Online-Händler Auto1 Über Omas alten Benz zum Millionen-Start-up

Vor drei Jahren wollte Christian Bertermann einen alten Mercedes-Benz 190 und einen Golf IV verkaufen. Doch er fand kein Unternehmen, das ihm alles aus einer Hand anbot. Also gründete er Auto1 – mit großem Erfolg.
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Mit Entschlossenheit in die Lücke vorgestoßen sind die Gründer von Auto1. Quelle: Mercedes Benz
Für Oldie-Sammler ein Objekt der Begierde: Mercedes 190 2,3 16V Evo 2, um Baujahr 1990

Mit Entschlossenheit in die Lücke vorgestoßen sind die Gründer von Auto1.

(Foto: Mercedes Benz)

BerlinIm Sommer 2012 machte sich bei Christian Bertermann Frustration breit. Er wollte zwei Gebrauchtwagen verkaufen, die seiner Großmutter gehörten. Das es so mühsam werden sollte, hatte er nicht erwartet: Denn es fand sich kein Unternehmen, das sowohl die Bewertung als auch den Verkauf der Fahrzeuge anbot.

Es wurde Bertermanns Geschäftsmodell: Er stieß zusammen mit seinem Mitgründer Hakan Koc mit Entschlossenheit in die Lücke vor. Mittlerweile ist ihr in Berlin ansässiges Unternehmen Auto1.com mit über einer Milliarde Dollar bewertet und bereitet eine internationale Expansion vor.

Alles begann in einem kleinen Büroraum in Berlin und sechs Mitarbeitern. Mittlerweile betreibt das Portal vier Büros in der Stadt mit etwa 400 Angestellten. Zuletzt brachte eine Finanzierungsrunde 100 Millionen Dollar ein, jetzt werden weitere 500 Millionen Dollar angepeilt. Unter den Investoren finden sich DST Global, DN Capital, Piton Capital und Mutschler Ventures. Genauere Angaben über den Unternehmenswert in dieser Runde verweigert Koc, aber er verweist auf die etwa 70 Millionen Dollar an monatlichem Umsatz – das Dreifache seit der letzten Finanzierungsrunde.

Diese Gebrauchten sind besonders zuverlässig
Die Mercedes E-Klasse ist ein Muster an Zuverlässigkeit.
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Beim neuen Gebrauchtwagenreport 2015 der Prüforganisation Dekra erzielte die Business-Baureihe wie in der Ausgabe des Vorjahres die besten Ergebnisse und erhielt den Titel „Bester aller Klassen“.

Bei den Kleinwagen schnitt der Audi A1 in der HU am besten ab
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Autos aus deutscher Produktion stellen in sieben von neun Fahrzeugklassen den Gewinner. Jeweils ein erster Platz geht nach Japan und Schweden. Berücksichtigt man auch die besten Fahrzeuge in den höheren Laufleistungsbereichen, holen die deutschen Hersteller 19 Bestwertungen.

Bei den Sportwagen lag der BMW Z4 vorn
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Für den Gebrauchtwagenreport wertet Dekra die Ergebnisse von insgesamt rund 15 Millionen Hauptuntersuchungen aus zwei Jahren aus. 

Unter den Kompaktwagen siegte der Toyota Prius.
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Insgesamt wurden 456 gängige Fahrzeugmodelle in neun Pkw- und Nutzfahrzeugklassen bewertet.

Die wenigsten Mängel in der Mittelklasse zeigte der Volvo S60/V60
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Das Ergebnis bei der HU zählt zu den wichtigsten Prüfsteinen für die Qualität eines Pkw-Modells. Bei der Dekra erzielten zuletzt vor allem deutsche Modelle Top-Ergebnisse.

Zuverlässigster Van war der Ford C-Max
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Vier Bestwertungen stehen für Japan zu Buche, je zwei für Schweden und Frankreich sowie eine für Italien.

Hohe technische Qualität
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Auf Platz zwei in der Kategorie "Beste aller Klassen" folgte bei der aktuellen Dekra-Auswerting das Mittelklasse-SUV Audi Q5 auf die Mercedes E-Klasse.

