Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Neues Werk Volvo expandiert in den USA

Die schwedische Offensive geht weiter: Nach drei Werken in China baut Volvo nun eine neue Produktion in den USA auf. Die Modelloffensive trägt Früchte und auch das Zusammenspiel mit den Chinesen funktioniert besser.
Update: 11.05.2015 - 15:56 Uhr Kommentieren
Volvo-Chef Hakan Samuelsson posiert auf der Automesse in Detroit vor dem neuen Spitzenmodell der Schweden: dem XC90. Quelle: dpa
Der Stolz der Schweden

Volvo-Chef Hakan Samuelsson posiert auf der Automesse in Detroit vor dem neuen Spitzenmodell der Schweden: dem XC90.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Volvo hat das Selbstbewusstsein zurück - und setzt den Expansionskurs fort. Mit 500 Millionen Dollar (rund 450 Millionen Euro) wollen die Schweden nun ein neues Werk in den USA hochziehen. Ab 2018 sollen im Berkeley County, South Carolina,  jedes Jahr bis zu 100.000 Autos vom Band laufen, 4000 Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Das neue Werk ist ein weiterer Baustein in der globalen Strategie der Schweden: bis zum Jahr 2020 soll der weltweite Absatz verdoppelt werden. Im Jahr 2014 hatte der Absatz bereits um neun Prozent auf knapp 466.000 Neuwagen zugelegt. In den USA waren die Volvo-Verkäufe allerdings um acht Prozent gesunken.

In den USA verkauft Volvo bislang nur sehr wenige Wagen. Im vergangenen Jahr exportierte der Autobauer lediglich rund 58.000 Wagen in die Staaten, der Marktanteil betrug damit 0,4 Prozent. Als Grund dafür gilt auch, dass Volvo bis 2010 zum US-Autobauer Ford gehörte, der sich auf seine Marken konzentriert hatte.

Doch eine Produktoffensive und ein neues Management sollen auch in den USA die Wende einleiten: Das Oberklasse-SUV XC90 ist die erste komplett eigenständige Entwicklung seit dem Ausstieg von Ford – und wurde bisher 30.000 Mal vorbestellt.  Auf das Jahr peilen die Schweden an, den XC90 rund 50.000 Mal zu verkaufen. Dafür sollen sogar 1.500 neue Mitarbeiter angestellt werden.

Dabei sah es bei Volvo lange so aus, als würde der Autobauer dem Beispiel des schwedischen Konzerns Saab folgen und langsam aber sicher vom Markt verschwinden. Mit dem Ausstieg von Ford hatten die Schweden ihren wichtigsten Partner im US-Markt verloren. Die neuen chinesischen Anteilseigner von Geely erfüllten die hohen Erwartungen zunächst nicht. Ohne Finanzspritzen schienen die Schweden viel zu klein, für zukunftsträchtige technische Entwicklungen. Einige fürchteten nach der Übernahme durch den chinesischen Autokonzern sogar um das hervorragende Sicherheits-Image der Skandinavier.

Sicherheit und Komfort im skandinavischen Stil
Volvo XC60 D5 13
1 von 16

Willkommen im 21. Jahrhundert: Statt analogem Tacho und Drehzahlmesser gibt es im Volvo XC60 nur noch Displays. Lediglich der Ring um das runde Mitteldisplay ist noch massiv. Die „digitale Instrumentierung“, wie Volvo das aufpreispflichtige Extra nennt, vereinigt sehr viele Informationen auf engem Raum, etwa den Abstand zum Vordermann, die erlaubte und die gefahrene Geschwindigkeit.

(Foto: Sebastian Schaal)
Volvo XC60 D5 14
2 von 16

Sie bietet auch noch einen weiteren Vorteil: Auf Knopfdruck kann die gesamte Optik der Tacho-Einheit geändert werden. In der Sport-Ansicht sind Drehzahl und Tempo wichtiger als irgendwelche Zusatzinfos – nur in einem komfortablen Auto wie dem XC50 braucht es diese Anzeige nicht wirklich.

