Peter Löscher Der Druck auf den Siemens-Chef wächst weiter

Die schlechten Nachrichten für Peter Löscher reißen nicht ab. Nun hat der Siemens-Chef auch noch die Prognose für dieses Jahr gesenkt und das Sparprogramm verschärft. Der Erfolgsdruck wächst.
Update: 02.05.2013 - 10:40 Uhr 10 Kommentare
Siemens-Chef Peter Löscher steht wegen schlechten Zahlen und Fehlinvestitionen unter Druck. Quelle: dapd

Siemens-Chef Peter Löscher steht wegen schlechten Zahlen und Fehlinvestitionen unter Druck.

(Foto: dapd)

MünchenSiemens-Chef Peter Löscher hat für seine Anleger bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal eine ganze Reihe von bitteren Pillen mitgebracht, die es zu schlucken gilt. Zunächst korrigiert der Konzern die Prognose für das laufende Jahr nach unten. Eigentlich wollte das Industrieunternehmen bis zu fünf Milliarden Euro im fortgeführten Geschäft verdienen. Doch daraus wird wohl nichts.

Das Unternehmen werde sich einem Ergebnis im unteren Bereich der ursprünglich angepeilten Spanne von 4,5 bis 5 Milliarden Euro „von unten annähern“, hieß es. Auch einen stabilen Umsatz erwarten die Münchner nicht mehr, stattdessen einen leichten Einnahmenrückgang.

Das bringt Löscher noch weiter unter Druck, denn er muss sich nicht nur für den erwarteten Umsatz- und Gewinnrückgang verantworten. Dem Siemens-Chef verhagelt seine Fehlinvestition in das israelische Solarunternehmen Solel weiter die Bilanz.

„Bei Siemens scheint künftig die Sonne“, hatte Konzernchef Peter Löscher noch im Herbst 2009 die Übernahme gefeiert. Mit dem Unternehmen wollte Siemens den Einstieg in die Solarthermie schaffen. Im Gegensatz zur inzwischen weit stärker verbreiteten und erfolgreicheren Photovoltaik gewinnt man dabei Energie aus der Wärme der Sonne und nicht aus dem Licht, wie bei der Photovoltaik.

Doch die Sparte erwies sich als Flop und machte seit der Übernahme nur Verluste. Im Oktober vergangenen Jahres verkündete Siemens daher, dass sich der Konzern von dem Bereich komplett trennen will. Die Einnahmen aus dem Verkauf könnte Löscher gut gebrauchen.

Siemens

Siemens Ergebnis*

1. Quartal 2013 nach Sparten, in Mio. Euro


( mit der Maus über die Grafik fahren)


Wegen Sonderlasten aus verspäteten Auslieferungen von Hochgeschwindigkeitszügen und dem verpatzten Anschluss von Windparks in der Nordsee ist der Gewinn des Konzerns stark unter Druck. Die Summe der negativen Sondereffekte belief sich allein im vergangenen Quartal auf 370 Millionen Euro.

Löscher verschärft das Sparprogramm
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10 Kommentare zu "Peter Löscher: Der Druck auf den Siemens-Chef wächst weiter"

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  • @Solel_behalten
    Ich sehe schon, Sie haben überhaupt keine Ahnung, wie die weltweite Geschäftwelt so tickt!!!
    Ohne "Schmiermittel" kommen Sie da nicht weiter!!!
    Deutschland mit seinen "Korrektheitsfummel" ist ein sich selbst in die Tasche lügender Wirtschaftsbeteilitigter im weltweiten Wirtschaftssystem.
    In vielen Wachstumsländern (Märkten) geht es ohne die richtigen Beziehungen über Schmiermittel nicht das geringste! Hr. Löscher hat die guten beziehungspflegenden Manager in die Weltwirtschaftsregionen mit seinem bekämpfenden "Schmierstil" davon gejagt. Und dafür bekommt er, in Form von Auftragsrückgängen, die Quittung. Auch das dieser Löscher lieber auf den staatlichen Subventionsmarkt "Erneuerbare Energie" setzt und nicht auf das marktwirtschaftliche System, spricht schon Bände!

  • Wer braucht diesen Quatsch in der Industrie?

  • Spassvogel? Der Herr Löscher wurde geholt weil Siemens mit dem "Schmieren" von allem und jedem masslos übertrieben hatte, schon vergessen? Leider ist der Filz weitaus stärker bei Siemens.

