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Nutzfahrzeuge Knorr-Bremse sieht Erholung des Lkw-Marktes

Das Geschäft in Europa und den USA kommt wieder in Gang. Für die Zukunft setzt der Zulieferkonzern setzt auf automatisiertes Fahren.
20.10.2020 - 18:52 Uhr Kommentieren
Der Corona-Einbruch erwischt die Auto-Zulieferer mitten im Transformationsprozess. Quelle: Knorr Bremse Presse
Knorr-Bremse am Lkw

Der Corona-Einbruch erwischt die Auto-Zulieferer mitten im Transformationsprozess.

(Foto: Knorr Bremse Presse)

München Die Lkw-Industrie schöpft wieder Zuversicht. „Wir sehen seit dem Ende der Sommerferien eine deutliche Erholung der Lkw-Produktion in Europa und den USA“, sagt Peter Laier, Chef des Geschäftsbereichs Lkw des Zulieferers Knorr-Bremse, dem Handelsblatt. In Fernost habe sich der Markt sogar schon früher gedreht. „China lief im zweiten Quartal sehr gut, im dritten Quartal setzt sich die Entwicklung auf einem niedrigeren, aber guten Niveau fort.“

Knorr, Weltmarktführer für Lkw- und Zugbremsen, hat wie die gesamte Industrie im ersten Halbjahr schwere Einbrüche verkraften müssen. Im vergangenen Jahr hat der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge bei einem Umsatz von 3,6 Milliarden Euro noch eine operative Rendite von 15,4 Prozent erzielt.

Mit der Coronakrise hat sich das Blatt gewendet. Der Auftragseingang lag in den ersten sechs Monaten des Jahres 36 Prozent im Minus. Doch nun ziehen die Märkte wieder an. „Wie nachhaltig die Entwicklung ist, lässt sich noch nicht sagen“, sagt Laier. Detaillierte Zahlen legt der MDax-Konzern am 19. November vor.

Der Corona-Einbruch erwischt die Industrie mitten im Transformationsprozess. Die Klimavorgaben der EU machen mittelfristig den Einsatz von Elektroantrieben in Städten und Brennstoffzellen auf Langstrecken notwendig. Die hohen Investitionen für den Antriebswechsel dürften die Industrie in den kommenden Jahren enorm fordern.

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    Hinzu kommt der Trend zum automatisierten Fahren. „In den USA und China wird das automatisierte Fahren früher kommen, ab circa Mitte der 2020er-Jahre mit ersten Anwendungen“, sagt Laier. „Man wird sicher nicht gleich von New York nach Los Angeles fahren, aber definierte Routen etwa zwischen Logistikzentren schon.“

    Die deutsche Lkw-Industrie bereitet sich auf den Wandel vor. Daimler ist mit seinen Töchtern Freightliner, Western Star und Fuso Weltmarktführer. Die MAN-Mutter Traton will mit der beschlossenen Übernahme von Navistar in den USA aufschließen.

    Auch die Zulieferer sortieren sich neu. Bosch, Weltmarktführer für Lenksysteme, bekommt von den deutschen Rivalen Konkurrenz. ZF hat mit TRW Zugriff auf das Geschäft mit Lenkungen und mit der Übernahme von Wabco den Sprung in das Bremsengeschäft gewagt. Aus bislang klar definierten Revieren ist ein offenes Feld geworden. Denn nur wer Bremse und Lenkung zusammen beherrscht, kann zum Systemanbieter für automatisiertes Fahren aufsteigen.

    Fahrermangel treibt Innovationen an

    Knorr richtet sich darauf ein. „Wir haben uns seit 2016 mit Akquisitionen gezielt Kompetenz in der Lenkung aufgebaut“, sagt Laier. Ende 2018 kauften die Münchener das Lenkgeschäft von Hitachi, im Juni 2020 schloss Knorr die Übernahme des US-Lenkanbieters Shepard ab. „Wir beherrschen jetzt das Gesamtsystem, das Zusammenspiel von Bremse, Lenkung und Umfeldsensorik“, sagt Laier. Mit Blick auf die Größe des Marktes und die technologischen Herausforderungen bleibt man jedoch im Gespräch mit anderen Zulieferern und Lkw-Herstellern. „Wir sind offen für Partnerschaften“, betont Laier.

    Der Markt entwickelt sich. „Automatisiertes Fahren ist in vielen Fällen sofort ein Business-‧Case für den Betreiber. Der sich abzeichnende Fahrermangel ist ein weiterer Treiber für das automatisierte Fahren“, sagt Knorr-Manager Laier. Aktuell fehlen zwischen 45.000 und 60.000 Fahrer, wie Branchenverbände schätzen. In Nordamerika und China werden Trucker ebenfalls knapp.

    Auch wenn es nicht sofort gelingt, Lastwagen gleich voll autonom auf die Straße zu schicken, so werden Systeme wie Spurhalteassistenten oder Rangierhilfen immer wichtiger, um die Fahrer zu entlasten und den Lastwagenverkehr sicherer zu machen.

    Knorr-Bremse ist seit 2018 börsennotiert, die Mehrheit hält immer noch die Familie um Heinz Hermann Thiele. Der Vorstand besteht neben Peter Laier noch aus Jürgen Wilder, der für das Geschäft mit Schienensystemen zuständig ist. Mit Frank Markus Weber hat das Unternehmen seit dem Sommer zudem einen neuen Finanzvorstand.

    Gebraucht wird noch ein neuer Vorstandschef. Der einstige Linde-Manager Bernd Eulitz hat das Unternehmen nach nur wenigen Monaten wieder verlassen. Seitdem sucht Aufsichtsratschef Klaus Mangold einen neuen CEO. Das Auswahlverfahren soll bereits weit fortgeschritten sein, heißt es aus Unternehmenskreisen.

    Mehr: Der neue Nikola-Chef verteidigt das Start-up gegen die Betrugsvorwürfe

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