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Pharmabranche Auf das Rekordurteil gegen Monsanto könnten weitere Sammelklagen in den USA folgen

Umweltschützer jubeln, Rechtsanwälte bereiten die nächsten Klagen vor. Das Rekordurteil gegen Monsanto könnte in den USA eine neue Klagewelle auslösen.
14.08.2018 - 00:36 Uhr Kommentieren

Nach Glyphosat-Urteil – „Auf Bayer warten mehr als 5000 weitere Klagen“

New York Das Urteil in Kalifornien galt als Test für die Klage wegen des glyphosathaltigen Mittels Roundup. Es war das erste Urteil zur Verantwortung Monsantos bei Krebserkrankungen. Das Geschworenengericht hat Monsanto zu einer Strafe von 289 Millionen Dollar verurteilt, 39 Millionen sind Schadensersatz. Die restlichen 250 Millionen sind sogenannte „punitive damages“ – die als zusätzliche Strafzahlung obendrauf kommen.

Die Summe wird zwar in solchen Produkthaftungsfällen meist in den höheren Instanzen nach unten korrigiert. Dennoch ist der Ausgangswert auch für amerikanische Verhältnisse sehr hoch.

Das Urteil werde zwar nicht bindend sein für andere Richter, erklärt Steven Tapia, der lange in Rechtsabteilungen von Unternehmen gearbeitet hat und heute an der Seattle School of Law lehrt. Aber es habe das, was die US-Juristen einen „Überzeugungswert“ (persuasive value) nennen. Das heißt, dass sich andere Richter mit hoher Wahrscheinlichkeit an diesem Urteil orientieren.

Ken Cook, Präsident des Umweltverbands Environmental Working Group, vergleicht Roundup mit dem Opiat Oxycontin, das in den USA eine neue Drogenepidemie ausgelöst hat. „Monsanto hat Roundup zum Oxycontin der Pestizide gemacht, und nun wird das Unternehmen endlich zur Verantwortung gezogen wegen der Abhängigkeit und des Schadens, die es verursacht hat“, kommentiert Cook das jüngste Urteil. Es werde den Krebs des betroffenen Klägers nicht mehr heilen: „Aber es wird immerhin eine starke Botschaft an dieses üble Unternehmen senden.“

Auch Dewayne Johnsons Anwalt Bent Wisner jubelt: „Wir waren endlich in der Lage, der Jury geheime interne Monsanto-Dokumente zu zeigen, die beweisen, dass Monsanto jahrzehntelang wusste, dass Roundup Krebs verursacht“, sagt er. Er weist auf das nächste Urteil hin, das im Oktober in St. Louis im Bundesstaat Missouri ansteht.

Die Analysten von Barclays schreiben, dass das Urteil Bayers Rechtsabteilungen „Kopfschmerzen“ bereiten werde. Sie gehen aber nicht davon aus, dass damit alle Urteile so kostspielig werden. Analyst Jonas Oxgaard von Bernstein sagt: „Ich rechne damit, dass das in der nächsten Instanz gekippt wird. Die Wissenschaft ist aufseiten Monsantos, und in einem Berufungsgericht gibt es keine Jury.“ Katharina Kort

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