(Foto: Sebastian Schaal)
Volvo XC60 D5 15
3 von 16

In der Mittelkonsole zeigt sich der Volvo aber noch etwas stiefmütterlich, von Innovation ist hier wenig zu sehen. Wo andere Hersteller auf zentrale Controller, Touchscreens oder die Kombination aus beidem setzen, herrscht im XC60 noch der Krieg der Knöpfe. Die vielen Direktwahl-Tasten haben auch Vorteile, wenn man alle Funktionen sicher beherrscht. Nur den Ziffernblock halten wir nach wie vor für überflüssig

(Foto: Sebastian Schaal)
Volvo XC60 D5 18
4 von 16

Wenn sie das verstellbare Fahrwerk ordern, können Sie zwischen „Comfort“, „Sport“ und „Advanced“ wählen. Die meiste Zeit wird allerdings ganz links eine grüne LED leuchten. Die anderen beiden Modi braucht es nicht wirklich, höchstens auf kurzen Strecken über kurvige Landstraßen. Aber es zeigt auch: Der XC60 ist ein Straßenauto, von einem speziellen Geländeprogramm fehlt jede Spur.

(Foto: Sebastian Schaal)
Volvo XC60 D5 20
5 von 16

Hinter dem Lenkrad sitzen die Schaltpaddels mit schön ausgefrästen „+“ und „-“-Zeichen. Wirklich zugreifen werden wie schon beim einstellbaren Fahrwerk nur sportlich ambitionierte Fahrer. Im Alltag ist der Automatik-Modus wunderbar harmonisch, dank des hohen Drehmoments von 430 Newtonmetern kann die 6-Gang-Automatik unnötige Gangwechsel meist vermeiden.

(Foto: Sebastian Schaal)
Volvo XC60 D5 22
6 von 16

Auf den Vordersitzen lässt es sich bequem Platz nehmen. Auch nach längeren Fahrten zwickt und zwackt nichts, in Kurven bietet der Sitz angenehm viel Seitenhalt. Zudem ist die Sitzposition nicht ganz so hoch wie bei manch anderen SUVs.

(Foto: Sebastian Schaal)
Volvo XC60 D5 26
7 von 16

Anders sieht es auf der Rückbank aus. Selbst bei gemäßigter Sitzeinstellung des Vordermanns bleibt im Fond nur wenig Beinfreiheit. In einem Wagen, der auch grundsätzlich als Familienauto interessant ist, ein Unding. Das funktioniert nur mit kleineren Kindern. Für vier Erwachsene ist der XC60 nur auf der Kurzstrecke empfehlenswert.

(Foto: Frank G. Heide)

Entsprechend enttäuschend entwickelten sich Absatz und Ergebnis: noch im Jahr 2012 machte das Unternehmen einen Nettoverlust von 480 Millionen Kronen (55 Millionen Euro). Viele spekulierten bereits über einen Ausstieg der Chinesen. Das Misstrauen zwischen Geely-Gründer und Volvo-Aufsichtsratschef Li Shufu und dem deutschen Stefan Jacoby wuchs – und gipfelte schließlich in dessen Entlassung. Es übernahm der ehemalige MAN-Chef Håkan Samuelsson.

Unter seiner Führung schlagen sich die Schweden wieder deutlich besser. Die Produktoffensive trägt erste Früchte - vor allem das Geschäft mit Geländewagen läuft derzeit  blendend. Der runderneuerte XC60 hat beim Absatz in den ersten Monaten um 19 Prozent zugelegt und macht mittlerweile ein fast ein Drittel der Verkäufe aus. Der große SUV XC90 soll dem Absatz einen weiteren Schub geben.

„Das zeigt, welche Kräfte dort freigesetzt wurden“, sagt Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach. In einer Studie seines Instituts wurde der Volvo XC90 jüngst zum innovativsten Fahrzeug der Branche gekürt – noch vor dem neuen VW Passat. Und auch bei der deutschen Autoauszeichnung „Firmenauto des Jahres“, die von 270 Flottenmanagern vergeben wird, verwies der Schweden-Riese in seinem Segment sogar Konkurrenten wie den Audi Q7 auf den BMX X5 auf die Plätze. Erfolge, die kaum ein Experte erwartet hatte.

