Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Personalabbau Zulieferer ZF will bis zu 15.000 Stellen streichen

Die Autokrise hat auch den deutschen Zulieferer ZF erfasst. Das Unternehmen kündigt in einem Brief an die Mitarbeiter einen personellen Kahlschlag an.
28.05.2020 Update: 28.05.2020 - 20:45 Uhr Kommentieren
Der Autozulieferer will weltweit Tausende Stellen streichen. Quelle: dpa
Produktion bei ZF

Der Autozulieferer will weltweit Tausende Stellen streichen.

(Foto: dpa)

Stuttgart ZF-Chef Wolf Henning Scheider schlägt einen harten Kurs bei ZF ein. Der drittgrößte deutsche Autozulieferer will bis zu 15.000 Stellen weltweit streichen, die Hälfte davon in Deutschland. Wie aus einem internen Schreiben des ZF-Vorstands an die Belegschaft vom Donnerstag hervorgeht, soll der Personalabbau in den kommenden fünf Jahren möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen geschafft werden.

„Aus heutiger Sicht müssen wir bis 2025 weltweit unsere Kapazitäten anpassen und 12.000 bis 15.000 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa die Hälfte in Deutschland“, heißt es in dem Mitarbeiterbrief, der auch dem Handelsblatt vorliegt. Ein ZF-Sprecher sagte: „Wir kommentieren das nicht und führen zuerst Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.“ Zunächst hatten der „Südkurier“ und die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet.

Vorstandschef Scheider zeichnet in dem Schreiben an die Mitarbeiter ein dramatisches Bild: „Als Folge des Nachfragestopps auf Kundenseite wird unser Unternehmen 2020 hohe finanzielle Verluste machen. Diese Verluste bedrohen unsere finanzielle Unabhängigkeit.“ Wenn das Unternehmen bestimmte Kennzahlen verfehle, könnten externe Kreditgeber Einfluss auf die Geschäftsentscheidungen fordern, warnt Scheider.

Der Vorsitzende des Betriebsrats bei ZF, Achim Dietrich, zeigte sich „genauso wie die Belegschaft“ überrascht. Der Gesamtbetriebsrat sei vom Vorstand erst am Mittwoch über die Pläne informiert worden. „Wir setzen weiter auf Kurzarbeit und kämpfen um jeden Beschäftigten“, sagte Dietrich der dpa. In dem Gespräch am Vortag habe der Vorstand von einem Umsatzeinbruch von 25 Prozent über das Gesamtjahr gesprochen. „Das sind acht Milliarden Euro“, erklärte Dietrich. Die Geschäfte in den ersten drei Monaten 2020 seien gut gelaufen, der April sei „grottenschlecht gewesen“.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das Stiftungsunternehmen muss gerade die kreditfinanzierte, sieben Milliarden Euro teure Übernahme des Bremsenherstellers Wabco stemmen, die unmittelbar vor dem Abschluss steht. Dieser Deal sei durchfinanziert und nicht gefährdet, hatte die Unternehmensführung immer wieder betont.

    Zusätzliche Liquidität sicherte sich ZF kürzlich mit einer neuen Kreditlinie über 1,35 Milliarden Euro, die über die bestehende von drei Milliarden Euro hinausgeht. Über die Konditionen sagte das Unternehmen nichts. ZF hatte kürzlich das Investmentgrade-Rating verloren, das die Refinanzierung an den Kapitalmärkten günstiger macht.

    Auch die Konkurrenz baut Stellen ab

    Wie andere Autozulieferer hat ZF Investitionen gekürzt, Projekte verschoben, Dienstreisen gestrichen und kaum noch Stellen wiederbesetzt. Der Beitrag der Beschäftigten durch Kurzarbeit oder Gehaltsverzicht reicht jetzt offensichtlich nicht aus, um den Personalabbau zu verhindern. „Alle bislang getroffenen Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, denn die Krise wird länger dauern, und wir werden selbst 2022 beim Umsatz spürbar unter unseren Planungen liegen“, sagte Scheider.

    Zu Jahresbeginn beschäftigte ZF konzernweit knapp 148.000 Menschen, knapp 51.000 davon im Inland. Bis Ende 2022 sind betriebsbedingte Kündigungen bei ZF an den meisten Standorten ausgeschlossen. Bereits 2019 gingen die Erlöse des Autozulieferers von 36,9 Milliarden auf 36,5 Milliarden Euro zurück. Der auf die eigenen Aktionäre entfallende Gewinn nach Steuern stürzte auf 350 (Vorjahr: 904) Millionen Euro ab.

    Wie die Autohersteller kämpft auch die Zulieferindustrie zusätzlich zu der Transformation zur Elektromobilität mit dem durch Corona verschärften Nachfrageeinbruch. ZF-Konkurrent Continental hat bis Ende 2023 rund 15.000 Stellen auf den Prüfstand gestellt, 5000 davon in Deutschland

    Bei Branchenführer Bosch ist die Streichung von mehr als 2500 Stellen bekannt. Schaeffler verringert seine Belegschaft um knapp 2000 Personen. Eberspächer kündigte am Dienstag die Schließung der Produktion von Klimaanlagen mit 300 Beschäftigten in Esslingen an.

    Mehr: Deutschlands Konzerne rüsten sich für eine zweite Infektionswelle

    Startseite
    Mehr zu: Personalabbau - Zulieferer ZF will bis zu 15.000 Stellen streichen
    0 Kommentare zu "Personalabbau: Zulieferer ZF will bis zu 15.000 Stellen streichen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%