Neuer Vorstand, neuer Kurs Schlankheitskur für Pharmakonzern Sanofi

Der Pharmakonzern Sanofi soll zurück auf Wachstumskurs gebracht werden - der neue Vorstandschef Olivier Brandicourt verordnet deshalb harte Einsparungen. Die Auswirkungen auf das Deutschland-Geschäft sind noch ungewiss.
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Der französische Pharmakonzern Sanofi soll verschlankt werden. Quelle: Reuters
Unter neuem Chef Olivier Brandicourt

Der französische Pharmakonzern Sanofi soll verschlankt werden.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer neue Sanofi-Chef Olivier Brandicourt will den Pharmakonzern mit einer neuen Organisationsstruktur auf Wachstumskurs bringen. Die Zahl der Geschäftsbereiche soll ab 2016 auf fünf von bislang sieben abgespeckt werden, teilte das französische Unternehmen am Mittwoch mit. Sanofi wolle sich dann auf die Bereiche Allgemeine Arzneimittel und Schwellenländer, spezielle Therapiegebiete, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen, Impfstoffe und Tiergesundheit konzentrieren. „Die neue Organisation vereinfacht Sanofi und stellt das Unternehmen darauf ein, sein Wachstum zu optimieren“, erklärte Brandicourt. Die sei ein notwendiger Schritt.

Bislang hatte sich Sanofi auf die Bereiche Diabetes, Impfstoffe, innovative Medizin, seltene Erkrankungen, Gesundheitsprodukte, Schwellenländer und Tiergesundheit konzentriert. Zu den Auswirkungen auf das Deutschlandgeschäft äußerte sich eine Sanofi-Sprecherin in Frankfurt nicht. Dazu sei es noch zu früh, sagte sie. In Frankfurt-Höchst, dem Sitz der Deutschlandzentrale, beschäftigt der Konzern rund 7300 von weltweit mehr als 110.000 Mitarbeitern.

Brandicourt, der bei Bayer zuletzt die Gesundheitssparte geleitet hatte, hatte kurz nach seinem Amtsantritt im April eine strategische Überprüfung angekündigt. Der Franzose trat in die Fußstapfen des Deutsch-Kanadiers Chris Viehbacher, den der Verwaltungsrat Ende 2014 abrupt vor die Tür gesetzt und das mit einer schwachen Amtsführung und mangelnder Kommunikation mit dem Gremium begründet hatte.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Viehbacher hatte Sanofi in seinen sechs Jahren an der Spitze erfolgreich umgebaut - der Konzern wurde zunehmend internationaler. Bei Investoren und vielen Analysten genoss der Manager einen hervorragenden Ruf. Aber in Frankreich wurde auch Kritik laut, da der Abbau von Arbeitsplätzen bei Gewerkschaften Unmut erregte.

  • rtr
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