Opel weiter in den roten Zahlen „Das wird alles andere als ein Spaziergang“

Trotz des Rückzugs aus Russland hat Opel seine Verluste im Frühjahr deutlich reduziert. Die Rückkehr in die Gewinnzone scheint wieder in Reichweite. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann tritt aber auf die Euphoriebremse.
Update: 23.07.2015 - 14:33 Uhr Kommentieren
Der Autobauer verkauft zuletzt mehr verkaufte Fahrzeuge – trotz der Probleme in Russland. Quelle: dpa
Opel Corsa

Der Autobauer verkauft zuletzt mehr verkaufte Fahrzeuge – trotz der Probleme in Russland.

(Foto: dpa)

Detroit/RüsselsheimOpel ist auf dem Weg aus der Verlustzone einen großen Schritt vorangekommen. Trotz des Rückzugs aus Russland hat die GM-Europatochter im Frühjahr deutlich weniger Geld verloren als im Vorjahr. Die operativen Verluste im Europageschäft von General Motors (GM) sanken im zweiten Quartal auf 45 Millionen Dollar (knapp 41 Millionen Euro) nach rund 305 Millionen Dollar im Frühjahr 2014, wie GM am Donnerstag in Detroit berichtete. „Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele für 2016 zu erreichen“, sagte Konzernchefin Mary Barra. Für Opel bedeutet das: Im kommenden Jahr soll wieder Geld verdient werden.

Und das, obwohl Opel durch die Krise am russischen Automarkt seinen dort ursprünglich geplanten Absatz von mehr als 80.000 Fahrzeugen in diesem Jahr klar verfehlen wird. Bis Juni hatte die Marke mit dem Blitz gerade mal gut 9000 Autos in dem Land verkauft. „Damit werden wir nicht so schnell wachsen wie ursprünglich geplant“, schrieb Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in einem Rundbrief an die Mitarbeiter.

Inzwischen wurde das größte russische Opel-Werk St. Petersburg stillgelegt, bis zum Jahresende stellt Opel sein Geschäft auf dem einstigen Hoffnungsmarkt komplett ein. Um das Ziel zu erreichen, 2016 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, seien daher weitere Anstrengungen nötig, betonte Neumann in dem Schreiben: „Unser Plan, im Verlauf des nächsten Jahres in die Gewinnzone zurückzukehren, bleibt sehr ambitioniert. Das wird alles andere als ein Spaziergang.“

Gleichzeitig betonte der Firmenlenker aber auch, dass Opel seine internen Quartalsziele zum zehnten Mal in Folge übertroffen habe: „Unsere Geschäftszahlen im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2015 unterstreichen unsere Fortschritte.“ Zum Vergleich: Nach einem operativen Verlust von 589 Millionen Dollar von Januar bis Juni 2014 verlor GM in Europa im ersten Halbjahr 2015 noch 284 Millionen Dollar – und zwar vor allem zu Jahresbeginn.

Der neue Astra wird flacher, schärfer, leichter
Flacher, leichter, schärfer
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Die neue Generation des Opel Astra soll nicht nur leichter, geräumiger und sparsamer sein als das aktuelle Modell. Ab dem Herbst will der Kompakte auch mit gestrafftem Design gegen den Dauerrivalen VW Golf punkten. Eigentlich war das Gesicht des neuen Astra noch geheim. Doch dann wurden Bilder auf einem italienischen Blog gezeigt...

Dynamisches Äußeres
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Darum legen die Rüsselsheimer nun alles offen: Der Fünftürer geht deutlich verändert in die fünfte Generation: Die Front ist flacher, der Kühlergrill wirkt optisch breiter und scharfe Sicken ziehen sich über Motorhaube sowie Flanken. Am Heck finden sich schwarz durchbrochene C-Säulen und schmale dreidimensionale Leuchten.

