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Nutzfahrzeuge Daimler-Betriebsratschef will Sperrminorität nach Konzernaufspaltung

Wie hoch die Minderheitsbeteiligung sein wird ist unklar. Zeitgleich plant Daimler-Trucks-Chef Daum die Kostenstruktur der Nutzfahrzeugsparte zu erneuern.
06.02.2021 - 15:53 Uhr Kommentieren
Die Daimler  AG verschwindet, es bleiben zwei eigenständige, dafür jeweils börsennotierte Unternehmen - Mercedes-Benz für die Autos und Vans und Daimler  Truck für Lastwagen und Busse. Quelle: Bloomberg
Trucks

Die Daimler AG verschwindet, es bleiben zwei eigenständige, dafür jeweils börsennotierte Unternehmen - Mercedes-Benz für die Autos und Vans und Daimler Truck für Lastwagen und Busse.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Daimler-Konzernbetriebsratschef Michael Brecht fordert, dass der Stuttgarter Autobauer nach der Konzernaufspaltung eine Sperrminorität an seiner abgetrennten Nutzfahrzeugsparte behält. „Meine Position für die kommenden Gespräche ist daher, dass wir uns auf jeden Fall eine Sperrminorität wünschen“, sagte Brecht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Daimlerchef Ola Källenius erklärte in dem Doppelinterview des Blatts, der Autobauer werde durch eine geplante Minderheitsbeteiligung „eine schützende Hand über Daimler Trucks halten“. „Falls draußen im Markt etwas passiert, was nicht im Sinne von Daimler Trucks wäre, dann sind wir da“, sagte Källenius.

Er wollte sich aber nicht festlegen, wie hoch die Minderheitsbeteiligung sein wird und ob der Autobauer eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent an dem neuen Daimler-Nutzfahrzeugunternehmen halten werde.

Mit einem solchen Anteil können Großaktionäre wichtige Entscheidungen wie etwa Satzungsänderungen blockieren. Laut Källenius werde Daimler „eine signifikante Mehrheit“ der Truck-Sparte an die Börse bringen.

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    Neue Kostenstruktur

    Die Nutzfahrzeugsparte will nach Aussage von Daimler-Trucks-Chef Martin Daum ihre Kostenstruktur auf Vordermann bringen. „Was die Kostenstruktur angeht, hat Europa Nachholbedarf. Daran arbeiten wir schon seit einiger Zeit“, sagte Daum der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe).

    „Wir brauchen ordentliche Einnahmen, um die Transformation zu bewältigen und auch um durch Krisen wie Corona zu kommen. Aber auch eine enge Abstimmung mit unseren 100.000 Mitarbeitern weltweit.“ Daum verspricht sich von der Trennung von der Konzernmutter Daimler und der eigenen Börsennotierung mehr Flexibilität für Daimler Trucks.

    „Wir können beide schneller sein, können uns besser auf unsere Themen und Teams konzentrieren. Wir müssen nicht alle Strategien aufeinander abstimmen“, sagte Daum. „Mein Ziel ist es eine Firma zu bilden, die aus eigener Kraft alle Anforderungen der Zukunft stemmen kann und die zugleich an die Aktionäre noch eine attraktive Dividende ausschüttet“, sagte der Manager.

    Mitbewerber wie Volvo bei der Marge zu überholen, sei dabei nicht das primäre Anliegen. Allerdings machte er klar, was den absoluten Gewinn und Cash Flow angeht, brauche sich Daimler Trucks vor niemanden zu verstecken.

    Durch die Herauslösung der Lkw- und Bussparte aus dem Konzern sieht Daum für die künftig unter Mercedes-Benz firmierende Autosparte keine größere Gefahr einer Übernahme. „Wenn es eine hypothetische Gefahr gäbe, dann ist die jetzt erst einmal deutlich geringer geworden“, sagte Daum.

    „Wer bisher Daimler übernommen hätte, der hätte mit dem Verkauf der Lastwagen-Sparte die Hälfte seines Kaufpreises refinanzieren können. Dieses attraktive Bonbon ist jetzt weg.“ Daimler hatte am Mittwoch das „Projekt Fokus“ vorgestellt, mit dem Källenius den Konzern aufspalten will.

    Die Daimler AG verschwindet, es bleiben zwei eigenständige, dafür jeweils börsennotierte Unternehmen - Mercedes-Benz für die Autos und Vans und Daimler Truck für Lastwagen und Busse. Dafür bringt Daimler die Truck-Sparte wohl noch in diesem Jahr an die Börse. Källenius sagte in der „FAS“: „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass wir zwei Dax-Konzerne in Stuttgart bekommen.“

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    • rtr
    • dpa
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