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Ölriese muss weitere Untersuchungen und Aktionärsklagen fürchten Bohrende Fragen belasten Shell-Konzern

Beim Ölriesen Shell wird weiter gebohrt. Nach der US-Börsenaufsicht SEC will nun auch die niederländische Finanzaufsicht die Bewertungen der Öl- und Gasreserven des Unternehmens unter die Lupe nehmen. Um weitere Informationen zu dem Thema hat auch Euronext, ein Zusammenschluss der Börsen Paris, Amsterdam und Brüssel, gebeten. Londoner Finanzkreise erwarten, dass die britische Financial Service Authority (FSA) sich ebenso mit dem Fall Shell befassen wird.
  • Andreas Hofbauer

LONDON. Damit ist der niederländisch-britischen Royal Dutch/Shell Group der ersehnte Befreiungsschlag nicht gelungen. Vorige Woche war überraschend ein Wechsel an der Konzernspitze vollzogen worden. Der Niederländer Jeroen van der Veer hatte den Chairman-Posten vom Briten Philip Watts übernommen, der wegen einer massiven Korrektur der Reserven in die Kritik geraten war.

Doch inzwischen tauchen neue Fragen auf. So soll auch van der Veer nach Zeitungsberichten schon lange von den zu hohen Bewertungen bei den Gas- und Ölreserven gewusst haben. Gleiches gelte für Finanzchefin Judy Boynton, die – noch im Amt – nun unter Druck gerät. Die Vertraute des geschassten Watts soll ebenfalls schon 2002 über die Problematik informiert worden sein.

Shell hatte aber erst Anfang 2004 seine nachgewiesenen Reserven auf einen Schlag um 20 % abgewertet. Watts trat zunächst nicht zurück, nahm dann Anfang März aber seinen Hut. Auch der bislang für die Ölförderung verantwortliche Walter van der Vijver musste gehen. Die Geschäftsführung prüft nun, ob erfolgsbezogene Gehaltsbestandteile auch im mittleren Management dazu führten, dass Angaben zu den Energiereserven geschönt wurden.

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