Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ölkonzerne Bohren bis zur Katastrophe

Nach dem Unglück im Golf von Mexiko rückten BP, Shell, Exxon & Co. von heiklen Projekten ab. Doch mehr als zwei Jahre später nehmen sie die Jagd nach dem Schwarzen Gold wieder ungehemmt auf – alle, bis auf einen.
29.10.2012 - 15:35 Uhr 17 Kommentare
Proteste von Umweltaktivisten gegen Ölförderung im Eismeer. Quelle: Reuters

Proteste von Umweltaktivisten gegen Ölförderung im Eismeer.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Mehr als zwei Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko geht das Rennen um die Erschließung großer Vorkommen nahezu ungehemmt weiter. Fast scheint es, als hätten Energiekonzerne und Politiker keine Lehren aus dem verheerenden Unglück der Ölplattform „Deepwater Horizon“ gezogen.

Unmittelbar nach der Katastrophe hatte die US-Regierung einen sechsmonatigen Stopp von Tiefseebohrungen verhängt. Doch das Moratorium ist längst gekippt. Heute forcieren Staaten wie Konzerne die Suche nach Energiequellen. Dabei schrecken die Ölmultis auch vor Erkundungen in ökologisch hoch empfindlichen Gebieten nicht zurück – von der Tiefsee bis hin zur Arktis.

Bei der Explosion auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Ein Ventil, das die Ölquelle in 1500 Metern Wassertiefe abdichten sollte, versagte. Danach flossen 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer, verseuchten den Golf von Mexiko sowie die Küsten rund um das Mississippi-Delta.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Erst im August 2010 konnte die Quelle geschlossen werden. BP gilt als hauptverantwortlich für die weitreichende Umweltverschmutzung. Es war die größte Ölkatastrophe der amerikanischen Geschichte. Die Schäden für die Umwelt sind immens. Die Energiekonzerne fahren dagegen wieder Milliardengewinne ein, sogar BP. Der Konzern legt am Dienstag seine Quartalszahlen vor.

    Konzerne und Staaten treiben die Suche nach neuen Energievorkommen in ökologisch sensiblen Bereichen wie der Tiefsee oder der Arktis wieder unvermindert voran. So darf der britisch-niederländische Energieriese Shell in den kommenden Monaten im amerikanischen Teil der Arktis vor der Nordküste Alaskas mit Ölbohrungen beginnen.

    Mögliche Gefahren werden beiseite gewischt. „Es wird keine Ölpest geben“, sagt etwa US-Umweltminister Ken Salazar. „Ich rechne nicht mit Problemen“, gibt er sich überzeugt. Shell habe nachgewiesen, dass das Unternehmen über die Ausrüstung verfüge, um Ölaustritte ins Meer zu verhindern und im Notfall eine Ölpest einzudämmen.

    Erwartete Gewinne überdecken die Mahnungen
    Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Ölkonzerne - Bohren bis zur Katastrophe
    17 Kommentare zu "Ölkonzerne: Bohren bis zur Katastrophe"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Vermutlich. Das Problem liegt auch hier in der Zerstörung des Prinzips der freien Marktwirtschaft durch falsche politische Weichenstellungen, nämlich Externalisierung der Folgekosten bei Schäden bei gleichzeitiger Internalisierung der Gewinn. Nur wenn Firmen die Kosten ihres schädlichen Tuns selbst tragen müssen, beginnen sie, über Schadensvermeidung ernsthaft nachzudenken.

    • Neben dem Transport hat dies auch fatale Auswirkungen auf den Handel, insbesondere Discounter wie Aldi, Lidl, Netto etc. werden auf Dauer ihr Konzept (billige Ware für die Masse der Geringverdiener) nicht mehr aufrecht erhalten können.

    • Es wird nicht ausgehen, aber es wird nicht mehr dauerhaft zu einem ökonomisch sinnvollen Preis zur Verfügung stehen. Mit ökonomisch sinnvoll meine ich, dass es so teuer wird, dass der weltweite Personen- und Warentransport nicht mehr finanzierbar (bzw. nicht rentabel) sein wird und damit der Effekt der globalisierten Wirtschaft und Ausbeutung auf lange Sicht (im Bereich von einigen Jahrzehnten) zum Erliegen kommt. Hier mag man sich streiten, ob es 15, 30 oder 50 Jahre sind, macht aber für vernünftig denkende Menschen keinen Unterschied.

      Es wird nie ausgehen, aber was bringt es uns, wenn bei einem Ölpreis von 200 Dollar und mehr, zwar neue Abbauquellen rentabel werden, aber Erdöl nur noch als Luxusartikel gehandelt wird?

      Unser weltweites Wirtschaftssystem ist aufgebaut auf günstigem Transport und günstiger Energie. Insbesondere für den Transport von Waren durch Schiffe, Flugzeuge und Lkws ist kein realistischer Ersatz in Aussicht, der Erdöl in Energiedichte, Menge und günstigem Preis ersetzen kann.

      Die Zukunft des Transportes sind Bahn, Segelschiffe, Kutschen - und Elektroautos für die Reichen. Der Rest kann Fahrradfahren oder zu Fuß gehen.

