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Nigeria Siemens schafft den Sprung von der schwarzen Liste

Siemens ist in Nigeria ein Durchbruch gelungen. Der deutsche Konzern schlägt die starke Konkurrenz und verbucht nach zwei Jahren seinen ersten Großauftrag nach dem Korruptionsskandal in dem afrikanischen Land.
  • Hakeem Jimo
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Der private Großauftrag in Nigeria ist für Siemens der erste im Energiebereich außerhalb des Öl- und Gassektors. Quelle: ap

Der private Großauftrag in Nigeria ist für Siemens der erste im Energiebereich außerhalb des Öl- und Gassektors.

(Foto: ap)

LAGOS. Vergangene Woche unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag zur Lieferung von drei Gasturbinen und Ingenieurleistung im Gesamtwert von rund 95 Mio. Dollar. Nachdem Siemens vor zwei Jahren in Nigeria wegen Korruption auf die schwarze Liste kam, stellt dieser Vertragsabschluss den ersten Großauftrag dar.

Die drei SGT 800 Gasturbinen, die in Schweden gefertigt werden, liefern gut 100 Megawatt Strom für die Ibese Zementfabrik im Bundesstaat Ogun, dem Nachbarn der Wirtschaftsmetropole Lagos. Betreiber der Zementfabrik ist die Dangote Group, hinter der der Unternehmer Aliko Dangote steht. Dangote hat ein Milliardenvermögen mit Handel und Produktion von Zucker, Zement und Grundnahrungsmitteln wie Nudeln in Nigeria und anderen Ländern des Kontinents verdient. Dangote Group ist ein Riesenkonzern außerhalb der sonst dominierenden Wirtschaftsmeldungen aus dem Erdölland Nigeria. "Forbes" listet den Eigner unter den Top 300 vermögendsten Menschen.

"Wir haben keinen Zweifel an den Qualitäten von Siemens, weshalb wir auch eine zuvor mit den Chinesen geschlossene, weit aus günstigere Vereinbarung wieder rückgängig machten", sagte Aliko Dangote auf einer Pressekonferenz bei der neben dem Nigeria-Chef von Siemens, Waclaw Lukowicz, der gleichzeitig das Siemens Energiegeschäft in Afrika verantwortet, auch der deutsche Generalkonsul, Walter von den Driesch, anwesend waren. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass sprichwörtliches "Flagge zeigen" der Bundesregierung zur Unterstützung deutscher Wirtschaftsaktivitäten nicht nur von Geschäftspartnern wie Dangote sehr geschätzt werden.

Für Siemens in Nigeria bedeutet der Vertragsabschluss mit Dangote ein Novum, da dies der erste Großauftrag im Energiebereich von der Privatwirtschaft außerhalb des Öl- und Gassektors in der 35-jährigen Firmengeschichte des Landes darstellt. Zudem hat sich die Dangote Group nach einer ersten Zementfabrik in Obajana nun nicht mehr für Turbinen des Konkurrenten General Electric entschieden, sondern für Siemens. "Wir sind froh mit der Dangote Group zusammen zu arbeiten, in Afrika, dem kommenden Markt, und Nigeria als Wachstumslokomotive", sagte Lukowicz. "Dangote ist nicht nur ein Faktor in Afrika, sondern auf dem Weg, auch global eine Schlüsselrolle zu spielen".

In einer wachsenden Volkswirtschaft wie Nigeria werde es immer wichtiger, sich auf private Kunden zu konzentrieren, die zunehmend an Bedeutung gewinnen, sagt der Manager mit polnischer Abstammung.

Der Anfang 30-Jährige übernahm die Geschäftsführung bei Siemens Nigeria Ltd. auf der Spitze des Korruptionsskandals. Innerhalb der folgenden zwei Jahre schaffte er einen Turn-around und den Neuanfang in einem der Schlüsselländer Afrikas für den Siemens-Konzern.

Lukowicz ist einer der jüngsten CEOs im Siemens-Konzern und setzte die neue Konzernpolitik zur Korruptionsvermeidung rigoros in Nigeria um. Entgegen den Vorhersagen vieler Zweifler konnte er trotzdem wirtschaftlichen Erfolg feiern. In einem schwierigen Markt wie Nigeria nennt er als Strategie, mit guten Produkten, lokaler Präsenz, engen persönliche Kontakte und uneingeschränkter Erreichbarkeit für die wichtigsten Kunden zu punkten. Nach dem jüngsten Auftrag wird Lukowicz Nigeria Ende März verlassen - mit noch unbekannten Karriereschritt.

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