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Pharmabranche Job mit Risiken und Nebenwirkungen: Hudson soll Sanofi neue Impulse geben

Der bisherige Novartis-Pharma-Chef soll als neuer CEO bei Sanofi für mehr Wachstum sorgen. Er gilt als erfahrener Verkäufer, doch der Konzern stagniert seit Jahren.
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Bei ‧Novartis hat er sich einen Ruf als guter Verkäufer erarbeitet. Quelle: Sanofi
Paul Hudson

Bei ‧Novartis hat er sich einen Ruf als guter Verkäufer erarbeitet.

(Foto: Sanofi)

Zürich, FrankfurtGerade mal drei Monate ist es her, da machte sich Paul Hudson für mehr Diversity in den Chefetagen von Novartis stark: „Es geht darum, dass die Geschlechter auf jeder Ebene unserer Organisation adäquat vertreten sind“, sagte der Pharma-Manager am Weltfrauentag in einem Selfie-Video.

Jetzt wechselt er zum Konkurrenten Sanofi – und trägt damit immerhin zu mehr Diversität bei seinem alten Arbeitgeber Novartis bei. Seine Nachfolge in Basel übernimmt die Managerin Marie-France Tschudin, die als dritte Frau in den zwölfköpfigen Vorstand einzieht.

Bei Sanofi muss der Brite die Produkt-Pipeline verstärken und für mehr Wachstum sorgen. Neue Medikamente erfolgreich auf den Markt zu bringen ist ihm bei Novartis aus Sicht vieler Experten in den vergangenen drei Jahren gelungen. Entsprechend positiv reagierte die Sanofi-Aktie auf die Wahl Hudsons. Das Papier des französischen Konzerns legte am Freitag um mehr als fünf Prozent zu. 

Bei Novartis führte der 51-jährige Hudson den wichtigsten Teil des Konzerns: Die Pharmasparte trug im vergangenen Jahr rund 35 Milliarden US-Dollar zum Umsatz der Basler bei. Unter Hudsons Führung konnte Novartis erfolgreich neue Medikamente lancieren – darunter auch innovative Therapien wie Zolgensma, das bislang teuerste Arzneimittel der Welt. Die Gentherapie, mit der sich eine seltene Muskelerkrankung bei Kindern behandeln lässt, wurde kürzlich von der US-Aufsichtsbehörde FDA zugelassen. Eine Behandlung kostet rund 2,1 Millionen Dollar.

Novartis verliert mit Hudson einen erfahrenen Manager: „Aufgrund seiner Branchenerfahrung, unter anderem in den USA, ist der Weggang von Hudson bedauerlich“, urteilt Michael Nawrath, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank.

Bei Sanofi soll Hudson nun für neue Impulse sorgen. Ein Job mit Risiken und Nebenwirkungen, denn der Konzern stagniert seit Jahren mit einem Pharmaumsatz von um die 30 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn hat sich seit 2010 gar von neun auf sieben Milliarden Euro verringert.

Zwar gelang Sanofi mit dem Neurodermitis-Medikament Dupixent einen wichtiger Zulassungserfolg. Ein neu entwickelter Cholesterinsenker indessen entpuppte sich bisher eher als Flop. Und als kompletter Fehlschlag erwies sich ein mit großen Hoffnungen verbundener Impfstoff gegen Dengue-Fieber – einem Teil der Geimpften schadete er mehr, als er nutzte. 

Schmerzhaft für die Franzosen war zudem, dass man ausgerechnet im boomenden Onkologiegeschäft, wo der Konzern im letzten Jahrzehnt noch eine solide Position hielt, den Anschluss verloren hat. Den Konzern hier stärker voranzubringen wird eine von Hudsons großen Aufgaben sein.

Der Brite gilt als erfahrener Verkäufer. Nach dem Ökonomie-Studium in Manchester begann er seine Karriere im Marketing bei Glaxo-Smithkline. Es folgten Stationen bei einer britischen Sanofi-Tochter, bei Astra-Zeneca und bei Novartis, wo er 2016 die Führung des Pharmageschäfts übernahm.

Marie-France Tschudin, seine Nachfolgerin, führte bei Novartis zuletzt die Nuklearmedizin-Tochter Advanced Accelerator Applications, die der Konzern im vergangenen Jahr für fast vier Milliarden Dollar zugekauft hatte. Zuvor hatte die Schweizerin zehn Jahre für den amerikanischen Pharmakonzern Celgene gearbeitet. Sie spricht sechs Sprachen und hat am Institut for Management Development (IMD) in ihrem Heimatort Lausanne das MBA-Programm absolviert.

Bei Novartis muss Tschudin nun neue Gen- und Zelltherapien wie Zolgensma in den Markt einführen. Angesichts der gepfefferten Preise stehen den Novartis-Leuten dabei harte Verhandlungen mit Aufsehern und Krankenversicherungen ins Haus.

Novartis-Chef Vas Narasimhan lobte die Schweizerin bei ihrer Berufung schon mal in höchsten Tönen: „Marie-France hat in der Vergangenheit immer wieder kommerzielle Spitzenleistungen erbracht und gefördert“, sagte Narasimhan.

Mehr: Novartis hat die US-Zulassung für das teuerste Arznei der Welt erhalten. Zwei Millionen Dollar kostet die neue Gentherapie der Schweizer. Noch in diesem Jahr könnte sie auch in Europa genehmigt werden.

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