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Österreichischer Stromkonzern Verbund profitiert vom deutschen Atomausstieg

Österreichs größter Stromkonzern Verbund sieht mit dem Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland rosige Zeiten auf sich zukommen. Der Grund sind steigende Preise am europäischen Strommarkt.
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Blick bei Sonnenuntergang auf die Kühltürme des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld in Unterfranken: Der deutsche Atomausstieg spielt Österreichs größtem Stromkonzern Verbund in die Hände. Quelle: dpa

Blick bei Sonnenuntergang auf die Kühltürme des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld in Unterfranken: Der deutsche Atomausstieg spielt Österreichs größtem Stromkonzern Verbund in die Hände.

(Foto: dpa)

Wien Durch die Ankündigung, bis 2022 alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen, seien die Strompreise an der Börse sprunghaft um zehn bis zwölf Prozent angestiegen, sagte Firmenchef Wolfgang Anzengruber am Mittwoch. Im Zahlenwerk niederschlagen wird sich dieses Plus aber erst im kommenden Jahr: Verbund verkauft einen Großteil seines Stroms bereits ein Jahr im Voraus. „Der Atomausstieg in Deutschland war schon eine große Sache mit Auswirkungen am europäischen Strommarkt. Die Strompreise werden mittelfristig weiter steigen“, sagte der Manager.

 

Der mehrheitlich in Staatsbesitz stehende Konzern ist der größte Stromerzeuger Österreichs. Anders als die großen deutschen Versorger bezieht Verbund seine Energie hauptsächlich aus Wasserkraft - etwa durch große Laufkraftwerke an der Donau oder Speicherkraftanlagen in Alpentälern. Damit ist das Unternehmen jedoch besonders abhängig vom Wetter und den Pegelständen. Durch die Trockenheit im Frühjahr führten viele Flüsse so wenig Wasser wie noch nie in der Firmengeschichte. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft ging daher im ersten Halbjahr im Vergleich zum bereits niedrigen Vorjahresstand um sechs Prozent zurück.

 

Zudem lasteten in den ersten sechs Monaten negative Bewertungseffekte bei den Gemeinschaftsunternehmen in der Türkei auf den Zahlen. Der Gewinn ging daher um gut 16 Prozent auf 176 Millionen Euro zurück. Im Gesamtjahr will Verbund dennoch den Vorjahreswert von rund 400 Millionen Euro erreichen - vorausgesetzt die Pegelstände der Flüsse normalisieren sich.

 

Genährt wird diese Zuversicht auch durch die Trennung von der lange defizitären Beteiligung in Frankreich. Verbund verkauft seinen 46-Prozent-Anteil am Alternativ-Stromanbieter Poweo S.A. für 36 Millionen Euro an den Konkurrenten Direct Energie. Bis Mitte 2013 haben die Franzosen zudem die Option, die Poweo-Produktionstochter mit zwei Kraftwerken in Frankreich zu kaufen. Damit zieht Verbund einen Schlussstrich unter den missglückten Einstieg am französischen Strommarkt. Das Unternehmen hatte dort vor einigen Jahren in der Hoffnung auf eine baldige Liberalisierung des Marktes zugekauft. Weil sich diese aber nicht erfüllte und Poweo wegen der geringen Eigenproduktion Strom teuer einkaufen musste, will sich Verbund von seinem Engagement verabschieden. Mit einem Abschluss des Deals rechnen die Österreicher noch im dritten Quartal.

 

Mit dem Schritt würden die Auslandsbeteiligungen des Konzerns künftig deutlich mehr zu dem Ergebnis beitragen. Neben Frankreich ist Verbund in Italien und der Türkei aktiv. Das Engagement dort soll ausgebaut werden.

 

  • rtr
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