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Ölförderung Huthi-Rebellen greifen zwei Standorte von Saudi Aramco an – Ölproduktion halbiert

Nach Drohnenangriffen auf Anlagen von Aramco musste die Ölproduktion vorerst zurückgefahren werden. Für den globalen Ölmarkt könnte das schwere Folgen haben.
Update: 14.09.2019 - 17:17 Uhr Kommentieren
Neben dem Feuer an dem Standort Abkaik sei auch in einer Anlage in Khurais Feuer ausgebrochen. Quelle: VIDEOS OBTAINED BY REUTERS
Brennende Anlage in Abkaik

Neben dem Feuer an dem Standort Abkaik sei auch in einer Anlage in Khurais Feuer ausgebrochen.

(Foto: VIDEOS OBTAINED BY REUTERS)

Riad, Dubai In Saudi-Arabien sind zwei Einrichtungen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco mit Drohnen angegriffen worden. Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ meldet, musste daher die Ölproduktion um die Hälfte reduziert werden. Das entspricht bis zu fünf Millionen Barrel pro Tag. Durch die Angriffe in der Nacht seien Feuer ausgebrochen, die inzwischen aber unter Kontrolle seien, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag mit. Laut Insidern hat Aramco zum Krisentreffen gerufen.

Die jemenitischen Huthi-Rebellen reklamierten die Angriffe am Samstag für sich. Jahia Sarie, ein militärischer Sprecher der Huthis, sagte in einer vom Rebellen-Sender „Masirah“ übertragenen Stellungnahme, die Huthis hätten für den Angriff auf die Anlage Abkaik und das Churais-Ölfeld zehn Drohnen eingesetzt.

Der Angriff sei eine „legitime Antwort“ auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen, sagte Sarie. „Wir versprechen dem saudischen Regime, dass unsere nächste Operation größer und schmerzhafter sein wird“, sagte Saria am Samstag. Es handele sich um den bislang größten Einsatz in Saudi-Arabien. Es handelt sich nicht um die erste Attacke auf eine saudische Ölförderung. Bereits im Mai wurden zwei Anlagen von Saudi Aramco von Drohnen angegriffen – ebenfalls von den Huthi-Rebellen.

Ein Ausfall in Abkaik könnte Folgen für die globalen Energiemärkte haben. Bis zu sieben Millionen Barrel Rohöl können dort täglich verarbeitet werden. „Abkaik ist das Herzstück des Systems und sie hatten gerade einen Herzinfarkt“, sagte Roger Diwan, ein erfahrener OPEC-Beobachter beim Berater IHS Markit, „Bloomberg“. „Wir wissen nur nicht, wie schwer es ist.“

Sollte die Anlage länger ausfallen, könnte eine Schockwelle über den Ölmarkt gehen und der Ölpreis sprunghaft ansteigen. Abkaik steht immerhin für fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion. Zum Vergleich: Die in der Opec+-Allianz zusammengeschlossenen 24 Ölförderstaaten haben sich im März darauf geeinigt, dem Ölmarkt 1,2 Millionen Barrel täglich durch Produktionskürzungen zu entziehen. Das Ziel der Opec+-Allianz ist es, so den Ölpreis langfristig nach oben zu heben.

Ein Ausfall der Aramco-Anlagen könnte dem Ölmarkt also auf einen Schlag mehr als das Vierfache jener Menge entziehen, auf die sich die Opec+-Länder in zähen Verhandlungen geeinigt haben. Kurzfristig lässt sich eine solche Menge auf dem Weltmarkt kaum ersetzen.

Angriff könnte Spannungen am Persischen Golf verschärfen

Der Opec-Forschungsabteilung zufolge steigt die durchschnittliche Ölproduktion der USA 2019 um rund 1,5 Millionen Barrel täglich. Auch andere Länder außerhalb der Opec dürften den Schätzungen zufolge rund 500.000 Barrel mehr produzieren als noch 2018. Doch diese zwei Millionen Barrel sind nicht auf einen Schlag verfügbar. Und auch viele Opec-Länder können nicht ohne Weiteres ihre Produktion hochfahren. Die größten Reservekapazitäten hat mit Saudi-Arabien ausgerechnet jenes Land, das im Zentrum des Gold-Konfliktes steht.

Erst vor wenigen Tagen hatte der CEO von Saudi Aramco, Amin Nasser, bestätigt, dass der Ölriese seinen baldigen Gang an die heimische Börse plant. „Saudi Aramco ist bereit für den Börsengang und es wird nicht mehr lange dauern“, sagte er auf der Weltenergiekonferenz in Abu Dhabi.

Saudi Aramco will an der Börse in Riad bis Jahresende ein Prozent seiner Anteile platzieren, ein weiteres Prozent soll 2020 folgen. Insgesamt sollen fünf Prozent der Anteile an die internationale Börse gebracht werden – für bis zu 100 Milliarden Dollar. Damit wäre es der größte Börsengang aller Zeiten.

Der Angriff könnte die Spannungen am Persischen Golf verschärfen. Der Iran unterstützt die Huthis. Drohnen der Huthis waren in der Vergangenheit identisch mit iranischen Modellen. Die Vereinten Nationen, westliche Länder und arabische Staaten der Golfregion haben Teheran beschuldigt, den Huthis Drohnen geliefert zu haben. Der Iran hat das bestritten.

Aus dem Jemen verlautete, dass dort bei separaten Angriffen der Huthis mindestens 13 Zivilisten getötet worden seien. In der Provinz Hudaida seien in den vergangenen 24 Stunden mindestens elf Menschen durch die Angriffe getötet worden, hieß es. Zudem seien in der Provinz Tais am Freitagabend zwei Kinder durch Mörserangriffe ums Leben gekommen.

Mit Agenturmaterial

Mehr: Bei der Weltenergiekonferenz müsste die Wende von Öl und Gas zu erneuerbaren Energien im Fokus stehen. Aber die Realität ist eine ganz andere.

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