Pflichtwandelanleihe Bayer rüstet sich für Monsanto

Bayer leitet mit der Ausgabe einer milliardenschweren Anleihe den ersten Schritt für die Finanzierung der Monsanto-Übernahme ein. Doch die Platzierung solle nicht als Indiz für den Ausgang der Kartellprüfung gewertet werden.
Update: 16.11.2016 - 04:08 Uhr Kommentieren
Das Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen – das Unternehmen möchte weiter wachsen. Quelle: dpa
Bayer AG

Das Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen – das Unternehmen möchte weiter wachsen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Bayer-Konzern hat den ersten Schritt für die langfristige Finanzierung der Monsanto-Übernahme offiziell eingeleitet. Der Aufsichtsrat beschloss die Ausgabe einer nachrangigen Pflichtwandelanleihe. Die Anleihe soll mit einem Zins von 5,125 Prozent bis 5,625 Prozent pro Jahr begeben werden, wird bis 22. November 2019 laufen und spätestens dann in Aktien der Bayer AG umgewandelt.

Wie das Leverkusener Unternehmen am frühen Mittwoch mitteilte, wurden Pflichtwandelanleihen in Höhe von vier Milliarden Euro an institutionelle Investoren verkauft. Demnach gab es ein großes Interesse. "Die mehrfache Überzeichnung zeigt die Attraktivität der Anleihe für Investoren", erklärte Finanzvorstand Johannes Dietsch.

Sie ist Teil der geplanten Eigenkapitalausgabe von insgesamt 19 Milliarden Dollar (rund 17,6 Milliarden Euro), mit der Bayer die 66 Milliarden Dollar teure Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen teilweise finanzieren will. Den Rest will Bayer über die Ausgabe von Anleihen sowie langfristige Bankkredite aufbringen.

Für den unmittelbaren Finanzbedarf bei Vollzug der Übernahme hat sich Bayer bereits im Sommer eine Zwischenfinanzierung von 52 Milliarden Euro durch ein Bankenkonsortium gesichert, die anschließend durch die Langfristfinanzierung abgelöst werden soll.

Die größten Übernahmen deutscher Konzerne
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Im Jahr 2014 übernahm der Merck-Konzern den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich für 12,8 Milliarden Euro. Für den Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern war es der größte Zukauf in der Firmengeschichte.

Platz 7
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Der Gasspezialist Linde kaufte im Jahr 2006 den britischen Konkurrenten BOC für 13 Milliarden Euro. Durch die Fusion wurde der deutsche Konzern zum Weltmarktführer für Industriegase.

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Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement legte im Jahr 2007 13,7 Milliarden Euro für das britische Unternehmen Hanson auf den Tisch. Durch die bis dato größte Übernahme in der Baustoffindustrie wird HeidelCement zum weltgrößten Hersteller von Zuschlagstoffen.

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Im Jahr 2001 übernahm Eon den britischen Versorger Powergen für 16,6 Milliarden Euro. Durch die Übernahme gelang dem Düsseldorfer Konzern der Eintritt in den größten Energiemarkt der Welt, der USA.

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Im Jahr 2000 bezahlte die Deutsche Telekom für den vergleichsweise kleinen US-Mobilfunker Voice Stream 29 Milliarden Euro. Die heutige Telekom-Sparte T-Mobile US machte den Bonnern lange Zeit Sorgen, heute sprudeln die Gewinne wieder. T-Mobile US ist inzwischen der drittgrößte Mobilfunker in den Vereinigten Staaten.

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Der Düsseldorfer Technologiekonzern Mannesmann zahlt im Herbst 1999 rund 32,8 Milliarden Euro für den britischen Mobilfunker Orange. Kurze Zeit später schluckt dann der britische Telefonriese Vodafone Mannesmann nach einer bis dahin beispiellosen Abwehrschlacht für 180 Milliarden Euro - bis dato die größte Übernahme weltweit.

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Der Stuttgarter Autokonzern Daimler Benz und der drittgrößte US-Autobauer Chrysler zimmern im Sommer 1998 eine „Fusion unter Gleichen“. Chrysler wird bei dem Aktientausch mit rund 38,6 Milliarden Euro bewertet. 2007 trennt sich Daimler dann von Chrysler und verkauft den Unternehmensteil an den Finanzinvestor Cerberus. Inzwischen gehört Chrysler zu Fiat.

Die Pflichtwandelanleihe wird nun von einem Bankenkonsortium unter Führung von BofA, Merrill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs und J.P. Morgan platziert und nach Angaben von Bayer ausschließlich institutionellen Anlegern außerhalb der Vereinigten Staaten angeboten.

Ob der Deal tatsächlich zustande kommt, wird sich erst im Laufe des nächsten Jahres entscheiden, wenn die Kartellbehörden in Amerika, Europa und Asien über die Großakquisition entschieden haben. Bayer betont daher, dass die Platzierung nicht als Indiz für den Ausgang der Kartellprüfungen gewertet werden dürfte.

Der Leverkusener Konzern dürfte mit der frühzeitigen Eigenkapitalplatzierung vor allem Vorsorge für ein günstiges Kreditrating treffen. Dadurch kann er die Zinskosten für die später geplanten Anleihen und Bankkredite niedrig halten.

Mit Material von Reuters.

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