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Pharmabranche Krebsmittel und Impfstoffe bescheren Pharmakonzernen wachsende Umsätze

Führende Arzneimittelkonzerne sind mit überraschend kräftigem Wachstum ins Jahr 2019 gestartet. Das bestätigten jetzt jüngste Zahlen aus der US-Pharmabranche.
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Führende Arzneimittelkonzerne sind mit überraschend kräftigem Wachstum ins Jahr 2019 gestartet. Quelle: dpa
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Führende Arzneimittelkonzerne sind mit überraschend kräftigem Wachstum ins Jahr 2019 gestartet.

(Foto: dpa)

Frankfurt Noch zu Jahresbeginn waren die Prognosen eher verhalten. Doch inzwischen deutet sich an, dass die Geschäfte im Pharmasektor dank starker Umsätze mit neuen Medikamenten besser laufen als erwartet. Das signalisieren die bisher vorliegenden Quartalszahlen der großen Pharmakonzerne, darunter die am Dienstag publizierten Zahlen der US-Konzerne Pfizer, Eli Lilly und Merck & Co.

Zwar hat Lilly dabei mit einem Umsatzplus von lediglich 2,6 Prozent die Investoren leicht enttäuscht. Branchenführer Pfizer und Merck & Co dagegen überraschten mit starkem Wachstum und haben ihre Prognosen für das Gesamtjahr leicht nach oben korrigiert.
Pfizer konnte den Pharmaumsatz um währungsbereinigt fünf Prozent auf 13 Milliarden Dollar steigern und den Nettogewinn um neun Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar verbessern. Merck & Co legte auf vergleichbarer Basis sogar um elf Prozent zu und vervierfachte den Reingewinn auf 2,9 Milliarden Dollar. Bereinigt um Sondereffekte legte das Ergebnis immerhin noch um 16 Prozent zu.

Steigende Prognosen

Die Zahlen bestätigen einen Trend, der sich zuvor mit den unerwartet starken Zahlen des Gesundheits-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) und der Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis andeutete. Roche meldete zehn Prozent Umsatzplus, J&J acht Prozent Novartis rund sieben Prozent.

Sieben der zehn größten Pharmakonzerne haben inzwischen ihre Prognosen für das Gesamtjahr angehoben. Selbst der US-Konzern Abbvie, der im ersten Quartal stagnierte und die ersten Patentabläufe bei seinem Blockbuster Humira (gegen Rheuma), dem umsatzstärksten Medikament der Welt, verkraften muss, rechnet im Gesamtjahr nun mit einem etwas höherem Gewinn als bisher erwartet.

Auch die Firmen in der zweiten Reihe sind offenbar gut gestartet. Bei Bayer etwa, dem führenden deutschen Pharmahersteller, hat sich das Umsatzwachstum bei Arzneimitteln im ersten Quartal wieder auf gut fünf Prozent beschleunigt. Im abgelaufenen Jahr betrug das Wachstum weniger als vier Prozent.

Die britische Astra-Zeneca berichtete nach Jahren schrumpfender Erlöse nun für das erste Quartal 2019 ein Umsatzplus von währungsbereinigt 14 Prozent – und kann sich damit neben Bristol-Myers Squibb (BMS) zu den wachstumsstärksten Vertretern der Branche zählen.
Insgesamt errechnet sich für die Big-Pharma-Konzerne, soweit sie bisher Zahlen vorlegten, auf Dollarbasis ein Umsatzplus von 4,5 Prozent im ersten Quartal, und dies trotz der relativ kräftigen Aufwertung des Dollars. Währungsbereinigt dürfte das Wachstum eher bei sieben Prozent liegen.
Daraus auf ähnliche Zahlen für das Gesamtjahr hochzurechnen wäre zwar verfrüht. Denn die Umsätze der Branche sind zum Teil auch von saisonalen Einflüssen und Schwankungen in der Vorratshaltung des Großhandels beeinflusst. Dennoch sprechen die Resultate dafür, dass die bisherigen Prognosen zu vorsichtig ausgefallen waren.

Vor dem Hintergrund weiterer Patentabläufe und wachsenden Preisdrucks hatte die große Mehrheit der Pharmariesen noch zu Jahresbeginn ein abflauendes Umsatzwachstum prognostiziert. Pfizer und J&J etwa rechneten mit Stagnation, Roche lediglich mit einem niedrigen einstelligen Plus, weil das Unternehmen stärkere Nachahmerkonkurrenz für seine umsatzstarken Krebsmittel Rituxan und Herceptin verkraften muss. Bei Pfizer läuft das Patent auf das umsatzstarke Schmerzmittel Lyrica aus. Alles in allem hatten diese Vorhersagen auf Umsatzzuwächse von weniger als drei Prozent bei den Pharma-Großkonzernen gedeutet.

Die Zahlen des ersten Quartals sprechen indessen dafür, dass die Neuentwicklungen der letzten Jahre doch höhere Einnahmen bringen als erwartet. Bei Roche etwa glänzte das neue Multiple-Sklerose-Medikament Ocrevus mit 67 Prozent Umsatzwachstum, das Krebsmittel Perjeta mit einem Zuwachs von 41 Prozent. Pfizer profitierte von unerwartet starken Erlösen beim Blutverdünner Eliquis (plus 36 Prozent) und weiteren Umsatzsteigerungen des Krebsmittels Ibrance (plus 25 Prozent). Bei J&J wurden Einbußen beim Rheumamittel Remicade durch zweistellige Zuwächse bei den neueren Krebsmitteln überkompensiert.
Als wichtiger und unerwartet starker Wachstumstreiber erwies sich bei einigen Konzernen zudem das Impfstoff-Geschäft. Bei Sanofi etwa legten Impfstoffe im ersten Quartal um rund ein Fünftel zu und halfen damit, weitere Umsatzrückgänge beim Diabetesmittel Lantus auszugleichen. Merck & Co verbuchte in dem Bereich ein Plus von rund 22 Prozent, Pfizer rund zehn Prozent Zuwachs. Ein derart starkes Wachstum der Impfstoffsparten dürfte sich im Jahresverlauf allerdings kaum fortsetzen.

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