Ölkonzern Shell will trotz Trump-Kritik im Iran investieren

Trotz der Kritik des künftigen US-Präsidenten Donald Trump will der Ölkonzern Shell im Iran investieren. Trump stört vor allem das Atomabkommen. Ein weiterer Konzern verhandelt derweil bereits über andere Projekte.
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Während sich viele ausländische Konzerne mit Geschäften im Iran zurückhalten, will Shell dort investieren. Quelle: dpa
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Während sich viele ausländische Konzerne mit Geschäften im Iran zurückhalten, will Shell dort investieren.

(Foto: dpa)

DubaiDer Ölkonzern Royal Dutch Shell will nach iranischen Angaben trotz der Kritik des designierten US-Präsidenten Donald Trump am Atomabkommen in der Islamischen Republik investieren. Noch am Mittwoch sollten erste Verträge unterzeichnet werden, sagte ein iranischer Regierungsvertreter.

Dabei gehe es um zwei Ölfelder in der Grenzregion zum Irak sowie um ein Gasvorkommen. Auch mit Total solle über weitere Projekte gesprochen werden. Im November hatten die Franzosen als erster westlicher Konzern Investitionen in den Energie-Sektor des rohstoffreichen Landes vereinbart.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

Trump hatte im Wahlkampf das Atomabkommen des Westens mit dem Iran als „einen der schlechtesten Deals, der jemals gemacht wurde“ bezeichnet. Zudem hatte er angekündigt, den Pakt neu mit der Islamischen Republik zu verhandeln.

Teheran lehnt das aber ab. Der Iran ist das drittgrößte Öl-Förderland innerhalb des Opec-Kartells. Nach der Einigung mit den westlichen Ländern im Streit um das iranische Atomprogramm wurden zuletzt zahlreiche internationale Sanktionen aufgehoben. Dennoch halten sich viele ausländische Konzerne mit Geschäften im Iran zurück. Sie haben vor allem Probleme bei der Finanzierung, weil sich die USA hohe Strafen gegen geldgebende Banken vorbehalten.

  • rtr
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