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Österreichischer Konzern Stahlfirma Voestalpine kappt Prognose erneut – Anleger sind enttäuscht

Kartellermittlungen und ein US-Werk belasten den österreichischen Stahlkonzern. Nun muss Voestalpine die Gewinnprognose senken.
Update: 17.01.2019 - 11:06 Uhr Kommentieren
Für das laufende Geschäftsjahr bis März sagt das Unternehmen nur noch einen Betriebsgewinn von 750 Millionen Euro voraus. Quelle: Reuters
Voestalpine

Für das laufende Geschäftsjahr bis März sagt das Unternehmen nur noch einen Betriebsgewinn von 750 Millionen Euro voraus.

(Foto: Reuters)

BerlinDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat seine Anleger mit einer zweiten Gewinnwarnung innerhalb weniger Monate verschreckt.

Dem Unternehmen mit Sitz in Linz, das unter anderem Bleche und Karosserieteile für die deutschen Automobilhersteller produziert, machen vor allem zusätzliche Kosten beim Ausbau des Automobilgeschäfts in den USA schaffen.

Dazu komme – wie schon beim Branchenkollegen Thyssen-Krupp – eine Rückstellung für eine drohende Kartellstrafe wegen Absprachen im Bereich Grobblech. Wie hoch die Rückstellungen seien, wollte ein Sprecher nicht sagen.

Die Voestalpine-Aktien verbilligten sich am Donnerstag zeitweise um mehr als acht Prozent. Die erneute Prognosesenkung der Österreicher belastete auch die anderen Aktien im Stahlsektor

Zeitgleich nannte das Unternehmen vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate. Das operative Ergebnis (Ebitda) liege mit rund einer (Vorjahreszeitraum: 1,4) Milliarde Euro sowie der Betriebsgewinn (Ebit) mit rund 525 (834,6) Millionen Euro unter den Erwartungen des Marktes, erklärte der Konzern.

Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr werde nun ein Betriebsgewinn von 750 Millionen Euro vorausgesagt, nachdem im Vorjahr noch 1,2 Milliarden Euro erzielt wurden. Zuvor war Voestalpine von einem Ebit von etwas unter einer Milliarde Euro ausgegangen.

Für die Österreicher liefen die Geschäfte schon mal besser. Neben den höheren Kosten beim Geschäftsausbau in den USA setzte dem Unternehmen zuletzt auch der internationale Handelsstreit, ein Nachfragerückgang in der Automobilbranche sowie ein Brand bei einer großen Anlage in Texas zu.

Kurzfristig keine Erholung in Sicht

Vor allem eine Eintrübung der Automobilindustrie macht der Voestalpine zu schaffen, da die Branche ein Drittel zum Konzernumsatz beiträgt. Die detaillierten Zahlen für das dritte Quartal will die Firma am 7. Februar veröffentlichen.

„Es scheint so, als ob das laufende Jahr für die Voestalpine schwierig bleibt“, schrieben die Analysten von Baader Helvea. Kurzfristig sei jedenfalls keine Erholung in Sicht, hieß es. Auch Jefferies schrieb von einer „enttäuschenden Prognose“.

Die Österreicher stehen nicht alleine da. Auch bei Konkurrenten wie Thyssen-Krupp läuft es derzeit nicht rund. Die Essener hatten im November ebenfalls ihre Prognose zum zweiten Mal gekappt und damit die Anleger verprellt.

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  • rtr
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