Per Twitter Tesla-Chef Musk nennt US-Börsenaufsicht SEC „Bereicherungsgesellschaft“

Tesla-Chef Musk sorgt wieder mit einem Tweet für Bewegung an der Börse. Diesmal greift er die Behörde an, mit der er sich gerade wegen seines ersten umstrittenen Tweets geeinigt hat.
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Tesla-Chef Elon Musk greift US-Börsenaufsicht SEC per Twitter an Quelle: AFP
Tesla-Chef Eon Musk

„Haben Sie Geduld. Wenn Sie ein wahrer Langzeitanleger sind, wird sich alles zum Guten wenden.“

(Foto: AFP)

New York, Palo AltoTesla-Chef Elon Musk scheint die Einigung mit der US-Börsenaufsicht SEC um seine Tweets zum zwischenzeitlich erwogenen Börsenrückzug nicht wirklich zu gefallen. An der Behörde lässt er jedenfalls kein gutes Haar.

Der 47-Jährige bezeichnete die SEC am Donnerstag bei Twitter als „Shortseller Enrichment Commission“ (statt Securities and Exchange Commission). Der neue Name sei „so treffend!“, scherzte der Tesla-Chef. Die Aktie des Autobauers fiel am Donnerstag um 4,4 Prozent und nachbörslich um weitere 1,7 Prozent.

Shortseller sind Anleger, die gegen bestimmte Aktien – in diesem Fall die von Tesla – wetten, Enrichment Commission heißt übersetzt so viel wie „Bereicherungskommission“. Musk unterstellt der Behörde mit seinem Tweet also quasi, Spekulanten zuzuarbeiten, die von einem Kursverfall der Tesla-Aktien profitieren wollen.

Tesla-Anteilseigner reagierten verständnislos auf Musks Tweet. „Erstaunlicherweise scheinen auch Sie gegen uns Langzeitaktionäre zu arbeiten“ schrieb ein Anleger auf Twitter. Musks Reaktion: „Haben Sie Geduld. Wenn Sie ein wahrer Langzeitanleger sind, wird sich alles zum Guten wenden.“

Ein weiterer Nutzer schrieb an den Tesla-Chef, er habe wegen dessen Tweets einen großen Teil seiner Ersparnisse verloren, die er in Aktien des Elektroautobauers investiert hatte. „Bitte hören Sie damit auf“, forderte er Musk auf und nannte das Verhalten des Tesla-Chefs „absolut inakzeptabel“.

Die SEC hatte Musk vergangene Woche wegen seiner umstrittenen Tweets zum möglichen Börsenabgang von Tesla verklagt. Nach Ansicht der Regulierer hätte das Anleger in die Irre geführt.

Am Wochenende einigte sich Musk mit der Behörde auf einen Vergleich. Dadurch darf er zwar Tesla-Chef bleiben, muss aber für drei Jahre den Vorsitz im übergeordneten Verwaltungsrat abgeben. Die SEC wollte ihn zunächst komplett aus den Chefetagen börsennotierter US-Firmen verbannen.

Ganz durch ist die Einigung allerdings noch nicht. Das Bundesgericht in New York, bei dem die SEC ihre Klage eingereicht hatte, teilte am Donnerstag mit, dass Musk und die Behörde binnen einer Woche darlegen müssen, warum ihr Deal angemessen ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Bundesgericht eine Einigung mit SEC zurückweist, weil es diese für zu Nachsichtig hält.

Bereits am Dienstag hatte Musk eine provokante Nachricht bei Twitter abgesetzt, in der er zum Musikvideo mit dem Song „O.P.P.“ den Namen der Band Naughty By Nature (übersetzt etwa „frech von Natur aus“) schrieb. Das Ganze versah er mit einem zwinkernden Smiley.

Teslas Aktien zählen am US-Markt zu den Papieren, gegen die die meisten Wetten auf einen Niedergang laufen. Der E-Autobauer ist unter der Führung von Musk bekannt dafür, sehr hohe geschäftliche Risiken einzugehen und polarisiert deshalb stark unter den Investoren.

Immerhin gab es zuletzt gute Nachrichten beim Hoffnungsträger Model 3: Tesla hat die Produktion seines ersten günstigeren Wagens nach den langwierigen Anlaufschwierigkeiten schließlich in Schwung gebracht. 55.800 Fahrzeuge wurden in den vergangenen drei Monaten in Nordamerika verkauft. Teslas Model 3 dürfte damit nach Schätzungen von Evercore ISI in den USA an der C-Klasse von Mercedes vorbeigezogen sein.

  • dpa
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