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Nutzfahrzeuge Mit dem neuen Caddy will VW vom Paket-Boom profitieren

Der Autobauer setzt auf das lukrative Segment der Nutzfahrzeuge. Die Verkaufszahlen dürften weiter steigen. Für VW bleibt aber der Diesel der wichtigste Antrieb.
21.02.2020 - 10:44 Uhr Kommentieren
„Alles ist neu“, versprach Nutzfahrzeug-Chef Thomas Sedran bei der Vorstellung. Quelle: dpa
VW Caddy 5

„Alles ist neu“, versprach Nutzfahrzeug-Chef Thomas Sedran bei der Vorstellung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Verkaufszahlen für Pkw wachsen kaum noch in Deutschland und Europa. Ganz anders sieht das bei leichten Nutzfahrzeugen aus, vor allem bei Transportern und Stadtlieferwagen. Der Online-Boom sorgt dafür, dass die Paketdienste auch künftig in großer Zahl Lieferwagen bestellen werden.

„Eines ist ganz sicher“, sagt Thomas Sedran, Vorstandschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, „der Frachtverkehr wird weiter wachsen.“ 2018 seien 3,5 Milliarden Pakete in Deutschland ausgeliefert worden. Im Jahr 2023 müsse hingegen mit 4,4 Milliarden Paketen gerechnet werden.

Volkswagen will sich diesen Trend zunutze machen – und in wachsender Zahl selbst vermehrt leichte Nutzfahrzeuge verkaufen. Dazu gehört ein breites Angebot von neuen Modellen, von kleinen bis größeren Varianten. In Düsseldorf präsentierte die Nutzfahrzeug-Tochter von VW am Donnerstagabend die fünfte Generation des neuen Caddy. Der Stadtlieferwagen ist das kleinste Modell aus der Nutzfahrzeuge-Produktreihe von Volkswagen.

„Alles ist neu“, versprach Nutzfahrzeug-Chef Sedran bei der Vorstellung des neuen Autos. Der Wagen sei von Grund auf neu entwickelt worden. Das Unternehmen habe jede einzelne Schraube angefasst. Eine Erneuerung des Stadtlieferwagens war auch geboten: Länger als ein Jahrzehnt hat Volkswagen das Vorgängermodell Caddy 4 produziert.

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    Bei einem Jahresumsatz von knapp zwölf Milliarden Euro (2018) produziert VW Nutzfahrzeuge jährlich etwa 500.000 Transporter und Lieferwagen. Vom Caddy fertigt die Volkswagen-Tochter jedes Jahr etwa 150.000 Exemplare. Produktionsort ist das eigene Werk in Posen, wo der Wolfsburger Konzern noch von den günstigeren polnischen Löhnen profitiert.

    In Polen wie in vielen anderen mittel- und osteuropäischen Ländern herrscht allerdings Arbeitskräftemangel, was derzeit zu stärker steigenden Gehältern führt. Volkswagen reagiert darauf in Posen erstmals mit der Streichung von Arbeitsplätzen.

    Der neue Caddy lässt sich kostengünstiger als sein Vorgängermodell produzieren. VW will deshalb in Polen einige Hundert Arbeitsplätze einsparen. Das Werk in Posen hat derzeit gut 6000 Beschäftigte.

    Weitere Antriebe sind geplant

    Der Caddy basiert zu großen Teilen auf dem neuen Golf der achten Generation, den der Wolfsburger Konzern bereits im Herbst vergangenen Jahres vorgestellt hatte. Der Stadtlieferwagen kann dadurch auch eine größere Zahl neuer digitaler Dienste anbieten. Käufer müssen sich allerdings noch etwas gedulden: Der neue Caddy soll erst in der zweiten Jahreshälfte bei den Händlern ankommen.

    Trotz aller Diskussionen um die Umweltbelastungen ist der Diesel die wichtigste Antriebsart beim Caddy. Nutzfahrzeuge werden von Unternehmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eingesetzt. Mit seinem geringen Verbrauch erfüllt ein Dieselmotor diese Anforderungen am ehesten.

