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Dieter Zetsche

Mit der neuen Struktur will der Daimler-Chef sein Lebenswerk krönen.

(Foto: AFP)

Neugliederung Daimler wird zur Holding – Autobauer beschließt Konzernumbau

Die Umgliederung des Konzerns in drei selbständige Einheiten soll neue Kräfte freisetzen. Doch nicht alle Investoren sind begeistert.
26.07.2018 Update: 26.07.2018 - 13:37 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Ein Team von Hunderten Mitarbeitern arbeitet seit Monaten an der Umsetzung des „Projekt Zukunft“ bei Daimler. 700 Gesellschaften in mehr als 60 Ländern müssen dafür neu geordnet werden. Jetzt ist klar, wohin die Reise konkret geht: Der Autobauer erhält eine komplett überarbeitete Struktur.

Unter dem Dach einer Holding sollen drei rechtlich selbständige Einheiten (Pkw, Lkw, Finanzdienstleistungen) entstehen, die frei agieren und neue Kräfte freisetzen. Vorstand und Aufsichtsrat haben diese divisionale Weiterentwicklung des Konzerns, der bisher aus fünf Sparten besteht, gebilligt.

Auf der Hauptversammlung im Mai 2019 sollen die Aktionäre von Daimler den Umbau endgültig absegnen. Daimler-Chef Dieter Zetsche will mit der Holdingstruktur den Mercedes-Hersteller für autonomes Fahren, Elektromobilität, neue Kundenwünsche und den zunehmenden Wettbewerb rüsten. Der Manager hofft auf breite Unterstützung für sein Vorhaben, mit dem er seine mehr als zwölfjährige Amtszeit krönen will. Doch nicht alle Investoren sind vollends begeistert.

„Wir werden uns sehr genau ansehen, ob die geplante Holding mit drei selbständigen Gesellschaften wirklich sinnvoll ist“, sagte Winfried Mathes im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Sprecher von Deka Investment, der Fondsgesellschaft der Sparkassen, fragt sich, welchen Nutzen eigentlich die Daimler-Aktionäre, sprich die Eigentümer der Muttergesellschaft, dabei davontragen. „Aus unserer Sicht besteht die Gefahr, dass Anleger sich nur noch an den Tochterunternehmen beteiligen und damit die Holding entwerten.“

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    Daimler verkündet die Neugliederung am gleichen Tag, an dem der Konzern schwache Zahlen für das zweite Quartal vorlegte. Der Betriebsgewinn brach um 30 Prozent auf nur noch 2,6 Milliarden Euro ein.

    Analysten gingen mit dem Autobauer hart ins Gericht. „Daimler ist wieder zum Problemfall geworden“, sagte Jürgen Pieper dem Handelsblatt. „Der Konzern enttäuscht auf allen Ebenen“, erklärt der Autoexperte vom Bankhaus Metzler. Er sehe „keinen einigen guten Grund mehr, sich Daimler-Aktien zu kaufen“.

    Das sind die Bestseller von Daimler
    Starke Absatzzahlen
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    Beim Stuttgarter Autobauer läuft es rund: Dank neuen Bestwerten beim Absatz hat der Autobauer Daimler auch bei Umsatz und Ergebnis noch einmal deutlich zugelegt. 2017 verbuchte Daimler einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro – sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Lagen die Stuttgarter 2012 noch hinter den Rivalen aus München und Ingolstadt, so ist die Marke Mercedes jetzt mit 2,2 Millionen verkauften Autos 200.000 Einheiten vor BMW und 400.000 Stück vor Audi. Die Bestseller im Überblick.

    (Foto: Reuters)
    Kompaktklasse
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    2017 war mehr als jedes vierte verkaufte Fahrzeug bei Mercedes-Benz ein Kompaktwagen – insgesamt 620.000 Mal wurde ein Wagen aus dieser Kategorie verkauft. Dazu gehören beispielsweise die A-Klasse (im Bild) und die B-Klasse.

    (Foto: Pressefoto Daimler)
    Kompaktklasse
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    Wachsen konnte Mercedes Benz im Kompakt-Segment auch, weil die Marke die Modellpalette um Autos wie die Limousine CLA, den CLA Shooting Brake (im Bild) oder den SUV GLA erweitert hat. Die beiden größten Märkte für Kompaktwagen waren Deutschland und China.

    (Foto: Pressefoto Daimler)
    Mittelklasse
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    Der Bestseller bei Mercedes ist allerdings das Mittelklasse-Modell C-Klasse: Die Limousine und das T-Modell wurden insgesamt 450.000 Mal verkauft. Ein Viertel ging auf die Langversion der C-Klasse Limousine zurück, ein Modell, das ausschließlich in China gebaut und verkauft wird.

    (Foto: Pressefoto Daimler)
    Obere Mittelklasse
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    Auch die neuen Modelle der Mercedes E-Klasse haben in ihrem ersten Verkaufsjahr Rekorde gebrochen. Nie war die E-Klasse so beliebt wie in den vergangenen zwölf Monaten – 350.000 Mal wurden die Limousine und das T-Modell verkauft. Daimler schaffte es, mit den neuen Modellen eine Absatzsteigerung von 40 Prozent zu erzielen. Größter Abnehmer der Limousine ist China, dort wurden die Verkäufe sogar verdoppelt.

    (Foto: dpa)
    SUV
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    Stärkste Produktkategorie ist bei Daimler – wie auch im Vorjahr – das Segment SUVs: Die Beliebtheit der Geländewagen stieg weiter stark an. 850.000 SUVs konnte der Konzern absetzen. Mit 14 Prozent Absatzwachstum trugen die SUVs maßgeblich zum Verkaufserfolg der Marke bei.

    (Foto: Pressefoto Daimler)
    SUVs
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    Getrieben wurde das Wachstum in dem Segment vor allem durch starke Verkäufe der Kompakt-SUVs. Bestseller waren die Modell GLC (im Bild) und GLA, die auf den Plattformen der C-Klasse und der A-Klasse basieren.

    (Foto: Pressefoto Daimler)

    Bei dem Autobauer müssten jetzt fundamentale Fragen gestellt werden: Wie sei es möglich, dass nach dem Rekordjahr 2017 so schnell so viele Probleme aufpoppen konnten? „Da stellt sich schon die Frage nach der Führung“, sagt Pieper. „Die Richtung stimmt ja überhaupt nicht mehr“.

    Die Aufspaltung großer Konzerne liegt im Trend. Auch Siemens, Volkswagen und dem Zulieferer Continental verfolgen ähnliche Pläne. Anders als Conti plant Daimler derzeit jedoch keinen Teilbörsengang einer Sparte.

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