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Panzerhersteller KMW-Eigner will Allianz mit Rheinmetall

Der Haupteigner des deutschen Rüstungskonzerns Kraus-Maffei Wegmann (KMW) wirbt in einem Interview für eine Allianz mit dem Konkurrenten Rheinmetall. Dazu soll der Panzerhersteller in eine AG umgewandelt werden.
25.06.2012 Update: 25.06.2012 - 14:00 Uhr Kommentieren
Zwei Schützenpanzer vom Typ Puma, in einer Krauss-Maffei.Produktionshalle in Kassel. Quelle: dapd

Zwei Schützenpanzer vom Typ Puma, in einer Krauss-Maffei.Produktionshalle in Kassel.

(Foto: dapd)

Berlin In der deutschen Rüstungsbranche erleben Fusionsfantasien eine Renaissance. Ein Miteigentümer der Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann brachte am Montag eine Fusion der Münchener mit Rheinmetall ins Gespräch. "Es wäre sinnvoll, wir würden den Weg mit Rheinmetall in eine gemeinsame AG gehen", sagte KMW-Miteigentümer Burkhart Braunbehrens in der "Financial Times Deutschland". In der Vergangenheit hatte es bereits Gespräche zwischen den Konzernen gegeben, die auf mehreren Feldern kooperieren. Sie konnten sich aber unter anderem nicht einigen, wer die Führung übernehmen soll. Rheinmetall wollte die Äußerungen Braunbehrens' nicht kommentieren, von KMW war keine Stellungnahme zu erhalten.

Rheinmetall erhebt den Anspruch, die Konsolidierung der Branche in Deutschland und Europa selbst in führender Position voranzutreiben. Die Tür für Gespräche mit KMW stehe offen, hatte Vorstandschef Klaus Eberhardt gesagt. Er will das zweite Standbein, die Autozuliefersparte, an die Börse bringen. Ob es angesichts der schwierigen Marktumfelds schon bald zu einem Gang aufs Parkett kommt, wollte Rheinmetall am Montag nicht sagen.

Eberhardt hat angekündigt, das Rüstungsgeschäft durch Zukäufe und Kooperationen auszubauen. Rheinmetall wolle aber weder KMW kaufen, noch führe der Konzern Gespräche über eine Zusammenschluss, hatte der Manager Ende März bei der Bilanzpressekonferenz gesagt. Die Düsseldorfer strebten keine Fusion an und wollten selbständig bleiben. Der Rheinmetallchef geht Anfang 2013 in den Ruhestand und gibt den Posten an Vorstandsmitglied Armin Pappberger ab. Pappberger ist derzeit für das Rüstungsgeschäft zuständig.

Welchen Einfluss KMW-Miteigentümer Braunbehrens hat, ist unklar. Über seinen Anteil am Unternehmen und die angeblich bei fast 50 Prozent liegende Beteiligung seiner Familie schwieg sich der freischaffende Künstler im Interview aus. "Mein eigener Anteil ist klein", sagte er lediglich. Er sei in die Gremien des Unternehmens gewählt und wieder abberufen worden. Braunbehrens hatte sich kürzlich gegen ein Panzergeschäft mit Saudi-Arabien ausgesprochen. Ein Zusammenschluss von KMW mit Rheinmetall könne die Konsolidierung der Branche vorantreiben, wie sie seit Jahrzehnten gefordert werde, sagte er nun. "Ab einer gewissen Größenordnung ist die Struktur Familiengesellschaft nicht mehr sinnvoll."

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