Pharmabranche im Fusionsfieber Mylan will Perrigo, Teva will Mylan

Der Pharmakonzern Mylan plant Insidern zufolge ein neues Übernahmeangebot für Perrigo. Der Konkurrent hatte die erste Offerte abgelehnt. Gleichzeitig will Ratiopharm-Mutter Teva mit aller Macht eine Übernahme von Mylan.
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Der Pharmakonzern Teva will notfalls Unternehmensteile abstoßen, um Konkurrent Mylan übernehmen zu können. Mylan selbst soll ein weiteres Übernahmeangebot für Perrigo vorbereiten. Quelle: ap
Pharmabranche im Fusionsfieber

Der Pharmakonzern Teva will notfalls Unternehmensteile abstoßen, um Konkurrent Mylan übernehmen zu können. Mylan selbst soll ein weiteres Übernahmeangebot für Perrigo vorbereiten.

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BangaloreIn der vom Fusionsfieber erfassten Pharmaindustrie zeichnet sich zunehmend ein milliardenschwerer Bieterschlagabtausch zwischen der Ratiopharm-Mutter Teva sowie den Branchenschwergewichten Mylan und Perrigo ab. Der Sender CNBC berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Insider, Mylan plane in naher Zukunft ein neues Gebot für Perrigo.

Die bisherige Offerte über 29 Milliarden Dollar hatte der Konzern mit Sitz in Dublin am Tag zuvor als zu niedrig abgelehnt. Teva wiederum teilte mit, sich notfalls umgehend von Unternehmensteilen zu trennen, um grünes Licht der Wettbewerbsbehörden für eine Übernahme von Mylan zu bekommen.

Mylan selbst hat sich weder zu dem Bericht, noch zu Tevas angekündigter Offerte in Höhe von 40 Milliarden Dollar geäußert. Allerdings haben die Amerikaner im Vorfeld der konkret gewordenen Avancen des weltgrößten Herstellers von Nachahmermedikamenten Widerstand gegen einen Zusammenschluss signalisiert.

So hatte Mylan-Verwaltungsratschef Robert Coury nach tagelangen Spekulationen über ein Teva-Gebot am Freitag erklärt, die Unternehmen passten schlecht zusammen. Mit einem Zukauf von Perrigo würde sich Mylan als Übernahmeziel wohl zumindest unattraktiver machen.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

Mylan-Aktien tendierten am Mittwoch in New York etwas leichter, Perrigo-Aktien verteuerten sich um rund 3,7 Prozent auf knapp 200 Dollar. Die am Dienstag abgelehnte Mylan-Offerte belief sich auf 205 Dollar je Anteilschein.

  • rtr
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