Peter Goldschmidt Stada wirbt neuen Chef beim Rivalen Sandoz ab

Peter Goldschmidt wird neuer Vorstandschef bei Stada. Der Arzneimittelhersteller erhält damit im September den vierten Chef innerhalb von rund zwei Jahren.
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Peter Goldschmidt wechselt von Sandoz zu Stada. Quelle: PR
Neuer Stada-Chef

Peter Goldschmidt wechselt von Sandoz zu Stada.

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FrankfurtDer hessische Arzneimittelhersteller Stada bekommt ab September wieder einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Wie das Unternehmen am Morgen mitteilte, soll der Novartis-Manager Peter Goldschmidt die Leitung des rund zwei Milliarden Europa großen Pharmaunternehmens übernehmen. Der 53-jährige Goldschmidt hat lange Jahre Erfahrung in der Generikabranche mit verschiedenen Stationen bei der Novartis-Generikatochter Sandoz. Derzeit führt er dort das US-Geschäft. Der Manager wird der vierte Vorstandsvorsitzende des Unternehmens in etwas mehr als zwei Jahren. Der derzeitige CEO Claudio Albrecht hatte allerdings bereits bei Amtsantritt klar gemacht, dass er den Posten nur für eine gewisse Zeit übernehmen würde, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden sei.
Der erfahrene Generikamanager Albrecht führt Stada seit Ende September 2017, nachdem die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven das Unternehmen im August mehrheitlich übernommen haben. Albrecht war als Berater für Bain/Cinven bei der Stada-Übernahme aktiv und sollte ursprünglich den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen. Da sich aber auf die Schnelle kein geeigneter CEO finden ließ, übernahm Albrecht den Vorstandsvorsitz und der Clariant-Manager Günter von Au den Aufsichtsratsvorsitz bei Stada.
Der designierte Stada-Chef Goldschmidt war in den letzten 28 Jahren bei Sandoz in verschiedenen Führungspositionen in Europa, Asien und den USA tätig war. In seiner jetzigen Funktion als USA-Chef von Sandoz ist er seit fünf Jahren und baute dort das mehr als drei Milliarden Dollar schwere Generika- und Biosimilargeschäft stark aus. Allerdings kämpft Sandoz in den USA wie alle Generikakonzern mit starken Preisdruck und Umsatzrückgängen. Zudem muss ist die Novartis-Tochter mit anderen Generika-Anbietern dort wegen des Verwurfs von Preisabsprachen vor Gericht verantworten. Goldschmidt hatte vor seiner US-Zeit für das Unternehmen unter anderem auch den Geschäftsbereich Zentral- und Osteuropa verantwortet. Der Deutsche schloss ein Studium an der Universität Münster ab.

Bei Stada wird Goldschmidt der vierte Konzernchef seit Juni 2016. Nach dem Ausscheiden des langjährigen CEO Hartmut Retzlaff übernahm zunächst Compliance-Vorstand Matthias Wiedenfels das Amt. Nachdem der erste Übernahmeversuch durch Bain/Cinven Mitte vergangenen Jahres gescheitert war, verließ Wiedenfels nach großen Differenzen mit dem Aufsichtsrat um Carl Ferdinand Oetker das Unternehmen. Kommissarisch übernahm Ex-Boehringer-Manager Engelbert Coster Tjeenk Willink die Leitung.
Goldschmidt soll nach dem Willen der Mehrheitsaktionäre Bain/Cinven den Kurs der Erneuerung bei Stada fortsetzen und das Unternehmen weiter auf Wachstum ausrichten. Neben ihm werden der amtierende Finanzchef Mark Keatley und Barthold Piening, Vorstand Produktion & Entwicklung weiterhin im Amt sein. Claudio Albrecht soll dann in den Aufsichtsrat wechseln.

Am morgigen Freitag sollen die Aktionäre auf der außerordentlichen Hauptversammlung von Stada über den Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit dem Mehrheitsaktionär Bain/Cinven entscheiden.

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