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Pharmabranche Pharmariese Roche verdient mehr – doch in den USA droht neue Konkurrenz

Der Schweizer Pharmariese präsentierte einen Milliardengewinn. Trotzdem fällt der Ausblick des Managements vorsichtig aus – aus gutem Grund.
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die Konkurrenz durch so genannte Biosimilars trifft den Konzern empfindlich. Quelle: Reuters
Roche-Zentrale in Basel

die Konkurrenz durch so genannte Biosimilars trifft den Konzern empfindlich.

(Foto: Reuters)

ZürichRoche-Chef Severin Schwan präsentierte am Donnerstag ein starkes Ergebnis. Der Schweizer Pharmakonzern setzte im vergangenen Jahr Medikamente für 56,8 Milliarden Franken um – ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Vor allem mit der Nachfrage nach unseren Neuentwicklungen bin ich sehr zufrieden“, sagte Firmenchef Schwan.

Dass der Ausblick der Schweizer trotzdem eher vorsichtig ausfällt, hat gute Gründe. Denn die Konkurrenz durch so genannte Biosimilars trifft den Konzern empfindlich: Sobald die Patente für lukrative Medikamente abgelaufen sind, verordnen die Ärzte günstigere Nachahmerprodukte der Konkurrenz.  

Bislang konnte Roche den verloren Umsatz durch Neuentwicklungen mehr als wettmachen. Trotzdem verfallen die Basler beim Ausblick für das laufende Jahr nicht in Euphorie. Denn in diesem Jahr dürften die Biosimilars auf dem wichtigen amerikanischen Pharmamarkt treffen. Roche geht deshalb nur von einem Umsatzwachstum im „geringen bis mittleren einstelligen Prozentbereich“ aus.

Trotz der vorsichtigen Prognose nahmen die Aktionäre die Zahlen der Basler am Donnerstag positiv auf. Im vergangenen Jahr konnte Roche den Gewinn um fast ein Viertel auf 10,9 Milliarden Franken steigern. Das große Plus erklärt sich vor allem durch die Steuerreform des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Aber auch ohne das Geschenk aus dem Weißen Haus steht unterm Strich ein Plus von acht Prozent.

Wie einträglich das Geschäft des Pharmariesen ist, lässt sich auch an den freien Mitteln ablesen: Der Cashflow kletterte auf 18,7 Milliarden Franken und hat damit seit dem Jahr 2015 jährlich im Schnitt um acht Prozent zugelegt.

Das Geld verschafft dem Konzern nicht nur finanziellen Spielraum für die Forschung nach neuen Medikamenten und Zukäufe, sondern auch für Ausschüttungen an die Aktionäre. Die Dividende soll um 40 Rappen auf  8,70 Franken je Aktie erhöht werden.

Der Vontobel-Analyst Stefan Schneider bewertet die Resultate des Konzerns positiv: „Roche erzielte im Geschäftsjahr 2018 starke Ergebnisse, obwohl die Biosimilar-Erosion ihren Tribut forderte“.  Zwar nagten die Nachahmermedikamente an den Verkaufserlösen – so gingen die Umsätze der einstigen Blockbuster Herceptin und Mabthera gegen Blut- und Brustkrebs in Europa drastisch zurück.

Rund 1,3 Milliarden Franken an Umsatz gingen dem Konzern an die Konkurrenz durch Nachahmerprodukte verloren. „Aber wir konnten das quasi überkompensieren“, erklärte Finanzchef Alain Hippe.

Analysten sind positiv überrascht

Vor allem beim neuen Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus verzeichnete Roche starke Nachfrage: Nie habe sich ein neues Medikament besser verkauft, heißt es in Basel. Nach weniger als zwei Jahren ist Ocrevus für Roche mit einem Verkaufserlös von 2,4 Milliarden Franken bereits das fünftgrößte Medikament

Trotz der erfolgreichen Neulancierungen fällt Roches Ausblick für das laufende Jahr eher vorsichtig aus. Denn bislang setzten die Nachahmermedikamente dem Konzern vor allem in Europa zu. 2019 dürften die Biosimilars jedoch die Umsätze auf dem wichtigen amerikanischen Markt erodieren lassen. Die Analysten der Schweizer UBS zeigten sich von der Prognose des Konzerns positiv überrascht – sie falle besser aus als vom Markt erwartet.

Am Mittwoch hatte Roche einen herben Rückschlag vermelden müssen: Die Forschung an dem Alzheimer-Medikament Crenezumab, die sich in einer fortgeschrittenen Testphase befand, wurde eingestellt – der Wirkstoff erzielte nicht die erhoffte Wirkung. „Das tut natürlich weh, insbesondere in einem Bereich wie Alzheimer, wo der Bedarf so hoch ist“, räumte Firmenchef Schwan ein. Der Konzern wolle auf dem Gebiet jedoch weiterforschen.

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