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Pharmabranche Gescheiterte Studie beschert deutscher Biotechfirma fast eine Milliarde Dollar Wertverlust

Enttäuschende Testresultate in einer Studie haben die deutsche Biotechfirma Inflarx zurückgeworfen. Binnen weniger Stunden verlor sie 90 Prozent an Wert.
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Enttäuschende Testresultate in einer Studie haben die deutsche Biotechfirma Inflarx hart getroffen. Quelle: Reuters
Biotech-Labor

Enttäuschende Testresultate in einer Studie haben die deutsche Biotechfirma Inflarx hart getroffen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtInflarx testete die Wirksubstanz IFX-1 in einer größeren, so genannten Phase-IIb-Studie, als Medikament gegen eine schwierig zu behandelnde Form von chronischen Entzündungen der Talgdrüsen. Entgegen den Hoffnungen konnte das Mittel jedoch keinen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber dem Placebo zeigen, wie Inflarx am Mittwoch mitteilte.

Die Reaktion am US-Kapitalmarkt fiel heftig aus: Bis zum Nachmittag fiel der Aktienkurs um 90 Prozent auf nur noch knapp 3,70 Dollar je Aktie. Innerhalb weniger Stunde büßte Inflarx damit rund 860 Millionen Dollar an Börsenwert ein. Noch Anfang April brachte das Jenaer Unternehmen mehr als 1,3 Milliarden Dollar (knapp 1,2 Milliarden Euro) Börsenwert auf die Waage. Nach dem Rückschlag wird es nun nur noch mit rund 100 Millionen Euro bewertet. Solche heftigen Schwankungen sind nicht völlig ungewöhnlich im Biotechsektor, vor allem bei Firmen mit nur einzelnen Produktkandidaten.

Dennoch ist der Fehlschlag auch für die deutsche Biotechszene insgesamt eine Enttäuschung. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass sich die Branche weiterhin eher schwer tut, genügend Investitionsmittel für die teure klinische Entwicklung von Produkten einzuwerben. Die 2007 gegründete Inflarx gehörte zu den wenigen deutschen Branchenvertretern mit einem erfolgreichen Listing an der Nasdaq.

Beim IPO 2017 holte das Unternehmen rund 100 Millionen Dollar an frischem Kapital herein. Der Kurs hatte sich bis zum Frühjahr 2018 positiv entwickelt und in der Spitze gegenüber dem Emissionspreis mehr als verdreifacht.

Den Fehlschlag in der entscheidenden Studie mit IFX-1 interpretieren Investoren nun aber offenbar als Indiz dafür, dass das Grundkonzept nicht tragfähig ist und die Substanz auch in anderen Anwendungsbereichen keine Chance hat. Der Wirkstoff von Inflarx zielt auf die Blockade eines speziellen Signalmoleküls, das bei der Steuerung des Immunsystems eine wichtige Rolle spielt, und soll auf diese Weise fehlgeleitete Immunreaktionen unterdrücken.

An einem vergleichbaren Angriffspunkt setzt auch das erfolgreiche Medikamente Soliris der US-Firma Alexion an. Inflarx hoffte bisher, die Substanz nach und nach auch für andere Indikationen über Akne Inversa hinaus zu entwickeln. Diese Strategie dürfte durch den Rückschlag deutlich in Frage gestellt werden.

Mehr: Warum sich immer mehr deutsche Biotechs ihr Kapital in den USA besorgen.

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