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Norddeutsche Affinerie Kovats steigt bei Europas größter Kupferhütte ein

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Der Einstieg des österreichischen Investors Mirko Kovats bei der Norddeutschen Affinerie hat Übernahmespekulationen ausgelöst. Foto: dpa

Der Einstieg des österreichischen Investors Mirko Kovats bei der Norddeutschen Affinerie hat Übernahmespekulationen ausgelöst. Foto: dpa

Die NA produziert mit 3200 Mitarbeitern 800 000 Tonnen Kupfer und Kupferprodukte. Das Unternehmen außerdem ist der weltgrößte Kupferrecycler. Die NA erzielte im Geschäftsjahr 2005/2006 (per Ende September) ein Umsatzplus von 90 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro. Ursache war der hohe Kupferpreis, der sich 2006 fast verdoppelte. Das operative Ergebnis (Ebitda) stagnierte bei 163 Mill. Euro. Doch im ersten Halbjahr 2006/07 sprudelten die NA-Gewinne, weil jetzt Einsparmaßnahmen greifen. Das Ebitda lag mit 112 Mill. Euro um 47 Prozent über Vorjahr. Analysten prognostizieren für das Gesamtjahr ein Ebitda von 210 Mill. Euro.

Gerald Walek, Analyst der österreichischen Ersten Bank, bescheinigt Kovats, „schnell, unkompliziert und opportunistisch“ vorzugehen. Dennoch rechnet der Experte nicht damit, dass Kovats weiterer NA-Anteile über die Börse kauft. Der Marktwert der NA beträgt jetzt 1,2 Mrd. Euro. „Ohne eine Kapitalmaßnahme sehe ich nicht, wie A-Tec das finanzieren könnte“, meint Walek. A-Tec hatte sich erst im Mai mit der Ausgabe einer Wandelanleihe um weitere 150 Mill. Euro verschuldet. Beobachter gehen aber davon aus, das Kovats als größter Aktionär den Aufsichtsratsvorsitz bei der NA anstrebt. Die Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat werden auf der Hauptversammlung im März 2008 neu gewählt.

Grenzgänger am Kapitalmarkt

Umgesattelt: Mirko Kovats, 58 alt und Sohn ungarischer Einwanderer, war ein bekannter Diskotheken-Besitzer und leidlich erfolgreicher Sanierer, bevor er 1997 seine Firmengruppe A-Tec gründete. Sein erstes Engagement war das beim insolventen Salzburger Maschinenbauer Emco. Dann kaufte er den steirischen Motorenhersteller ATB Antriebstechnik, kurz darauf eine in Konkurs geschlitterte Babcock-Tochter. Insolvenzen reizen ihn besonders „allerdings niemals die eigene“, sagt er. Auch in der Schweiz sorgte er für Schlagzeilen, als er beim Technologiekonzern Unaxis (heute Oerlikon) einstieg, seine Anteile aber heimlich an seinen damaligen Geschäftspartner weiterreichte.

Angeeckt: Die Unaxis-Übernahme verübeln die Eidgenossen ihm noch heute, weil lange nicht klar war, wie viele Anteile bereits in österreichischer Hand lagen. „Es gibt einen Kapitalmarkt. Und in dessen Regeln bewege ich mich", entgegnet Kovats Kritikern.

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