Es handele sich eigentlich um ein recht simples Geschäftsmodell, sagt Bertermann. Zu den Konkurrenten zählt er etwa die US-Unternehmen Car Max und Manheim Auctions, aber auch die deutschen Firmen Emil Frey und Avag. „Wir bauen eine Börse auf, an der Gebrauchtwagen gehandelt werden und verbinden die Verkäufer und die Käufer”, sagt der Gründer.

Auto1 wendet sich an Individualkunden, bewertet und verkauft deren Fahrzeuge; aber auch Handelsketten und sogar Hersteller nutzten bereits die Plattform. Anschließend werden die Fahrzeuge zu einem höheren Preis an Händler verkauft.

Den entscheidenden Unterschied sieht Mitgründer Koc bei Auto1 im Vergleich zu den vielen anderen Online-Marktplätzen in der Tatsache, dass das Unternehmen die Fahrzeuge mit eigenen Mitteln aufkauft und lagert, bis sie beim Händler verkauft werden. Damit würden Standzeiten für Verkäufer dramatisch reduziert, von in Europa durchschnittlich 90 Tagen auf nicht mehr als zehn Tage. Die beiden Gründer beziffern den internationalen Gebrauchtwagenmarkt auf etwa eine Billion Dollar.

Bevor er sein Start-up mit Bertermann aufbaute, arbeitete der 31-jährige Koc beim Samwer-Konzern Rocket Internet und bei Home24, die beide in den letzten Jahren ebenfalls im quirligen Berliner Start-up-Milieu entstanden. Bertermann, ebenfalls 31 Jahre alt, kündigte kürzlich seinen Job beim Gutscheinportal Groupon.

Auto1 arbeitet an Expansion in USA
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6 Kommentare zu "Online-Händler Auto1: Über Omas alten Benz zum Millionen-Start-up"

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  • Hups gerade erst gesehen... nur für Händler... schade.

  • Schon ganz nett die Idee. Gerade für die guten Gebrauchten bis hin zu Young&Oldtimer.
    Natürlich müsste man die Jahreswägen und Rostkübel außen vorlassen, und entsprechend kompetente Gutachter einsetzen, die auch wirklich Ahnung haben. Versteckte aber gravierende Schäden erkennen usw.
    In dem Fall ist da schon Geld zu machen... so mancher würde für einen unabhängig und ehrlich überprüften inserierten Gebrauchten mehr Geld auf den Tisch legen. Knausert tut man beim Autokauf ja üblicherweise genau dann, wenn man sich nicht sicher sein kann, welche Reparaturen oder Schäden nach dem Kauf auftauchen.

  • na, vielleicht haben die Jungs ja geheiratet ... )

  • im Unternehmensregister stehen die hier im Bericht benannten Personen gar nicht drin...kkkkk

  • Wenn das Geschäftsmodell so ist wie bei den Firmen die iPhones und Mac´s aufkaufen; sehe ich als Verkäufer keinen wirklichen Vorteil...da lässt man zuviel Federn.
    Irgendeiner aus der ganzen Verkaufs-Kaufkette muss ja den Obolus zahlen.

    Ich denke eher dieses Geschäftsmodell pokert auf die Bequemlichkeit der Verkäufer; und Bequemlichkeit kostet Geld. Siehe Handy - und Strom-/Gasverträge.

    Die Bewerbung mit "zahlen Höchstpreise"...naja; wirkt eher unseriös.

    Und wenn ich das immer lese wer alles mit Milliarden bewertet ist....Stichwort: neuer Markt

  • Arme Jungs. Führen angeblich ein erfolgreiches Unternehmen, können sich aber nur Gebrauchtwagen leisten. Wären das Oldtimer würde ich den Wert darin erkennen. Aber so fehlt mir irgendwie der Sinn dahinter. Und das gleiche denke ich von diesem ganzen Geschäftsmodell. Man muss sich doch wundern mit welchen belanglosen Geschäftsideen angeblich Geld gemacht wird. Komische Geschichte. Ist schon wieder "Neuer Markt"?

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