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Ölkonzerne Eni verkauft ein Stück Yukos an Gazprom

Der vom Kreml kontrollierte Monopolist Gazprom hat beim italienischen Energiekonzern Eni für 4,2 Milliarden Dollar 20 Prozent der Anteile an seiner Öl-Tochter Gazpromneft übernommen.
  • Florian Willershausen

MOSKAU. Ursprünglich sollte der Deal auf oberster Ebene absegnet werden. Doch wegen der schweren Erdbebenkatastrophe im heimischen Italien verzichtete Premierminister Silvio Berlusconi auf seine Moskau-Reise. Die Vertreter der jeweils größten Konzerne Italiens und Russlands kamen auch ohne politische Deckung überein: Gestern verkaufte die italienische Eni ihren 20-Prozent-Anteil an der Ölfirma Gazprom Neft an den russischen Staatskonzern Gazprom.

Die Moskauer zogen damit eine Kaufoption, die dieser Tage ausgelaufen wäre. 4,2 Milliarden US-Dollar (3,1 Milliarden Euro) werden die Russen dem italienischen Energiekonzern überweisen – ein stattlicher Preis angesichts eines Marktwertes, den Analysten gestern auf 2,6 Milliarden Dollar schätzten.

Beobachter hatten bis zuletzt ihre Zweifel, ob Gazprom die Option würde ziehen können. Der russische Energieriese hat vor allem durch Akquisitionen einen Schuldenberg von knapp 50 Milliarden Dollar angehäuft, von dem ein Fünftel noch 2009 fällig werden soll. Trotzdem konnten bei russischen Banken noch Kredite aufgetrieben werden – und zwar bei den staatlichen Finanzinstituten Sberbank, Rosselchosbank, sowie der konzerneigenen Gazprombank.

Für den Kreml und den staatlich gelenkten Konzern Gazprom ist die nahezu vollständige Kontrolle des Ölunternehmens von großer strategischer Bedeutung, da der Minderheitsanteil auch Ansprüche auf Förderlizenzen für arktische Ölfelder eingeschlossen hatte. Grundsätzlich ist es die klare Linie der Kreml-Politik, die Öl- und Gasvorkommen des Landes weitgehend unter russische Kontrolle zu stellen. Mit dem Kaufgeschäft kontrolliert Gazprom nun mehr als 95 Prozent der eigenen Öltochter, die übrigen Anteile befinden sich in Streubesitz.

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