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Vitamine von Shire

Takeda hält künftig 50 Prozent an dem irischen Pharmahersteller.

(Foto: Reuters)

Pharma-Deal Erfolg im fünften Versuch – Takeda kauft Shire für mehr als 50 Milliarden Euro

Lange hatte sich der irische Pharmahersteller gesträubt, doch jetzt gibt es eine Einigung mit Takeda. Die Japaner legen noch ein paar Milliarden mehr auf den Tisch.
Update: 08.05.2018 - 13:05 Uhr Kommentieren

TokioDer Pharmakonzern Takeda hat nach langem Ringen die bislang größte Übernahme eines japanischen Unternehmens im Ausland eingetütet. Takeda will für knapp 62 Milliarden Dollar den irischen Arzneimittelhersteller Shire kaufen und steigt damit zu den weltweit führenden Pharmariesen auf. Der Zusammenschluss wäre einer der bislang größten in der Branche.

Takeda musste seine Offerte mehrmals nachbessern, bis sie von Erfolg gekrönt war. Shire hatte zuvor vier Angebote der Japaner zurückgewiesen. Durch die Übernahme entsteht ein führender Anbieter von Medikamenten zur Behandlung von seltenen Krankheiten, Krebs, Blutgerinnungsstörungen, Erkrankungen im Bereich der Neurologie oder der Gastroenterologie.

Die Aktionäre von Shire sollen nun 30,33 Dollar in bar je Aktie erhalten sowie 0,839 neue Takeda-Aktien, wie der japanische Pharmakonzern am Dienstag mitteilte. An dem fusionierten Unternehmen soll Takeda rund 50 Prozent halten. Der Abschluss der Übernahme wird für das erste Halbjahr 2019 erwartet.

Die Verständigung mit Shire gelang Takeda-Chef Christophe Weber quasi in letzter Minute, denn am 8. Mai lief eine Frist der britischen Behörden aus, bis zu der eine abschließende Einigung erzielt werden musste. Ende April hatte Shire aber bereits signalisiert, die nachgebesserte Offerte anzunehmen.

Nach der Einigung auf den Zusammenschluss deckten sich Anleger mit Aktien der Firmen ein. Shire-Titel kletterten um 3,2 Prozent auf 39,75 Pfund, lagen damit allerdings noch deutlich unter dem Übernahmeangebot von insgesamt 48,17 Pfund je Aktie. Dies deute darauf hin, dass einige Investoren doch noch Bedenken hätten, sagten Händler.

Nicht alle von ihnen sehen den Vorstoß von Takeda-Chef Weber positiv. Er greift für Shire tief in die Tasche. Das jüngste Gebot liegt noch einmal gut vier Prozent über der vorigen Offerte und mehr als elf Prozent über dem ersten Angebot von Ende März. Der japanische Konzern selbst wird mit rund 32 Milliarden Dollar bewertet.

Einige Analysten hatte vorgeschlagen, dass Takeda bestimmte Shire-Geschäfte verkaufen könnte, um den Deal finanzieren zu können. Weber betonte aber, dass Gastroenterologie, Neurologie, Onkologie, seltene Krankheiten und Blutprodukte alle wichtigen Bereiche seien, die man behalten werde.

Weber wurde 2015 der erste Vorstandschef bei Takeda, der nicht Japaner ist. Der Franzose will das Unternehmen globaler aufstellen und seine Abhängigkeit vom japanischen Pharmamarkt verringern. Von dem Zukauf erhofft er sich jährliche Einsparungen von mindestens 1,4 Milliarden Dollar drei Jahre nach Abschluss der Transaktion. Auf den Gewinn soll sich die Übernahme bereits ab dem ersten Jahr positiv auswirken.

Die Zahl der Mitarbeiter – zusammen kommen Takeda und Shire auf 52.000 – soll um bis zu sieben Prozent reduziert werden. Vor allem in den USA gibt es Überlappungen etwa in der Forschung und Herstellung.

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  • rtr
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