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PharmabrancheMilliardendeal in der Impfstoffbranche: Glaxo-Smithkline übernimmt Affinivax

Mit dem Kauf der US-Biotech-Firma will GSK das Geschäft mit Impfstoffen ausbauen. Der Deal hat auch Folgen für die Kooperation mit Curevac.Siegfried Hofmann 31.05.2022 - 13:22 Uhr Artikel anhören

Der britische Pharmariese Glaxo-Smithkline setzt bei der Coronaimpfung auf mehrere Partner.

Foto: Reuters

Frankfurt. Mit der Übernahme der US-Biotech-Firma Affinivax für bis zu 3,3 Milliarden Dollar verstärkt der britische Pharmakonzern Glaxo-Smithkline (GSK) seine Produktentwicklung im Impfstoffbereich.

Der Pharmariese unterstreicht damit zugleich, dass er sich beim weiteren Ausbau seines Impfstoffprogramms nicht allein auf den Einstieg in die mRNA-Forschung und seine Allianz mit der Tübinger Curevac verlassen will. Er setzt vielmehr auch auf alternative Technologien und hat dort nun deutlich stärker investiert als beim Kooperationspartner und mRNA-Spezialisten Curevac, bei dem sich GSK vor zwei Jahren mit rund 300 Millionen Euro engagierte und dabei rund acht Prozent des Kapitals erwarb.

Für die nicht börsennotierte Affinivax zahlt GSK nun direkt 2,1 Milliarden Dollar (rund 1,95 Milliarden Euro). In Abhängigkeit von bestimmten Erfolgen können weitere 1,2 Milliarden Dollar hinzukommen.

Das US-Unternehmen arbeitet an Impfstoffen auf Basis von Proteinen und nutzt dabei eine Technologie, die es nach Angaben des Unternehmens erlaubt, Impfstoffe mit einer besonders großen Zahl an Antigenen zu erzeugen. Dazu packt Affinivax nicht nur Proteinfragmente der Erreger in den Impfstoff, sondern auch Zuckerstrukturen, die Immunreaktionen auslösen.

Affinivax glaubt, damit besonders breite Immunreaktionen auslösen zu können. GSK-Forschungschef Hal Barron bezeichnet das Konzept von Affinivax in einer Presseerklärung als „potenziell disruptive Technologie“.

Hauptentwicklungsprodukt ist ein Impfstoff gegen Pneumokokken-Infektionen, der sich in Phase 2 der klinischen Tests befindet und 24 Antigene des Erregers enthält. Eine zulassungsrelevante Phase-3-Studie mit dem Impfstoffkandidaten soll in Kürze beginnen. Im Erfolgsfall könnte GSK damit den Pneumokokken-Impfstoff Prevnar attackieren, mit dem der US-Konzern Pfizer zuletzt 5,3 Milliarden Dollar Umsatz erzielte.

Impfstoffe gegen Krankenhauskeime geplant

In frühen Entwicklungsphasen befinden sich mehrere Impfstoffkandidaten gegen Krankenhauskeime. Zudem arbeitet Affinivax in Kooperation mit der Impfstoffallianz Cepi auch an einem Covidimpfstoff, der sich aber ebenfalls noch in der präklinischen Entwicklungsphase befindet, bislang also noch nicht an Menschen getestet wurde.

Mit dem Kauf des US-Unternehmens stellt GSK seine Impfstoffforschung auf eine noch breitere Basis und streut damit die Risiken in der Produktentwicklung. Der britische Pharmakonzern war bis 2020 größter Impfstoffhersteller der Welt. Er kam dann aber im Geschäft mit Covidimpfstoffen nicht zum Zuge und wurde daher im vergangenen Jahr von Pfizer und ihrem Partner Biontech sowie vom US-Biotech-Unternehmen Moderna überrundet.

Ein proteinbasierter Covidimpfstoff, den GSK zusammen mit Sanofi entwickelt, zeigte im ersten Anlauf zu schwache Resultate. Eine verbesserte Nachfolgeversion befindet sich inzwischen im Zulassungsverfahren.

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