    Zum Verkaufsstart bietet Volkswagen beim Caddy gleich drei verschiedene Antriebsvarianten für den Diesel an. „Mit einem zwölf Prozent niedrigeren Verbrauch und mit der Abgasreinigung vom Golf“, versprach Nutzfahrzeug-Chef Sedran.

    Vom Caddy fertigt die Volkswagen-Tochter jedes Jahr etwa 150.000 Exemplare. Quelle: dpa
    VW-Manager Albert Kirzinger (l.), Thomas Sedran (M.) und Heinz Löw bei der Caddy-Premiere

    Vom Caddy fertigt die Volkswagen-Tochter jedes Jahr etwa 150.000 Exemplare.

    (Foto: dpa)

    Später sollen noch andere Antriebsarten dazukommen. Geplant sind ein Fahrzeug mit Erdgasmotor und ein Plug-in-Hybrid mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektromotor. Eine rein stromgetriebene Variante wird es für den neuen Caddy nicht geben. „Das lohnt sich nicht mehr“, heißt es bei Volkswagen. In ungefähr zwei Jahren kommt der rein batteriegetriebene ID.Buzz auf den Markt, der als Nutzfahrzeug-Variante auch das Caddy-Segment mit abdecken soll.

    Vom neuen Caddy soll es zudem auch wieder eine Pkw-Variante geben. Dieses Modell wird dann vor allem als Freizeitfahrzeug verkauft, mit dem sich Fahrräder oder Surfbretter transportieren lassen. Ein geländegängiges Derivat mit Allradantrieb ist ebenfalls geplant. Als Nutzfahrzeug-Variante ist der Caddy vor allem auch bei Handwerkern beliebt.

    Volkswagen und der US-Autokonzern Ford hatten vor einem Jahr eine umfassende Nutzfahrzeug-Kooperation verkündet. In Europa wollen beide Hersteller leichte Transporter und Stadtlieferwagen gemeinsam produzieren. Das soll beiden Seiten neue Kostenvorteile durch höhere Stückzahlen verschaffen.

    Noch keine Produktion unter der Marke Ford

    Ford soll künftig einen gemeinsamen Transporter in seinem Werk in der Türkei fertigen, ein gemeinsamer Pick-up wird voraussichtlich ebenfalls von Ford in Südafrika produziert. Volkswagen soll die Führungsrolle bei den Stadtlieferwagen übernehmen, also beim Caddy. Das VW-Werk in Posen würde dann zugleich Volkswagen- und Ford-Varianten produzieren.

    Beim neuen Caddy der fünften Generation ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Das Auto gibt es zunächst ausschließlich unter der Marke Volkswagen. „Bis Ford dazu kommt, dürften wahrscheinlich noch zwei Jahre vergehen“, verlautete aus Unternehmenskreisen. Der US-Konzern würde für seine eigenen Stadtlieferwagen dann die Entwicklungsvorleistungen von Volkswagen übernehmen.

    Für Branchenexperten ist eine Nutzfahrzeug-Kooperation wie zwischen Volkswagen und Ford unabdingbar. Auslöser sind die extrem hohen Entwicklungskosten für Elektrifizierung und Digitalisierung, die gewaltige Milliardenbeträge verschlingen. „Nur wenige Automobilhersteller können die notwendigen Investitionen in neue Technologien und Geschäftsfelder noch alleine stemmen“, sagt Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach.

    Eine größere Entlastung auf der Kostenseite wird es erst dann geben, wenn die Autohersteller die jetzt anstehenden grundlegenden Investitionen hinter sich gebracht haben. Einfacher wird es auch, wenn Verbrenner und Elektroautos nicht mehr zugleich entwickelt werden.

    Deshalb ist es auch sehr gut möglich, dass in Düsseldorf der letzte Caddy mit Verbrennungsmotor vorgestellt wurde. In gut zehn Jahren, wenn der nächste Modellwechsel ansteht, rentieren sich für einen Hersteller wie Volkswagen vielleicht nur noch Elektrovarianten.

    Mehr: VW-Finanzchef Frank Witter hört Mitte 2021 auf.

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