
René Obermann

Der Manager kennt sich mit Unternehmen, die unter einem gewissen Staatseinfluss stehen, gut aus.

(Foto: Christoph Papsch vom Handelsblatt)

Frankfurt, Paris Schneller als erwartet hat Airbus für Klarheit gesorgt, was die künftige Doppelspitze aus CEO und Vorsitzendem des Verwaltungsrats angeht: Überraschend sagte der jetzige VR-Chef Denis Ranque auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Amsterdam, dass René Obermann als sein Nachfolger „vor-ausgewählt“ sei.

Wenn er auf der nächsten Hauptversammlung 2020 gewählt werde, trete er das Amt an. „Ich bin sicher, dass der Vorsitz bei ihm in guten Händen ist,“ sagte Ranque. Er hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass er selber 2020 nach dann sieben Jahren ausscheiden wolle.

Die Bundesregierung hatte sich mehrfach kritisch darüber geäußert, dass mit der Stabübergabe von Tom Enders an Guillaume Faury als neuen CEO sowohl die operative Führung als auch der Vorsitz des Verwaltungsrats – des Kontrollgremiums – in französischer Hand liege.

Frankreich und Deutschland halten jeweils 11,1 Prozent des Kapitals. Beide Regierungen haben ein stilles Agreement, dass die beiden Posten mit Personen aus je einem der beiden Länder besetzt werden.

Für Airbus war es aber wichtig, erneut zu beweisen, dass das Board völlig unabhängig ist und sich nicht den Wünschen aus einer Hauptstadt beugt. Deshalb wurde Ranque darin bestärkt, nicht vorzeitig abzutreten und bereits am Mittwoch mit Enders seinen Posten zu räumen. Ranques Vertrag wurde 2017 bis 2020 verlängert.

Obermann, der frühere Chef der Deutschen Telekom, arbeitet zurzeit als Finanzmanager in Diensten der Private-Equity-Gesellschaft Warburg Pincus. Obermann kennt sich mit Unternehmen, die unter einem gewissen Staatseinfluss stehen, gut aus. Er weiß, wie man sich auf dem politischen Parkett bewegt. Die öffentlich bekannt gegebene Vorauswahl von Obermann schafft den Konflikt mit der Bundesregierung aus der Welt.

Noch wichtiger: Er kennt sich aus mit der Digitalisierung. Noch unter Enders wurde diese eines der zentralen Themen für die Wandlung des Unternehmens. Verlängert wurde das Mandat von Telekom-Technikvorständin Claudia Nemat, die bereits dem Verwaltungsrat angehörte.

Doch Airbus hat noch ein anderes ungeklärtes Thema: Der Konzern wird seit Jahren von einer Korruptionsaffäre erschüttert. Im Mittelpunkt stehen offenbar rechtswidrige Zahlungen, mit denen der Absatz von Zivilflugzeugen und Hubschraubern gefördert wurde.

Die britische Antikorruptionsbehörde, die Finanzstaatsanwaltschaft in Frankreich und auch die US-Behörden ermitteln. Airbus hat bereits praktisch das gesamte potenziell belastete Management ausgetauscht. Das Unternehmen hofft, einer Anklage zu entgehen und mit einer möglicherweise milliardenschweren Buße davonzukommen.

Die Fondsgesellschaft DWS hat sich bei der Entlastung des Vorstands enthalten. „Die Airbus-Aktionäre warten weiterhin auf eine vollständige Offenlegung der Bestechungs- und Korruptionsfälle der Vergangenheit“, sagte Nicolas Huber, Head of Corporate Governance bei DWS.

Zwar habe Airbus die Compliance-Standards verbessert, um neue Vorfälle zu verhindern. „Dennoch brauchen wir erst einmal mehr Klarheit über die vergangenen Ereignisse.“

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