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Pharmabranche Biontech startet Massentest für Corona-Impfstoff

Das Mainzer Biotech-Unternehmen geht mit einem Corona-Impfstoff in die nächste Phase. Schon im Oktober könnte die Zulassung beantragt werden.
28.07.2020 Update: 28.07.2020 - 16:15 Uhr 1 Kommentar
Pfizer und Biontech wollen den Impfstoff rasch auf den Markt bringen. Quelle: AP
Corona-Impfstoff im Test

Pfizer und Biontech wollen den Impfstoff rasch auf den Markt bringen.

(Foto: AP)

Frankfurt Nur einen Tag nach dem Konkurrenten Moderna haben am frühen Dienstagmorgen auch die deutsche Biotechfirma Biontech und ihr Partner Pfizer eine sogenannte Phase-2/3-Sicherheits- und Wirksamkeitsstudie mit einem Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gestartet. Dabei wird ein Impfstoff an deutlich mehr Probanden getestet als in vorherigen Studien. Die ersten Testpersonen wurden bereits in den USA behandelt. Später soll die Studie weltweit auf 120 Studienzentren ausgeweitet werden.

Neben 39 US-Bundesstaaten sollen sich diese auch in Deutschland, Argentinien und Brasilien befinden. Der Corona-Impfstoffkandidat des Mainzer Unternehmens ist damit das sechste Produkt weltweit, das in einer großen, zulassungsrelevanten Studie geprüft wird.

Pfizer und Biontech bekräftigten das Ziel, bei Erfolg der Studie bereits im Oktober eine Zulassung zu beantragen. Im Falle einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen weltweit bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen bis Ende 2020 sowie potenziell über 1,3 Milliarden Impfstoffdosen bis Ende 2021 bereitstehen.

Vor Kurzem hatten die beiden Partner bereits mit der US-Regierung die Lieferung von 100 Millionen Impfstoffdosen für den Preis von 1,95 Milliarden Dollar vereinbart. Darüber hinaus hat Washington eine Option auf 500 Millionen Einheiten. Mit einer Reihe weiterer Länder führen die Unternehmen Gespräche.

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    Damit liefert sich Biontech ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Moderna, das mit seinen klinischen Tests ursprünglich etwa sechs Wochen Vorsprung hatte. Beide Firmen setzen auf einen Impfstoff auf der Basis von Messenger-RNA (mRNA). Dabei handelt es sich um eine neuartige Technologie, bei der Körperzellen mit RNA dazu programmiert werden, Proteinbestandteile des Virus zu produzieren, gegen die sich dann eine Immunreaktion ausbildet.

    Ebenfalls mit einem mRNA-Impfstoff arbeitet die Tübinger Firma Curevac, die jedoch die ersten klinischen Tests etwa zwei Monate später begonnen hat als Biontech. Gleichfalls in der Phase 3 befinden sich bisher bereits die beiden chinesischen Pharmafirmen Sinopharm und Sinovac sowie die britische Universität Oxford und der Pharmakonzern Astra-Zeneca.

    Finanzreserven in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro

    Biontech will bis zu 30.000 Teilnehmer im Alter von 18 bis 85 Jahren in die globale Studie aufnehmen. Das Studienprogramm orientiere sich an den Vorgaben von Zulassungsbehörden weltweit, darunter die US-Arzneimittelbehörde FDA und das deutsche Paul-Ehrlich-Institut. Geplant sei, eine vielfältige Probandenpopulation für die Studie zu rekrutieren, einschließlich Teilnehmern aus Gebieten mit einem hohen Sars-CoV-2-Übertragungsrisiko.

    Für den Ausbau von Produktentwicklung und Produktion hat sich das Mainzer Unternehmen in den vergangenen Tagen mit einer weiteren Aktienemission gerüstet. Sie spülte brutto 512 Millionen Dollar (etwa 437 Millionen Euro) in die Kasse, wie Biontech am Montagabend berichtete. Zusammen mit einer Ende Juni vollzogenen Privatplatzierung im Umfang von 223 Millionen Euro sowie einem Kredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) addiert sich der Mittelzufluss der letzten Wochen auf brutto rund 760 Millionen Euro.

    Insgesamt dürfte das Mainzer Unternehmen damit inzwischen über Finanzreserven von mehr als 1,2 Milliarden Euro verfügen, um die Arbeiten an dem Covid-19-Impfstoff und an rund einem Dutzend Projekten in der Krebsforschung voranzutreiben.

    Auf der Suche nach einem optimalen Kandidaten für einen Covid-19-Impfstoff hat Biontech in der ersten Phase seines Forschungsprogramms insgesamt vier Varianten seines Impfstoffs BNT162 getestet. Für eine dieser Varianten wurden bisher detailliertere Daten publiziert, die von Analysten als relativ Erfolg versprechend gewertet wurden.

    In der nun gestarteten Studie testet das Biotechunternehmen dagegen eine andere Variante, den Impfstoff BNT126b2. Er zeigte nach Angaben des Unternehmens bei den Probanden ein etwas vorteilhafteres Sicherheitsprofil. Teilnehmer an der Studie erhalten jeweils zwei Dosen des Impfstoffs von jeweils 30 Mikrogramm im Abstand von 28 Tagen.

    Gegenüber dem Produkt des US-Konkurrenten Moderna, der zweimal 100 Mikrogramm verabreicht, zeichnet sich das Biontech-Vakzin offenbar durch eine etwas höhere Effizienz aus. Das könnte mit Blick auf die Massenproduktion gewisse Kosten- und Zeitvorteile bieten.

    Mehr: Der Härtetest für die Corona-Impfstoffkandidaten kommt erst noch.

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    1 Kommentar zu "Pharmabranche: Biontech startet Massentest für Corona-Impfstoff"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Vor kurzem hatten die beiden Partner bereits mit der US-Regierung die Lieferung von 100 Millionen Impfstoffeinheiten....vereinbart" Frage: Welche Lieferungen hat unsere werte Bundesregierung bereits fuer Deutschland vereinbart?

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