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Pharmabranche Schering darf auf „Weißen Ritter“ hoffen

Der Bayer-Konzern prüft nach einem Zeitungsbericht ein Gegenangebot für den von einer feindlichen Übernahme bedrohten Berliner Pharmakonzern Schering. Wenn das Angebot kommt, soll es deutlich höher als die Merck-Offerte ausfallen.
Schering-Zentrale in Berlin. Foto: AP

Schering-Zentrale in Berlin. Foto: AP

HB BERLIN. Ein Bayer-Sprecher erklärte auf Anfrage lediglich, es gebe keinen Kommentar dazu. Auch Schering lehnte einen Kommentar ab.

Die Tageszeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe) berichtete unter Berufung auf Branchenkreise, Voraussetzung für das Angebot sei, dass der Schering-Vorstand die Offerte als "freundlich" begrüße und den Aktionären die Annahme empfehle. Bereits in den vergangenen Tagen sollen Vertreter von Schering und Bayer Gespräche zu diesem Thema geführt haben. Die Verhandlungen könnten noch scheitern, heißt es in der Zeitung.

Was ist ein Weißer Ritter? Lesen Sie es im Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:
» Weißer Ritter im Wirtschaftswiki.

Die Schering-Aktie legte deutlich zu und gewann drei Prozent auf 85,55 Euro. Bayer-Aktien gewannen 1,5 Prozent auf 34,25 Euro.

Analysten wollten eine mögliche Bayer-Offerte nicht ausschließen. "Es ist durchaus möglich, dass Bayer so ein Angebot macht, aber eigentlich würde es nicht mehr Sinn machen als das von Merck", sagte Antje Laschewski von der LBBW. Bei Bayer seien die Kassen inzwischen sehr stark belastet und die Übernahme würde höher bezahlt werden müssen als Merck ohnehin schon angeboten habe. Händler sehen nun die Darmstädter Merck unter Druck, seine Offerte aufzustocken. "Ein wenig könnte Merck jetzt in Zugzwang geraten", sagte ein Händler. "Aber viel Luft nach oben hat Merck nicht."

Bayer könnte als ein so genannter "Weißer Ritter" das feindliche Übernahmeangebot der Merck KGaA übertrumpfen. Ein "Weißer Ritter" springt einem von einer nicht gewollten Übernahme bedrohten Unternehmen mit einem eigenen Angebot zur Seite. Neben Bayer wurden zuletzt Novartis und der US-Konzern Johnson & Johnson als mögliche Unternehmen gehandelt, die eine Offerte für Schering abgeben.

Das Darmstädter Unternehmen Merck hat vor mehr als einer Woche 77 Euro pro Schering-Aktie und somit einen Gesamtpreis von 14,6 Milliarden Euro geboten. Inzwischen notiert das Papier des Berliner Pharmakonzerns Schering allerdings schon bei 85 Euro, da die Investoren mit einem höheren Angebot von Merck oder einem Gegenangebot rechnen.

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