Österreich 600.000 Diesel-Autos bekommen Software-Update

Um die Abgase zu verringern, haben sich Politik und Autoindustrie in Österreich auf ein Software-Update für 600.000 Diesel-Autos geeinigt. Autos von VW, Mercedes, Renault und wohl auch BMW sollen die Updates erhalten.
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In Österreich soll der Ausstoß der umweltschädlichen Abgase verringert werden. Quelle: dpa
Abgasuntersuchung beim Dieselfahrzeug

In Österreich soll der Ausstoß der umweltschädlichen Abgase verringert werden.

(Foto: dpa)

WienAuch in Österreich haben sich Politik und Autoindustrie auf Maßnahmen zur Verringerung der Abgase vereinbart. Bei einem Treffen von Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried mit Vertretern der wichtigsten Autoimporteure habe man sich unter anderem auf ein Software-Update für über 600.000 Dieselfahrzeuge geeinigt, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Zudem sollen Autofahrer beim Wechsel auf ein umweltfreundlicheres Fahrzeug einen Öko-Bonus erhalten. Wie hoch diese Prämie sei, hänge von jedem einzelnen Hersteller ab.

Software-Updates sollen dem Ministerium zufolge Autos von VW, Mercedes, Renault und möglicherweise BMW erhalten. Die anderen Hersteller böten nur Prämien an. An den Gesprächen nahmen nach Ministeriumsangaben unter anderem auch Kia, Ford, Hyundai, Mitsubishi und Opel teil.

Welche Länder auf Elektro-Autos setzen
Deutschland
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Trotz Feinstaub-Alarm und drohenden Fahrverboten: Zu einer verbindlichen E-Autoquote konnte sich Deutschland bislang nicht durchringen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Millionen E-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen, ist wohl nicht mehr zu erreichen – trotz Subventionen beim Kauf, Steuererleichterungen bei der Kfz-Steuer, finanziellen Anreizen und sonstige Vergünstigungen. Bisher beträgt der Anteil an E-Autos 1,8 Prozent – in fast keinem Land ist er geringer.

Italien
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Kaum besser als in Deutschland sieht es in Italien aus: Von einer Ablehnung von Verbrennungsmotoren ist dort nichts zu spüren: Sogar der in anderen Ländern mittlerweile eher verschmähte Diesel konnte im vergangenen Jahr seinen Marktanteil ausbauen. Pläne für E-Auto-Quoten gibt es bisher nicht, doch Käufer dürfen sich beim Kauf über Subventionen und Steuervorteile freuen. Der Anteil an E-Autos liegt bei 2,2 Prozent.

Österreich
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Stau bei Salzburg: Auch im Nachbarland sind E-Autos noch eine Seltenheit. Bisher sind 2,6 Prozent der Autos auf Österreichs Straßen batteriebetrieben. Pläne, Verbrennungsmotoren zu verbieten, gibt es bislang nicht. Doch die österreichische Regierung stellt einige Vorteile für den E-Auto-Kauf in Aussicht: Es gibt nicht nur Subventionen beim Kauf und Steuererleichterung bei Kfz- und Mehrwertsteuer, sondern auch Anreize wie freies Parken und die Benutzung von Bus- und Taxispuren.

Spanien
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Auch in Spanien gibt es keine verbindlichen Regeln für die Zahl der Elektroautos. Immerhin – in Madrid parken E-Autos innerhalb der Ring-Autobahn-Gratis. Außerdem gibt es auch dort Subventionen und Steuervorteile für Fahrer von E-Autos. Immerhin haben 3,0 Prozent der Autos einen Elektromotor.

Großbritannien
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Die berühmten London-Taxis haben einen Verbrennungsmotor unter der Haube – ebenso wie die große Mehrheit der in Großbritannien zugelassenen Autos: Nur 3,3 Prozent fahren elektrisch. Immerhin sollen ab 2040 sollen dort keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden. Anreize wie Subventionen und Steuervorteile gibt es bereits.

Frankreich
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Rush Hour in Paris: In Frankreich steht seit Juli der Plan, dass ab 2040 keine Benziner oder Dieselautos mehr verkauft werden dürfen. Staatliche Unterstützungen für E-Autofahrer, unter anderem Subventionen beim Kauf und niedrigere Kfz-Steuern, gibt es bereits. Momentan beträgt der Anteil der E-Autos in Frankreich 3,9 Prozent.

Niederlande
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Obwohl es keine staatliche Unterstützung für E-Autos gibt, sind in den Niederlanden bereits neun Prozent der Autofahrer mit einem Elektroauto unterwegs. Damit liegt Deutschlands Nachbar deutlich über dem europäischen Durchschnitt: EU-weit beträgt der Anteil von E-Autos gerade einmal drei Prozent. Ab 2035 sollen zudem auch keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr in den Niederlanden zugelassen werden.

In Deutschland hatten Autobauer im Kampf gegen den zu hohen Stickoxid-Ausstoß (NOx) die Umrüstung von 5,3 Millionen Dieselautos per Software-Update zugesagt. Für ältere Diesel soll es eine Art Abwrackprämie geben, die die Hersteller bezahlen. Ob das Paket ausreicht, um Fahrverbote zu verhindern, ist allerdings offen.

Die Software-Updates in Österreich würden bis zum Frühjahr dauern, sagte der Chef des Verbands der österreichischen Automobilimporteure, Günther Kerle. Es handele sich um das gleiche Software-Update wie in Deutschland und könne den Stickoxid-Ausstoß um 25 bis 30 Prozent senken.

Kritiker bezweifeln das: Die Deutsche Umwelthilfe erwartet, dass die Software-Nachbesserung für Fahrzeuge der Euro-5- und Euro-6-Normen höchstens eine Minderung des Stickoxid-Ausstoßes um zwei Prozent im Sommer bringen werde. Im Winter bringe sie gar keine Minderung, da die Abgasreinigung legal ohnehin bei fast allen Autos unter zehn Grad nicht wirkungsvoll arbeite.

  • rtr
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