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Pharma-Konzern Bayer-Partner Johnson & Johnson verspricht keine gute Aussichten für 2019

Der US-Konzern eröffnet die Quartalssaison mit einem vorsichtigen Ausblick. Ein schwaches Wachstum für 2019 und Prozess-Risiken verunsichern Anleger.
Update: 22.01.2019 - 17:18 Uhr Kommentieren
Bayer-Partner Johnson & Johnson verspricht keine gute Aussichten für 2019. Quelle: Imago
Babypuder

Bayer-Partner Johnson & Johnson verspricht keine gute Aussichten für 2019.

(Foto: Imago)

FrankfurtDer US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) hat das Jahr 2018 etwas besser abgeschlossen als erwartet. Das vierte Quartal beendete er mit einem Umsatzanstieg um ein Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn von 1,97 Dollar je Aktie. Den Vorjahreswert übertraf er damit um 13 Prozent und die Analystenschätzungen um etwa zwei Prozent.

Zugleich macht die Prognose für 2019 deutlich, dass der Gegenwind für den führenden Konzern der Gesundheitsindustrie offenbar zunimmt. Konnte J&J im Gesamtjahr 2018 den Umsatz noch um knapp sieben Prozent auf 81,4 Milliarden und den bereinigten Nettogewinn um elf Prozent auf 22 Milliarden Dollar steigern, stellt er für das laufende Jahr nur noch stagnierende Erlöse und eine operative Gewinnsteigerung von 5,6 bis 7,6 Prozent in Aussicht.

Vor allem in der Pharmasparte, die rund die Hälfte zum Gesamtumsatz beiträgt, dürfte der Konzern 2019 an Dynamik verlieren. Auch, wenn die neueren Medikamente von J&J gegen Krebs und Autoimmunerkrankungen weiter kräftig zulegen. Darunter sind beispielsweise das in Kooperation mit der Münchner Morphosys entwickelte Schuppenflechte-Medikament Tremfya, für das J&J weiter kräftiges Wachstum erwartet. 

Im vierten Quartal vervierfachte sich der Umsatz mit Tremfya auf 175 Millionen Dollar. Dem stehen jedoch rund drei bis 3,5 Milliarden Dollar Umsatzeinbußen durch Generikakonkurrenz, etwa beim Rheumamittel Remicade, gegenüber. 

Hinzu kommen negative Währungseffekte sowie ein wachsender Preisdruck, auch bei einigen noch patentgeschützten Produkten. Im Schnitt sind die Nettopreise bei J&J-Produkten 2018 nach Angaben von Firmenchef Alex Gorsky um mehr als sechs Prozent gesunken.

Auch der Dax-30-Konzern Bayer ist indirekt davon betroffen, dessen Gerinnungshemmer Xarelto J&J in den USA vertreibt. Trotz steigender Verordnungszahlen ist der Umsatz mit Xarelto im vierten Quartal um 14 Prozent und im Gesamtjahr um knapp ein Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Dollar gesunken. Das dürfte auch die Performance der Bayer-Pharmasparte bremsen.

Prozessrisiken sorgen für Kursverluste

An der Börse kam die Prognose des US-Konzerns für 2019 eher schlecht an: Analysten hatten bisher mit einem höheren Umsatz von fast 83 Milliarden Dollar kalkuliert. J&J-Aktien gaben um zwei Prozent nach. Das dürfte auch daran liegen, dass die Prozess-Risiken des Konzerns in den Quartalszahlen einen stärkeren Effekt entfalteten als im Vorjahr.

Der Aufwand für Rechtsverfahren verdoppelten sich im vierten Quartal auf knapp 1,3 Milliarden Dollar und stiegen im Gesamtjahr um die Hälfte auf fast zwei Milliarden Dollar. In den bereinigten Ertragszahlen, auf die sich auch die Prognose des Konzerns beziehen, werden solche Aufwandsposition ausgeklammert. Die Risiken sind im vergangenen Jahr aber dennoch verstärkt ins Blickfeld von Investoren gerückt.

So sorgten Berichte darüber, dass im Baby-Puder des Konzerns Asbest enthalten sein könnte, Mitte Dezember für einen Kursverlust von rund zwölf Prozent. Mehr als 11.000 Kläger machen den Puder von J&J für Krebserkrankungen verantwortlich. 

J&J weist diese Vorwürfe vehement zurück, musste aber in etlichen Prozessen bereits Niederlagen einstecken. Mitte des vergangenen Jahres verurteilte eine Jury den Konzern zu einer Schadensersatzzahlung von 4,7 Milliarden Dollar. Das Urteil wird nach Erwartung der meisten Fachleute in nachfolgenden Instanzen wohl deutlich nach unten korrigiert. 

Dennoch schätzen manche Analysten, dass der Konzern am Ende womöglich bis zu 20 Milliarden Dollar aufbringen muss, um die anhängigen Baby-Puder-Verfahren über Vergleiche zu bereinigen. Im laufenden Jahr stehen mehr als 20 Verfahren an.

Firmenchef Alex Gorsky bekräftigte unterdessen die Strategie, sich weiterhin vehement gegen die Ansprüche zu verteidigen. „Wir werden dafür sorgen, dass die Fakten verstanden werden“, kündigte er an. Die Strategie der Consumer-Sparte, die mit knapp 14 Milliarden Dollar Umsatz zu den führenden Anbietern von rezeptfreie Medikamenten und Gesundheitsprodukten zählt, werde davon nicht beeinflusst. Man sehe weiter zahlreiche Wachstumsmöglichkeiten in dem Bereich.

Neben den Babypuder-Fällen kämpft J&J auch mit Tausenden von Klagen im Zusammenhang mit anderen Produkten, darunter Hüftimplantate und auch der Gerinnungshemmer Xarelto, den mehr als 25.000 Kläger für Gesundheitsschäden verantwortlich machen. Diese Fälle werden von den meisten Analysten aber als weniger bedrohlich eingeschätzt als die Verfahren um die Puderprodukte.

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