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Nordic Yards Symbolische Schweißnaht

Nordic Yards baut das erste Frachtschiff seit Krisenbeginn, und Witalij Jussufow, der Chef des Schiffbauers, rechnet mit weiteren Aufträgen. Allerdings sind wichtige Finanzierungsfragen für das Unternehmen mit der turbulenten Geschichte noch nicht geklärt.
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Nordic Yards-Chef Witalij Jussufow hofft nach dem ersten Frachter seit Krisenbeginn auf weitere Aufträge. Quelle: dpa

Nordic Yards-Chef Witalij Jussufow hofft nach dem ersten Frachter seit Krisenbeginn auf weitere Aufträge.

(Foto: dpa)

WISMAR. Für Witalij Jussufow ist das erste Zucken des Schweißkopfes ein besonderer Moment. Lächelnd, die Arme vor dem Bauch verschränkt, steht er vor der automatischen Schweißstraße. Vor ihm liegt eine 20 Quadratmeter große Stahlplatte, verbaut im Rumpf eines Tankers soll sie schon bald durch das arktische Meer pflügen. Präzise schneidet der Roboterarm ein Stück aus der Platte heraus; es ist zwar nur handteller-groß, hat aber Symbolkraft.

Erstmals seit Ausbruch der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 wird in Deutschland mit dem Bau eines Frachtschiffes begonnen – und das ausgerechnet bei Nordic Yards, der Werft von Witalij Jussufow.

Der Schiffsbauer gehört in der eh schon unruhigen Werftenszene zu den Vertretern mit der turbulentesten Geschichte. Seit der Wende gingen etliche Eigentümer ein und aus, die Arbeiter kamen mit dem Wechsel des Firmenschildes kaum nach.

Banken wollen kein Geld leihen

Nun versucht Jussufow sein Glück. Nachdem der Russe im vergangenen August aus der Insolvenzmasse der früheren Wadan-Gruppe die Standorte in Wismar und Rostock erworben hatte, begegnen ihm viele an der Küste mit Misstrauen. Gewerkschaftler bemängeln, dass der Russe von den einst 2 500 Beschäftigten nur 700 übernommen hat. In der Politik sind sie wegen seiner Herkunft skeptisch und die Banken wollen seiner Nordic Yards kein Geld leihen, weil das Unternehmen im darbenden Schiffbau tätig ist.

Der 30-Jährige muss an allen Fronten um Vertrauen werben, einige in der Schweriner Landesregierung und der Gewerkschaftler konnte er auf seine Seite ziehen. Auch weil er neue Jobs für das strukturschwache Bundesland verspricht. „Je nach Auftragslage werden wir weitere Mitarbeiter einstellen“, sagt Jussufow.

Schon kann Jussufow Erfolge vorweisen

Geholfen hat ihm auch, dass er anders als sein Vorgänger, der ebenfalls aus Russland stammende Andrej Burlakow, erste Erfolge vorweisen kann. Der russische Rohstoffkonzern Norilsk Nickel bestellte eben jenen eisbrechenden Tanker, gestern folgte ein Auftrag von Siemens. Für den Elektronik-Konzern soll Nordic Yards eine Offshore-Plattform für einen Windpark bauen.

Den Durchbruch sieht der Werften-Eigner damit geschafft. „Es werden weitere Aufträge folgen“, sagte er dem Handelsblatt. Neben Spezialschiffen wie den Eisbrecher für Norilsk Nickel sieht er im Offshore-Geschäft große Möglichkeiten. „Wir rechnen damit, dass wir weitere Aufträge nach dem Vorbild von Siemens erhalten werden.“

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