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Neuheit der CES Kinosound im Auto ohne Lautsprecher – Conti kooperiert mit Sennheiser

Der Zulieferer will zusammen mit Sennheiser sein lautsprecherloses Soundsystem verbessern. Der Soundspezialist will damit im Automarkt Fuß fassen.
06.01.2020 - 20:00 Uhr 2 Kommentare
Ein bewegliches Bauteil erzeugt den Klang, ein Algorithmus von Sennheiser den 3D-Effekt. Quelle: Continental
Lautsprecherloses Audiosystem

Ein bewegliches Bauteil erzeugt den Klang, ein Algorithmus von Sennheiser den 3D-Effekt.

(Foto: Continental)

Düsseldorf Continental verkündet auf der diesjährigen CES in Las Vegas eine Kooperation mit dem niedersächsischen Soundspezialisten Sennheiser. Die beiden Unternehmen bieten ein Audiosystem für Autos an, das einen 3D-Sound erzeugt und dabei ohne Lautsprecher auskommt. Davon sollen sowohl die Kunden als auch die Autohersteller profitieren.

Allen Fahrzeuginsassen wird ein kinoähnliches Klangerlebnis versprochen, während die Hersteller Platz und Gewicht sparen – gerade in Zeiten der Elektromobilität ist das von immenser Bedeutung. Denn der freie Platz kann für weitere Batterien genutzt werden, während das niedrigere Gewicht die Reichweite erhöhen könnte.

Für die Fahrzeughersteller sind die Soundanlagen im Auto indes Geldquelle und Ärgernis zugleich. Denn für guten Sound im Auto sind Kunden zwar bereit, hohe Beträge zu bezahlen. Andererseits machen die zahlreichen Lautsprecher und ein großer Subwoofer die Fahrzeuge schwerer und rauben ihnen wertvollen Platz.

In Las Vegas stellen der Dax-Zulieferer und der Soundspezialist ein Vorserienprodukt vor, das ab 2022 in Serie gehen könnte. Laut einem Continental-Sprecher gäbe es bereits Interessenten aus dem Premium- und E-Auto-Bereich. Während herkömmliche Soundanlagen im Auto bis zu 40 Kilogramm wiegen können, verspricht Continental mit der lautsprecherlosen Soundanlage eine Gewichts- und Bauraumreduktion von bis zu 90 Prozent.

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    Die beiden Unternehmen haben es auf einen Markt abgesehen, dessen Umsatzvolumen bei etwa 2,7 Milliarden Euro liegt. Bis 2025 könnte das Volumen für Soundanlagen im Fahrzeugbereich weltweit auf über 3,4 Milliarden Euro steigen.

    Ganz neu ist die Erfindung allerdings nicht. Bereits vor über zwei Jahren stellte Continental sein Audiosystem „Ac2ated Sound“ vor. Die Zusammenarbeit mit Sennheiser soll das Produkt nun zum Erfolg führen.

    Helmut Matschi, Vorstandsmitglied beim Dax-Konzern und Leiter des Geschäftsfelds Vehicle Networking and Information, sieht die Sound-Kooperation auf einem guten Weg. „Wir haben mit Sennheiser einen überaus kompetenten Partner hinzugewonnen, um unser wegweisendes Audiosystem Ac2ated Sound noch besser zu machen.“

    Bauteile werden zur Box

    Die Aufgabenteilung der Kooperation sieht folgendermaßen aus: Continental ist für die technische Umsetzung des Soundsystems zuständig. Dabei werden Bauteile im Fahrzeuginneren ausgemacht, die sich dazu eignen, in Schwingung gebracht zu werden, um auf diese Weise bestimmte Töne von sich zu geben. Zu diesen Bauteilen zählen beispielsweise A-Säulen- und Türverkleidungen, sowie die Dachauskleidung oder die Heckablage.

    Sennheiser wiederum ist laut Co-CEO Daniel Sennheiser für den 3D-Klang zuständig. Ein „integrierter Algorithmus wandelt Stereoquellen automatisch in 3D-Audio um“, sagt Sennheiser. Continental hofft auf eine Verbesserung seines bestehenden Produkts, während Sennheiser über die Kooperation im Fahrzeugmarkt Fuß fassen möchte. Denn während Bose, Bang & Olufsen oder Harman Kardon schon in zahlreichen Fahrzeugen zu finden sind, ist Sennheiser im Autobereich bislang kaum präsent.

    Akustikexperten sehen die lautsprecherlose Technik allerdings skeptisch. Einem Soundspezialisten zufolge würden die ersten Patente bereits auf die 1920er-Jahre zurückgehen. Doch bislang habe sich die Technik besonders im Hifi-Bereich nicht durchsetzen können, da sie klanglich nicht an herkömmliche Lautsprecher herankäme. Außerdem bestehe das Risiko, dass das schwingende Material den Klang verzerren könnte.

    „Bei diesem Lautsprecherprinzip ist der Klang vom schwingenden Material und der Geometrie abhängig“, erklärt ein Soundanlagenexperte. „Ähnlich wie bei einem Streichinstrument, zum Beispiel einer Violine, ergibt sich die typische Klangfarbe durch das verwendete Material und die Größe.“ Schwingt also zum Beispiel ein Metallbauteil, könnte der ausgegebene Ton metallisch klingen.

    Ein weiteres Problem sind tiefe Töne, für die bei herkömmlichen Soundanlagen ein großer Subwoofer zuständig ist. Es sei technisch überaus anspruchsvoll, hohe Pegel bei tiefen Frequenzen mit dieser Technik zu erreichen, so der Experte. Continental versichert, dass ihr Soundsystem einen deutlich größeren Frequenzbereich als herkömmliche Lautsprecher abdecke und auf diese Weise ein vollwertiges Mittelklasse-Soundsystem abbilden könne.

    Allerdings gibt der Zulieferer auch zu, dass sich sein System mit herkömmlichen Subwoofern ergänzen lasse – vermutlich, um auch im Premium-Soundbereich ein wettbewerbsfähiges Produkt anbieten zu können.

    Mehr: Bei der CES Unveiled werden vielversprechende Innovationen präsentiert und ausgezeichnet. Das sind die spannendsten Produkte in diesem Jahr.

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    2 Kommentare zu "Neuheit der CES: Kinosound im Auto ohne Lautsprecher – Conti kooperiert mit Sennheiser"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Alle Soundanlagen im Auto haben das Problem, dass sie gegen das Fahrgeräusch ankämpfen müssen - und dies ist geschwindigkeitsabhängig. Solange es im Auto nicht leise ist wie in einem Konzertsaal, macht auch meiner Meinung nach eine High-End Soundanlage keinen Sinn. Vielleicht wäre es besser, den Hirnschmalz in ein Gegenschall Konzept zu stecken, um überhaupt erst die Bedingungen zu schaffen, ob man während der Fahrt erhören kann, ob ein Bass metallisch klingt.
      Ach ja, so ein System würde auch die Menge an notwendigem Dämmstoff reduzieren, was eine Gewichts- und Kostenreduktion mit sich bringen würde.

    • Wieso Lautsprecherlos?
      "Ein bewegliches Bauteil" ist die Membran, die die Luft in SChwingung versetzt. Ich nenne bis zum Beweis des Gegenteils einen Lautsprecher.
      Sennheiser spricht bei der Sondbar, die man kaufen kann, von einem System ohne Subwoofer, also ohne den schweren Basslautsprecher.
      Alles andere ist so SciFi wie "quellenlose Beleuchtung". Und wird es bleiben.
      Wellen brauchen einen Sender und einen Empfänger. Alles andere sind alterneative Fakten und keiner Diskussion wert.

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