Pharmabranche im Fusionsfieber Teva-Ziel Mylan bessert Angebot an Perrigo nach

Erneut bessert der US-Pharmakonzern Mylan sein Angebot für Konkurrent Perrigo nach – und möchte so unattraktiver werden. Mylan selbst droht die Übernahmen durch die israelischen Ratiopharm-Mutter Teva.
Kommentieren
Der israelische Pharmakonzern Teva arbeitet an einer feindlichen Übernahme des US-Konkurrenten Mylan. Der will sich durch den Kauf des Arzneimittelherstellers Perrigo unattraktiver machen. Quelle: Reuters
Übernahmepläne

Der israelische Pharmakonzern Teva arbeitet an einer feindlichen Übernahme des US-Konkurrenten Mylan. Der will sich durch den Kauf des Arzneimittelherstellers Perrigo unattraktiver machen.

(Foto: Reuters)

New YorkDer US-Pharmakonzern Mylan erhöht sein Angebot für die Übernahme des Arzneimittelherstellers Perrigo erneut. Es werde auf insgesamt 232,23 Dollar je Aktie aufgestockt, teilte Mylan am Mittwoch mit. Zunächst waren 205 Dollar geboten worden, zuletzt dann 222 Dollar.

Beide Unternehmen seien „eine wirklich überzeugende Kombination“, sagte Mylan-Chef Robert J. Coury. Perrigo mit Sitz in Dublin hatte das vorherige feindliche Angebot als zu niedrig abgelehnt.

Mylans Angebot ist eine Flucht nach vorne, denn der Jäger ist gleichzeitig der Gejagte: Der Ratiopharm-Mutterkonzern Teva aus Israel will die Amerikaner für 40 Milliarden Dollar übernehmen. Mit einem Zukauf von Perrigo würde sich Mylan als Übernahmeziel des weltgrößten Herstellers von Nachahmermedikamenten teurer und damit unattraktiver machen.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
1 von 20

NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
2 von 20

France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
3 von 20

Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
4 von 20

General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
5 von 20

Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
6 von 20

Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
7 von 20

Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

Das Mylan-Management will sich früheren Angaben zufolge erst dann auf Gespräche mit Teva einlassen, wenn die Israelis die Offerte um mindestens ein Fünftel auf knapp 50 Milliarden Dollar aufstocken. Teva bekräftigte seine Kaufpläne.

  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Pharmabranche im Fusionsfieber: Teva-Ziel Mylan bessert Angebot an Perrigo nach"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%