Mit Kristallglas und Diamantschliff auf Kundenfang
08-2014-Volvo-XC-90-Sperrfrist-27-8-2014-00-00-Uhr-fotoshowImage-230dc3d5-804672
1 von 25

Beim neuen XC90 hat Volvo 90 Prozent aller Bauteile erneuert. Das Fahrzeug kommt in der Basisausstattung für rund 50.000 Euro auf den Markt, die First Edition wird rund 91.000 Euro kosten. Beibehalten wurde die typische geschwungene Form der Rückleuchten.

(Foto: PR)
08-2014-Volvo-XC-90-Sperrfrist-27-8-2014-00-00-Uhr-fotoshowImage-5365e990-804667
2 von 25

Volvo heute: Der neue XC90. Die zweite Generation des Luxus-SUV wartet mit einer Vielzahl an Sicherheits- und Assistenzsystemen auf. Vor allem neue Kunden in Asien und Amerika will die Marke so erobern.

(Foto: PR)
Zweite Generation des Volvo XC90 - Innen alles anders
3 von 25

Nicht nur mit der Materialauswahl soll der Siebensitzer Akzente setzen.

(Foto: )
Volvo_XC90
4 von 25

Die neuen T-förmigen Tagfahrleuchten „Thors Hammer“ des Volvo XC90 sollen an den nordischen Donnergott erinnern. Wesentlichere Neuerungen sind für den Laien nicht so leicht zu erkennen.

(Foto: PR)
ampnet_photo_20140527_081471
5 von 25

Auffälligste Änderung im Cockpit: Die zuletzt in allen Modellen der Marke als prägendes Element eingesetzte „freischwebende“ Mittelkonsole mit ihren vielen Knöpfchen ist verschwunden.

Dominiert wird das Cockpit stattdessen von einem großen, hochkant stehenden Bildschirm, über den Navigation, Infotainment-Systeme und Klimaanlage mittels Gesten und Berührungen gesteuert werden.

(Foto: PR)
Volvo_xc90_360Grad
6 von 25

Den Mittelpunkt des Interieurs bildet ein Touchscreen in der Mittelkonsole, der wie ein Tablet funktioniert und das Herzstück des neuen Bordbediensystems bildet. Es kommt fast ohne Knöpfe aus und bietet Autofahrern Zugang zu internetbasierten Diensten.

(Foto: PR)
Volvo-XC-90-Technik-Plattform
7 von 25

Der eigentliche Clou des neuen XC90 steckt aber unter dem Blech, kommt beim SUV doch erstmals Volvos neue flexible Produktarchitektur SPA zum Einsatz, die ähnlich wie etwa die MQB- und MLB-Baukästen des VW-Konzerns künftig zahlreiche unterschiedliche Modelle auf einer einzigen Plattform ermöglichen soll. Das senkt Entwicklungs- und Produktionskosten.

(Foto: PR)

Und auch bei der globalen Expansion zeigen die Schweden wieder Stärke: Mutterkonzern Geely hat Volvo die Tür zum wichtigen chinesischen Markt geöffnet. In drei Werken wollen die Schweden ihre Fahrzeuge für den chinesischen Markt produzieren – und so hohe Importkosten vermeiden. Besonders der längere S60 verkauft sich in China immer besser. Mit insgesamt rund 24.000 verkauften Fahrzeugen in den ersten drei Monaten des Jahres haben die Schweden aber auch noch Luft nach oben. Volvo-Chef Samuelsson hatte noch im vergangenen Jahr die Zielmarke von 80.000 für den chinesischen Markt ausgegeben, in fünf Jahren sollen es 200.000 sein. Bereits in vergangenen Jahr war China zum zweitwichtigste Markt für die Schweden aufgestiegen.

Startseite

0 Kommentare zu "Neues Werk: Volvo expandiert in den USA"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.