Premiere feiert der Opel auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt (17. - 27.9.2015), auf den Markt kommt er dann kurz darauf im Oktober. Das Kompaktmodell ist bis zu 200 Kilogramm leichter geworden, mindestens jedoch immer um 120 Kilogramm. Wert legten die Entwickler auf umfassende Assistenzszysteme und die Smartphone-Einbindung. Zudem ist der Astra das erste Auto seiner Klasse mit dem intelligenten LED-Matrix-Licht.

Erfolgreich abgespeckt
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In der Länge schrumpft der neue Astra um knapp fünf Zentimeter auf 4,37 Meter, in der Breite um 3,4, in der Höhe um 2,6 Zentimeter. Dazu sorgt die neue technische Plattform für eine Gewichtsreduzierung – je nach Modell sollen zwischen 120 und 200 Kilogramm eingespart werden. Auch der Luftwiderstandsbeiwert sinkt (0,30).

Trotz des leicht kürzeren Radstands steigt die Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen auch dank neu gestalteter Sitze um dreieinhalb Zentimeter. Die Motorenpalette deckt ein Leistungsspekturm von 70 kW / 95 PS bis 147 kW / 200 PS ab. Erstmals im Einsatz ist der neue 1.4 Ecotec Direct Injection Turbo, ein Vierzylinder, der aus derselben Entwicklungsreihe stammt wie der kleinere Ein-Liter-Dreizylinder.

Schon im Stand dynamisch
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Bei der Entwicklung des Astra diente die Studie Monza Concept als Vorbild. Typisch sind das Markenlogo in der Mitte der Chromgrillspange und die nach hinten hochgezogene Sichel in den Seiten. Die optisch unterbrochene C-Säule verleiht dem Dach einen schwebenden Charakter. An der Front geht die neu gestaltete, doppelte Grillspange optisch in die Matrix-Scheinwerfer über.

Der Innenraum wurde entrümpelt
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Ebenfalls komplett neu präsentiert sich der Innenraum. Zentrales Element ist ein großer Touchscreen zwischen den vorderen Sitzplätzen.

Angeblich nicht teurer als das aktuelle Modell
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Preise nennt Opel noch nicht. Wenn der neue Astra nach der Premiere auf der IAA auf den Markt kommt, wird er, wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war, nicht mehr kosten als das aktuelle Modell. Das gibt es mit einem 85 kW/115-PS-Benziner derzeit für 17.260 Euro.

Kompatibel für die „Generation Smartphone“
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Der Astra wird das erste neue Modell von Opel sein, das ab Marktstart über den persönlichen Online- und Service-Assistenten Onstar verfügt. Er bietet ein breites Angebot an Sicherheits- und Komfortdiensten. Falls beispielsweise bei einem Unfall der Airbag ausgelöst wird, stellt Opel Onstar sofort automatisch die Verbindung zu einem ausgebildeten Notfallassistenten her.

Außerdem verwandelt Onstar dem Astra in einen mobilen WLAN-Hotspot. Bis zu sieben Endgeräte vom Smartphone bis zum Tablet lassen sich an das System koppeln. Dazu feiert die nächste Generation des Intellilink-Infotainment-Systems. Sie holt die Welt der Smartphones mit Android Auto und Apple Car Play ins Auto.

Opel/Vauxhall verkauften von Januar bis Juni rund 582.000 Fahrzeuge und damit drei Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014, der Marktanteil in Europa lag mit 5,9 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau. „Diese Zahlen zeigen, was wir gemeinsam leisten können. Und darauf können wir stolz sein“, betonte Neumann. Gleichzeitig ermahnte er die Belegschaft aber auch, sich „von diesem Erfolg nicht blenden“ zu lassen.

Hoffnung setzt die GM-Tochter insbesondere auf das neue Modell seines Verkaufsschlagers Astra, der im September auf der Automesse IAA in Frankfurt Premiere feiern soll. Bisher liefen die Vorbestellungen für die elfte Generation des Kompakt-Modells gut, betonte Neumann: „Der neue Astra wird ein wichtiger Pfeiler unseres Comebacks – und hat ganz klar das Potenzial, der meistverkaufte Opel zu werden.“

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