Petrochemie-Konzern Sasol Der heimliche Ölkonzern aus Südafrika

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Die bislang für die Verflüssigung genutzte Kohle wird immer mehr durch Gas ersetzt, das bei der Erdölförderung oft als Nebenprodukt anfällt. Im arabischen Katar hat Sasol zusammen mit Chevron Texaco eine Anlage in Betrieb genommen, die Partner wollen hier rund 120 000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag produzieren. Bis zu einem Ölpreis von zwölf Dollar pro Barrel sei die Anlage rentabel. Eine Anlage in Nigeria soll ab Anfang 2008 produzieren.

Trotz der Bedeutung des Konzerns für die Rohstoffversorgung Südafrikas bekommt Sasol seit Jahren Gegenwind aus der Regierung. Zunächst beklagten sich die schwarzen Machthaber über den angeblich zu langsamen personellen Umbau des unter der Apartheid groß gewordenen Konzerns. Dabei sind bereits jetzt fast 40 Prozent der Posten im mittleren und höheren Management mit „historisch benachteiligten Südafrikanern“ besetzt, zu denen neben Schwarzen auch weiße Frauen zählen. Zudem versucht Sasol, den chronischen Mangel an Fachkräften durch Ausbildung eigener Leute zu beheben. Kein Unternehmen am Kap verteilt mehr Universitätsstipendien, überwiegend an schwarze Studenten. Inzwischen hat Sasol auch drei Vorstandspositionen mit Schwarzen besetzt.

Jetzt erwägt die ANC-Regierung angesichts der hohen Profite des Unternehmens eine gesonderte Gewinnsteuer für Sasol. Seine Wurzeln in der Frühphase der Apartheid und die zehn Jahre lang vom Apartheid-Staat gezahlten Subventionen dürften der tiefere Grund für solche Angriffe sein. Azar Jammine von der Ideenschmiede Econometrix sieht vor allem ideologische Motive: „Es zeugt von dem großen Misstrauen, das der ANC noch immer gegenüber unternehmerischen Profiten hegt.“

Sasol will die Investitionen am Kap zurückzuschrauben, wenn die Steuer kommt. Allein 2005 hat der Konzern elf Mrd. Rand in den Ausbau seiner heimischen Geschäfte gesteckt; seit 1997 waren es über 70 Mrd. Rand. Seit Jahren gehört das Unternehmen zu den größten Steuerzahlern, 2005 hat es rund vier Mrd. Rand an den Staat abgeführt.

Anderswo in der Welt wird Sasol geradezu hofiert: Katar hat dem Unternehmen für sein Engagement im Land zehn Jahre Steuerfreiheit garantiert.

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