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Oliver Zipse Der neue BMW-Chef setzt auf das Kerngeschäft

Starkes Wachstum in China beschert dem Autobauer ein überraschendes Gewinnplus. Oliver Zipse sieht die Zukunft des Konzerns klar im Autobau.
Update: 06.11.2019 - 08:56 Uhr Kommentieren
Der neue BMW-Chef Oliver Zipse setzt auf das Kerngeschäft Quelle: AFP
Oliver Zipse

Der BMW-Chef wird die knapper werdenden Ressourcen auf den Autobau konzentrieren.

(Foto: AFP)

München Der Münchener Autokonzern BMW fährt ein solides drittes Quartal ein. Dank China wird der neue Konzernchef Oliver Zipse wird die Jahresziele locker einfahren können. „Wir liegen nach den ersten drei Quartalen auf Kurs, um unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, erklärte der Manager, der im August das Steuer von Harald Krüger übernommen hatte. Erneut macht Zipse deutlich, dass die Zukunft des Konzerns im Autobau und weniger in Dienstleistungen liegt.

Was positiv auffällt

Nach zahlreichen Gewinnwarnungen von Konkurrenten und Zulieferern sticht BMW mit soliden Ergebnissen heraus. Der Absatz wächst dank einer großen Modelloffensive mit 3,6 Prozent im dritten Quartal gegen den Branchentrend. Das Ebit vor dem Finanzergebnis legt um 32 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro zu. Branchenexperten hatten 2,16 Milliarden Euro erwartet. Allerdings verzerrte die Umstellung auf den Abgasstandard WLTP den Vorjahreszeitraum.

Der Konzernumsatz stieg um 7,9 Prozent auf 26,67 Milliarden Euro. Auch damit übertraf BMW die Erwartungen von Analysten, die mit einem Umsatz von 25,51 Milliarden Euro gerechnet hatten. Besonders das einträgliche Geschäft mit den Stadtgeländewagen X3 und X4 trug zum Absatzwachstum bei.

Mit 8,4 Prozent Ebit-Marge im Konzern und 6,6 Prozent in der Autosparte hat der BMW-Chef seine Profitabilität wieder verbessert, liegt aber weiter unter seinen selbst gesteckten Zielen. Das liegt auch an den hohen Vorleistungen für Investitionen (plus 14 Prozent im Quartal) und Forschung und Entwicklung (plus neun Prozent). BMW investiert viel in die Zukunft, kann sich das im Vergleich zu manchem Konkurrenten aber leisten.

Was negativ auffällt

Trotz der Modelloffensive stagniert BMW in Europa und den USA. Das Wachstum kommt fast nur aus China (Plus 14 Prozent seit Jahresbeginn). Bekommt China einen Husten, dann hat BMW eine schwere Grippe. Auch die Modellpalette hat eine Unwucht, Geländewagen ersetzen zunehmend Limousinen und Kombis.

Das ist kurzfristig gut für die Profitabilität, mittelfristig braucht BMW noch mehr Elektroautos, um die schweren SUVs in seiner Klimabilanz kompensieren zu können. BMW muss also mehr investieren und mehr sparen um Klimavorgaben und Profitabilität unter einen Hut zu bringen.

Wie es weitergeht

„Die entscheidende Transformation findet im Auto statt“, sagt Oliver Zipse. Der neue BMW-Chef will den Konzern wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren, sein Vorgänger Krüger setzte auch auf Dienstleistungen wie Mobilitätsdienste und Carsharing.

Zipse wird die knapper werdenden Ressourcen auf den Autobau konzentrieren. Sein Kalkül: Die immer größer werdenden Anforderungen an Klimaziele und die Integration von Assistenzsystemen wird immer mehr Konkurrenten aus dem Rennen werfen.

Die geplante Fusion von PSA und Fiat Chrysler scheint ihm recht zu geben, es ist ein Zusammenschluss aus der Not heraus. Ob für BMW die Rechnung aufgeht, langfristig als reiner Autobauer zu überleben, ist offen.

Mit Agenturmaterial

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