    • Ich glaube kaum, dass du den Artikel richtig gelesen noch meinen Kommentar darauf verstanden hast.

      Im Artikel heißt es, dass man ca. 90 Mrd Barrel nördlich des Polarkreises vermutet. Ebenfalls im Artikel findet man 10 Länder, die pro Tag ca. 31 Mio Barrel importieren. Wenn man diese beiden Zahlen in Relation setzt erhält man 2903 Tage. Was ca. 8 Jahre sind. Ich habe die anderen Ölreserven, die sonst wo lagern mit keinem Wort erwähnt noch in die Rechnung aufgenommen.

      Erdöl wird ausgehen. Es wird vom Planeten nicht in der Menge produziert in der wir es verbrauchen. Das ist kein Nonsens & keine grüne Gehirnwäsche sondern schlicht Marktbeobachtung. Wäre das schwarze Gold im Überfluss vorhanden, wären die Preise stabil, sie steigen aber stetig. Das aus zwei Gründen, 1. die leicht erreichbaren Lagerstätten sind fast ausgebeutet, 2. die schwer zugänglichen werden erst durch hohe Preise interessant, aber auch die sind endlich.

      Das Risiko einer Ölkatastrophe mit einem Flugzeugabsturz zu vergleichen ist mehr als dumm. Ein Absturz ist ein lokal eng begrenztes Ereignis, ein Blowout im Meer nicht. S. dazu die Deepwater-Horizon-Katastrophe mit der Verschmutzung von mehreren 100km Küste in den USA. Wenn so etwas nördlich des Polarkreises passiert wird das Öl noch schlechter von der Natur abgebaut als es schon im Golf von Mexiko der Fall war. Man schaue sich hier zu den Unglücksort der Exxon Valdez genauer an. Man findet noch heute trotz unzähliger Aufräumungsarbeiten Ölklumpen im Wasser & an Land.

      Eine einzelne Ölverschutzung wird die Menschheit wahrlich nicht umbringen, aber die Menge der Verschmutzungen, die da waren & die da noch kommen, sowie den sonstigen Müll den wir auf unserem Planeten so ablassen werden uns umbringen.

      Du bringst in deinem Geschreibsel übrigens kein Argument warum Öl nicht ausgehen kann. Ich denke das interessiert noch Leser. Bitte erleuchte uns mit deinem Wissen.

    • @fjv2: Wir werden vielleicht nicht mehr den Bedarf decken koennen oder technisch nicht mehr dran kommen, aber Erdoel wird nie ausgehen.

    • "Erdoel wird NIE ausgehen"

      Unsinn...

    • @alpinium: Whow, in Deinem Kommentar ist so Vieles falsch, ich weiss gar nicht wo ich da anfangen soll. Erstens die Erdoelmengen reichen noch mindestens 30-50 Jahre. Erdoel wird NIE ausgehen, es wird nur zunehmend schwieriger es zu foerdern. Das Risiko einer Veschmutzung bei der Erdoelfoerderung ist da, wie bei einem Flug das Risiko eines Absturzes, das ist so. Man sollte alle moeglichen Vorkehrungen treffen, damit es nicht dazu kommt, aber man kann es nie ganz ausschliessen. Aber selbst mit einer schrecklichen Erdoelverschmutzung wuerde weder die Menschheit noch die ganze Umwelt vernichtet. Das ist Nonsens und Gruene Gehirnwaesche.

    • Es gibt aber Risiken, die man vermeiden kann bzw. die nicht in die Hand von profitorientierten Konzernen unter der Leitung egomanischer narzißtischer Manager gehören.

      Und beim verzweifelten Kampf, das nun nicht mehr so einfach aus dem Boden sprudelnde Öl aus dem Planeten zu wringen, durch Sprengen, Baggern, Auswaschen und Tiefseebohren, werden Risiken eingegangen (auf Kosten der Allgemeinheit), um private Profite zu sichern und ein System noch ein paar Jahre länger am Laufen zu halten, dass so nicht nachhaltig und haltbar ist.

      Der Rohstoff Öl und seine scheinbar unendliche Verfügbarkeit hat uns zu einer Lebensweise verleitet, die weder dauerhaft noch weltweit realisierbar ist. Wir werden uns auf eine genügsamere, sparsame und weniger globalisierte Lebensweise umstellen müssen oder bis auf den letzten Tropfen kämpfen. Erstere Alternative wäre für alle Beteiligten angenehmer, letztere ist leider wahrscheinlicher.

    • Wenn man die geschätzte Ölmenge in Relation stellt zum täglichen Import der 10 Staaten (im Artikel genannt), dann können die gerade mal 8 Jahre länger Öl verbrauchen. Für diese lumpigen 8 Jahre und Geld riskieren wir ein Intaktes Ökosystem, das für den Fortbestand unserer eigenen Art notwendig ist. Man sollte das Geld für die Erkundung lieber in alternative Energieprojekte investieren.

      Die Indianer wussten schon im 19. Jahrhundert: "Der Mensch braucht die Natur, aber die Natur braucht nicht den Menschen!"

    • Yepp, das Leben ist riskant und endet meistens toedlich! Es gibt keine absolute Sicherheit.

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%