    Und ich lach mich krank, wenn ein Konzern wie Siemens nur von einer Person gesteuert würde. Auf welchem Mond leben Sie denn? Dumm sind für Herrn Löscher nur die Kämpfernullen hinter ihm, die solche Abteilungszahlen vorlegen, ihre Hausaufgaben nicht machen (Zuggeschäft, etc.) und damit Siemens und dem Gewinn so gar keinen Gefallen tun.



  • Die Vision bei Siemens muss heissen die Androidplattform für Maschinen zu entwerfen.

    Irgendwie hab ich aber das Gefühl, dass diese Plattformen eher aus dem Silicon Valley Gegend kommen.

    Siemens sollte sich von Google aufkaufen lassen!!

  • Wenn Hr. Löscher auf das staatliche Subventionspferd der Erneuerbaren Energien setzt und gleichzeitig die profitable Sparte des Kraftwerksbau bzw. der Weiterentwicklung von Kohle- Gas- und Kernkraftwerken eine Absage erteilt, dann handelt er für das Unternehmen Siemens absolult unwirtschaftlich und unverantwortlich!
    Wenn dieser Hr. Löscher dann weiterhin der Meinung ist ALLES transparent der Öffentlichkeit präsentieren zu müssen, dann handelt er ebenfalls gegen das Interesse des Unternehmen Siemens.
    Kleine Gesten und Geschenke erhalten und festigen die zwischenmenschlichen und damit auch wirtschaftlichen Geschäftverbindungen. Das ist menschlich und unterscheidet sich weder in privater noch in unternehmerischer Hinsicht!
    Das Wohl des Unternehmens und damit der Belegschaft ist hierbei immer im Mittelpunkt jeder Gefälligkeitsaktion zu sehen. Im weltweiten Wettbewerb ist dies beim Einsammeln von Aufträgen ein gewinnbringender Bestandteil/Vorteil für jedes am Weltmarkt agierendes Unternehmen. Hr. Löscher erfährt diese Lektion momentan spürbar. ER hat einfach falsche und überzogene Führungsentscheidungen zum Nachteil des wirtschafltichen Geschäfts von Siemens getroffen!

  • Controlled Flight into Ground!
    Seit dem grossen Aufräumen 2007 gibt es keine realitätsbezogene und erfahrungsbasierte Unternehmensführung mehr. Der Laden ist jetzt voll mit ex-Automotive-Managern. Das gesamte Geschäft basiert jetzt auf Hurra-Berichterstattung und PowerPoint-Engineering. Ingenieur-Erfahrung gilt als 'Reichsbedenkenträgertum'.
    Unklar ist nur noch, wann Siemens 'über den Berg ist'.

  • Seit Bayerns AMIGO-Problemen mit dem CSU-Filz darf man getrost auch bei Siemens Filz-Strukturen vermuten.

    Für 100-200 Mio. Euro liegt der neue Hauptsitz von Siemens ebenfalls im CSU-regierten Bayern. Ein Zufall?

    Filz ist wie Schimmel, wenn er sich ausbreitet, kann man ihn kaum noch aufhalten. Es wird Zeit, dass der Sumpf der CSU trockengelegt wird. Und mit ihm muss das große Aufräumen in der Industrie einhergehen.

  • Zitat: "Peter Löscher verdiente im Jahr 2012 als Vorstandsvorsitzender der Siemens AG 7.871.000 Euro. In dem Gehalt sind Sachvergütungen, Aktienoptionen und andere langfristige Vergütungsbestandteile, aber keine Pensionsansprüche enthalten."

    Quelle: GehaltsReporter - Mehr Transparenz in Sachen Gehalt!


    Es stellt sich die Frage, weshalb Herr Löscher nicht zuerst anfängt bei seinem Gehalt zu sparen. Eine jährliches Salär von maximal 1 Mio. Euro wäre immer noch angemessen. Dazu kommen ja immerhin auch noch üppige Pensionsansprüche. Bei Siemens stimmt doch was nicht!

  • Peter Löscher muss gehen. Er ist das Problem: keine Visionen, keine Inspirationen - nur Kosten senken ist zu wenig. Laut Manager Magazin kennt er das Produkt-Portfolio
    von Siemens nicht und jettet nur in der Weltgeschichte herum.

    Das eigentliche Problem ist der Aufsichtsrats-Chef Cromme.
    Der muss dringend gehen, er hat Löscher ja auch geholt.

  • Mr. Löscher meinte mal, dass die Führungsmannschaft zu "weiß" wäre. Nun, er hat recht, er ist zu "weiß" und unfähig. Mr. Löscher verlassen Sie Siemens, es ist besser für das Unternehmen.

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