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Pfizer vor Allergan-Übernahme? Das 333-Milliarden-Dollar-Ding

Viagra verbündet sich mit Botox: Das US-Pharmaunternehmen Pfizer prüft den Kauf von Allergan. Es wäre die größte Übernahme in der Branche überhaupt. Warum der Konzern mit Milliarden um sich schmeißt.
29.10.2015 Update: 29.10.2015 - 15:00 Uhr 4 Kommentare
Der Patentschutz des vermutlich bekanntesten Medikaments der Welt ist abgelaufen. Quelle: dpa

Der Patentschutz des vermutlich bekanntesten Medikaments der Welt ist abgelaufen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Pfizer mag es gerne im großen Stil. Wenn man auf die größten Übernahmen in der Geschichte der Pharmaindustrie blickt, spielt der globale Marktführer stets eine gewichtige Rolle. Zur Jahrtausendwende legte Pfizer 93 Milliarden Dollar für Konkurrent Warner-Lambert auf den Tisch. Zwei Jahre später kam die schwedische Pharmacia für 65 Milliarden Dollar unter das Dach der Amerikaner. 2009 gab Pfizer ebenfalls rund 65 Milliarden Dollar für den Arzneihersteller Wyeth aus.

Doch was Pfizer nun im Auge hat, würde alle bisherigen Übernahmen in dem Sektor in den Schatten stellen: Nach Informationen des „Wall Street Journal“ verhandelt der Konzern mit dem Management des Konkurrenten Allergan über eine Übernahme. In dem Bericht werden keine Details zu einem möglichen Kaufpreis genannt. Allergan und Pfizer bestätigten am Donnerstagnachmittag die Verhandlungen.

Kombiniert man die derzeitige Marktkapitalisierung der beiden Firmen, so würde ein Unternehmen mit einem Wert rund 333 Milliarden Dollar entstehen. Allergan kommt auf etwa 119 Milliarden Dollar. Geht man davon aus, dass der Käufer bereit ist, einen Premiumaufschlag von mindestens 30 Prozent auf den Kurs zu zahlen, käme das Volumen der Übernahme an die Marke von 150 Milliarden Dollar.

Pfizer würde damit seiner Devise treu bleiben, das Produktportfolio alle paar Jahre mit einem Großzukauf aufzupeppen. Eine Schwäche in der eigenen Forschung, gepaart mit dem Patentauslauf bisheriger Umsatzbringer wie dem Potenzmittel Viagra – diese Kombination war stets das Hauptmotiv für die Amerikaner, sich in das nächste milliardenschwere Abenteuer zu stürzen.

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    Das dürfte auch bei dem Allergan-Plan eine Rolle spielen. Das Unternehmen ist ein typisches Produkt des Fusionsgeschehens in der Pharmaindustrie in den vergangenen Jahren. Allergan aus Kalifornien wurde erst im Frühjahr 2015 von dem irischen Pharmakonzern Actavis übernommen und wurde Namensgeber für das kombinierte Unternehmen.

    Die größten Deals in der Pharma-Branche
    Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
    1 von 9

    Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

    (Foto: Reuters)
    Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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    Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

    (Foto: ap)
    Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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    Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

    (Foto: AFP)
    Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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    Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

    (Foto: ap)
    Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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    Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

    (Foto: AFP)
    Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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    Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

    (Foto: Reuters)
    Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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    Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

    (Foto: ap)

    Besonders bekannt ist Allergan für das Schönheitsmittel Botox, das zur Glättung von Hautfalten eingesetzt wird. Umsatztreiber im Portfolio sind aber auch Mittel gegen Augenerkrankungen wie Grüner Star und Lidkrämpfe. Dazu kommen Präparate zur Behandlung neurologischer Erkrankungen und gegen krankhaftes Übergewicht. Doch die Attraktivität der Produkte und der Forschungspipeline eines Konkurrenten dürfte diesmal nicht das Hauptmotiv für eine weitere Mega-Übernahme sein.

    Der wahre Grund für den Milliarden-Deal
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    4 Kommentare zu "Pfizer vor Allergan-Übernahme?: Das 333-Milliarden-Dollar-Ding"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Tja, was sagt man denn dazu.
      Spannend, Botox und Viagra!!!!!!! Demnächst vielleicht auch als Kombipackung. Wobei, wenn Viagra an der gewünschten Stelle wirkt und die Schwellkörper also mal auf Höchstleistung getrimmt werden, werden dann nicht wegen der Spannung an anderen Stellen die Falten aus dem Gesicht gezogen?
      Dann doch eher der Ansatz, an den Kunden, der regelmäßig Viagra einwirft, lässt sich auch bestimmt Botox vermarkten. Der typische Viagra-Konsument hat halt nicht nur Falten im Skrotum, so verstehe ich das.

    • Vielleicht sollten wir das übertreffen: Der Staat freut sich ab dem 3. Kind, wenn er mehr zahlen darf. Ob diese Länder deren Völker zur Zeit nach Berlin wollen diese blaue Pillen haben? Bei dieser gigantischen Geburtenrate könnte ja was dran sein.
      Pfizer würde das Gechäft bestimmt nicht ablehnen,

      Fertilitätsrate, Geburten pro Frau: Für diesen Indikator, Die Weltbank bietet Daten für Syrien von 1960 bis 2013. Der durchschnittliche Wert für Syrien in diesem Zeitraum lag bei 5.68 Geburten pro Frau mit einem Minimum von 2.96 Geburten pro Frau im 2013 und einem Maximum von 7.57 Geburten pro Frau im 1970.

      Pfizer & Co. als Fertilitätsratenbeschleuniger!

    • Grau ist alle Theorie, wie wäre es mit einem Praxis-Test ?

    • >> Viagra verbündet sich mit Botox >>

      Die Konkurrenz bringt aber reizvollere Kolumnen, die auch zum Kommentieren freigeschaltet sind, als das Handelsblatt :

      - Tagebuch-der-Nacht-Soldatin !!!!!

      >> http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/bundeswehr/das-tagebuch-der-nacht-soldatin-43187206,var=a,view=conversionToLogin.bild.html >>

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